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Lula warnt vor UN: Keine ausländische Einmischung in Brasiliens Wahlen

Brasiliens Präsident Lula warnt vor ausländischer Einmischung in die Oktober-Wahlen und weist US-Rolle zurück.

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Lula warnt vor UN: Keine ausländische Einmischung in Brasiliens Wahlen

Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat seine Rede vor der UN-Generalversammlung am Dienstag genutzt, um eindringlich vor ausländischer Einmischung in die bevorstehenden Oktober-Wahlen in Brasilien zu warnen. Der linksgerichtete Staatschef wies zudem jede externe Rolle bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität zurück – eine Botschaft, die sich offenbar sowohl an Washington als auch an seine politischen Gegner richtete.

Lula erklärte, Brasilien werde nicht zulassen, dass „innere und äußere Feinde der Demokratie“ das Wahlverfahren untergraben. Er stellte die anstehende Wahl als eine Entscheidung zwischen „Demokratie und Denialismus“ dar. „Alle Kandidaten genießen die umfassendste Meinungsfreiheit. Wir wissen, dass einige diese Freiheit missbrauchen, um sich mit fremden Interessen zu verbünden, die den Interessen des Landes zuwiderlaufen“, sagte Lula ohne Nennung konkreter Namen.

Hintergrund: Der Herausforderer aus der Bolsonaro-Dynastie

Die Kommentare des Präsidenten deuteten auf den rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Flavio Bolsonaro hin, den ältesten Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro. Der Ex-Präsident befindet sich seit seiner Verurteilung wegen des Versuchs, das Wahlergebnis von 2022 umzukehren, in Hausarrest. Flavio, dessen Vater ein langjähriger Verbündeter des US-Präsidenten Donald Trump ist, traf sich Anfang dieses Jahres mit dem amerikanischen Staatsoberhaupt und startete seine Kampagne im Juli mit dem Hinweis auf die Unterstützung durch den argentinischen Präsidenten Javier Milei und den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu.

Umfragen zufolge liegen Lula und Flavio Bolsonaro in einem möglichen zweiten Wahlgang statistisch gleichauf. Die politische Stimmung im Land ist angespannt, und Lula scheint entschlossen, jede Form von externer Einflussnahme zu unterbinden.

Kampf gegen Desinformation und ausländische Einmischung

Lula betonte, dass Brasiliens Wahlsystem „modern und robust“ sei, und warnte vor Desinformationskampagnen, die die öffentliche Debatte während des Wahlkampfs verfälschen wollten. „Wir werden nicht zulassen, dass die Feinde der Demokratie, ob innerlich oder äußerlich, den Volkswillen untergraben“, sagte er und kritisierte das, was er als erneute Versuche geopolitischer Dominanz bezeichnete.

In einer deutlichen Abgrenzung zu den USA erklärte Lula: „Brasilien ist der Hinterhof niemandes.“ Er fügte hinzu: „Wir sind erneut Zeuge ausländischer Einmischung in Wahlprozesse.“ Der Präsident machte deutlich, dass Brasilien bereit sei, kriminelle Organisationen zu konfrontieren, die im Land und über die Grenzen hinweg operierten, forderte jedoch internationale Zusammenarbeit statt Intervention.

Streit mit Washington um Drogenbekämpfung

Hintergrund dieser Aussagen ist ein Konflikt mit den USA: Anfang dieses Jahres hatte Washington zwei große brasilianische Drogenbanden als terroristische Organisationen eingestuft. Lula kritisierte diesen Schritt als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes. „Wir brauchen keine Flugzeugträger, die unsere Gewässer patrouillieren. Wir brauchen Zusammenarbeit, um den Strom von Waffen und Geld zu stoppen, der die Kriminalität befeuert“, sagte er und fügte hinzu, er habe diese Botschaft persönlich an Trump übermittelt.

Lulas Rede vor der UN-Generalversammlung unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Brasilien und den USA im Vorfeld der Oktober-Wahlen. Der Präsident positioniert sich als Verteidiger der nationalen Souveränität gegen äußere Einflüsse – ein Thema, das in Brasilien historisch großen Rückhalt in der Bevölkerung findet. Gleichzeitig zeigt der Wahlkampf, dass die politische Polarisierung des Landes ungebrochen ist: Der Sohn des ehemaligen Präsidenten Bolsonaro tritt gegen den amtierenden Staatschef an, der ihn 2022 besiegt hatte. Die internationale Gemeinschaft wird die Entwicklung in den kommenden Wochen genau beobachten.

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