Larry Ellison stoppt milliardenschweren Oracle-Aktienverkauf überraschend
Oracle-Mitbegründer stoppt geplanten Verkauf von bis zu 50 Millionen Aktien im Wert von 7,5 Milliarden Dollar.

Larry Ellison, der Mitbegründer und Vorsitzende von Oracle, hat überraschend seine Pläne für einen milliardenschweren Aktienverkauf zurückgezogen. Nur einen Tag nachdem das Unternehmen die Handelsabsichten des Milliardärs offengelegt hatte, ruderte Ellison zurück.
In einer Erklärung am Samstag teilte Oracle mit, dass Ellison seinen Kurs geändert habe. „Unter diesem Plan wurde keine Oracle-Aktie verkauft, und er hat keine weiteren Pläne, weitere seiner Oracle-Aktien zu veräußern“, hieß es in der Mitteilung. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Oracle-Aktie um 3,65 Prozent eingebrochen war und technische Analysten fallende Dreiecke als bärische Signale identifizierten.
Hintergrund des geplanten Verkaufs
Erst am Freitag hatte Ellison in einem Börsenpapier Pläne für einen der größten Aktienverkäufe seiner Karriere bekanntgegeben. Dem Bericht zufolge hatte Ellison am 22. Juni einen Plan zur Veräußerung von bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien angenommen. Zu den damaligen Kursen entsprach dies einem Wert von etwa 7,5 Milliarden US-Dollar. Der Verkauf der Anteile sollte dem Papier zufolge bis zum 24. Oktober abgeschlossen sein.
Die Ankündigung hatte für erhebliche Verunsicherung unter den Anlegern gesorgt. Ein derart massiver Verkaufsplan eines Unternehmensgründers wird an den Märkten oft als negatives Signal gewertet, da er auf mangelndes Vertrauen in die zukünftige Kursentwicklung hindeuten kann. Der anschließende Kursrückgang von 3,65 Prozent spiegelt diese Befürchtungen wider.
Ellisons langfristige Bindung an Oracle
Der Mitbegründer von Oracle hält seit den 1970er-Jahren an seinem sehr großen Anteil an Oracle fest. Ellison, der das Unternehmen 1977 gemeinsam mit Bob Miner und Ed Oates gründete, gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen ist eng mit dem Schicksal von Oracle verknüpft.
Die Entscheidung, die Verkaufspläne nun komplett zu streichen, dürfte bei vielen Anlegern Erleichterung auslösen. Sie signalisiert, dass Ellison weiterhin langfristig an den Technologiekonzern glaubt und keinen dringenden Liquiditätsbedarf hat. Für Oracle-Aktionäre ist dies ein beruhigendes Signal in einem ansonsten von Unsicherheit geprägten Marktumfeld.
Marktreaktion und Ausblick
Die Oracle-Aktie hatte bereits vor der Ankündigung der Verkaufspläne unter Druck gestanden. Der Technologiesektor leidet weltweit unter den gestiegenen Zinsen und der Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung. Der zwischenzeitliche Kursrückgang von 3,65 Prozent verstärkte die ohnehin vorhandenen Sorgen der Anleger.
Mit dem Rückzug von Ellisons Verkaufsplan entfällt nun ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Aktie. Analysten werden die Entwicklung in den kommenden Tagen genau beobachten. Die Frage bleibt, ob der Kursrückgang allein auf Ellisons Ankündigung zurückzuführen war oder ob auch andere Faktoren eine Rolle spielten.
Für deutsche Anleger ist der Fall besonders interessant, da Oracle als einer der weltweit führenden Softwarekonzerne auch in Europa eine bedeutende Rolle spielt. Das Unternehmen ist im Bereich Cloud-Computing, Datenbanken und Unternehmenssoftware aktiv und steht im Wettbewerb mit Konzernen wie SAP, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Amazon Web Services.
