Durchsuchung bei DWS wegen 'Greenwashing'-Vorwurf
Ermittlungen gegen ehemaligen Verantwortlichen und Auswirkungen auf die Finanzbranche

Die Staatsanwaltschaft hat erneut Räumlichkeiten der Fondsgesellschaft DWS, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, durchsucht. Hintergrund dieser Razzia ist der Verdacht des "Greenwashings", bei dem es um falsche Angaben zu "grünen" Geldanlagen geht. Die Durchsuchung erfolgte in Zusammenarbeit mit Beamten des Bundeskriminalamtes und wurde aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses des Amtsgerichts Frankfurt vom 7. Dezember letzten Jahres durchgeführt.
Der Vorwurf des Greenwashings richtet sich gegen den ehemaligen Verantwortlichen der DWS sowie bislang unbekannte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Die Ermittlungen in dieser Angelegenheit sind noch nicht abgeschlossen, und die Staatsanwaltschaft arbeitet weiterhin an der Aufklärung der Vorwürfe.
Bereits im Mai 2022 hatten Ermittler Räumlichkeiten der DWS durchsucht, einschließlich der Firmenzentrale und Räume der Muttergesellschaft Deutsche Bank. Diese Aktion erfolgte aufgrund von Anschuldigungen bezüglich unzureichender Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) bei Investments. Der ehemalige CEO der DWS, Asoka Wöhrmann, musste das Unternehmen daraufhin verlassen.
Die DWS hat betont, dass sie vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet und bereits Millionen von Dokumenten zur Verfügung gestellt hat. Der Vorwurf des Greenwashings dreht sich um die Genauigkeit von Angaben zur Nachhaltigkeit von Investments und Umweltschutz. Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Fondstochter der Deutschen Bank bereits zu einer Millionenstrafe verurteilt, und die Ermittlungen in Deutschland dauern weiterhin an.
