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Krise der US-Gewerbeimmobilien erreicht Deutschland

Deutsche Banken unter Druck, Finanzministerin Yellen mahnt zur Vorsicht

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Krise der US-Gewerbeimmobilien erreicht Deutschland

Die Bankenbranche steht vor einer neuen Herausforderung, die ihre Wurzeln in den Vereinigten Staaten hat, aber zunehmend auch deutsche Banken in Mitleidenschaft zieht. Im Zentrum der aktuellen Problematik stehen die US-Gewerbeimmobilien, deren Markt durch eine hohe Leerstandsquote gekennzeichnet ist. Besonders betroffen sind dabei Großstädte wie New York, San Francisco und Los Angeles, wo die Quote der ungenutzten Büroflächen nach Daten von Moody's Analytics bei alarmierenden 19,6 Prozent liegt. Dieser Trend zum Homeoffice, verstärkt durch die Corona-Pandemie, hat zu einem nie dagewesenen Leerstand geführt und belastet nun auch europäische Finanzinstitute.

Die Pfandbriefbank (PBB), ein deutscher Immobilienfinanzierer, ist eines der jüngsten Opfer dieser Entwicklung. Die Bank hat die aktuelle Situation als „größte Immobilienkrise seit der Finanzkrise“ beschrieben. Auch die Deutsche Bank sah sich mit einem spürbaren Druck auf ihren Aktienkurs konfrontiert, was die Sorgen um die Stabilität des Sektors weiter verstärkt. Die Probleme eines mittelgroßen US-Instituts, der New York Community Bancorp (NYCB), dessen Aktien auf den tiefsten Stand seit 27 Jahren fielen, haben die Krise zusätzlich angeheizt.

Die Analysten des Researchhauses Green Street prognostizieren, dass auf den Wert von US-Büroimmobilien in diesem Jahr weitere Abschreibungen von bis zu 15 Prozent zukommen könnten. Diese Entwicklung stellt eine erhebliche Belastung für die Banken dar, die fast vier Jahre nach Beginn der Pandemie weiterhin mit den Folgen der Leerstände zu kämpfen haben.

In Deutschland sind vor allem die Pfandbriefbank und die Deutsche Bank von den Turbulenzen betroffen. Beide Institute sind stark im amerikanischen Büroimmobilienmarkt engagiert. Die Pfandbriefbank musste bereits einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen und ihre Risikovorsorge drastisch erhöhen, um mögliche Kreditausfälle abzufedern. Die vorläufigen Geschäftszahlen für 2023 zeigen einen Gewinn vor Steuern von 90 Millionen Euro, was am unteren Ende der zuvor drastisch reduzierten Ergebnisprognose liegt.

Die Deutsche Bank, die mit 17 Milliarden Euro im US-Gewerbeimmobilienmarkt aktiv ist, hat ebenfalls zugegeben, dass sie Verluste nicht gänzlich vermeiden kann. Trotz der hohen Qualität ihres Portfolios werden die Ausfälle im ersten und zweiten Quartal 2024 voraussichtlich höher sein als erwünscht. Dies unterstreicht die anhaltende Unsicherheit und die potenziellen Risiken, die von diesem Sektor ausgehen.

Die Situation hat auch die Aufmerksamkeit der US-Regierung auf sich gezogen. US-Finanzministerin Janet Yellen äußerte sich besorgt über die drohenden Verluste im Gewerbeimmobiliensektor und betonte die Wichtigkeit ausreichender Rückstellungen für Kreditausfälle sowie genügend Liquidität im Finanzsystem. Ihre Kommentare spiegeln die Ernsthaftigkeit wider, mit der die Regierung die potenziellen Auswirkungen dieser Krise auf die Wirtschaft und das Bankensystem betrachtet.

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