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Kongo startet geologische Luftvermessung zur Erschließung seiner Mineralreserven

Die DR Kongo kartiert ihr Staatsgebiet per Luftvermessung, um Rohstoffreserven besser zu kennen und Investitionen anzuziehen.

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Kongo startet geologische Luftvermessung zur Erschließung seiner Mineralreserven

Die Demokratische Republik Kongo hat ein landesweites Programm zur geologischen Kartierung aus der Luft gestartet. Ziel ist es, die Kenntnisse über die umfangreichen Mineralreserven des Landes zu verbessern, das Explorationsrisiko zu senken und Investitionen in bisher unterdurchschnittlich erschlossene Regionen anzuziehen. Das teilte die geologische Behörde des Landes mit, wie der Fachdienst Mining Weekly berichtet.

Kongo ist der weltweit größte Kobaltproduzent und Afrikas führender Kupferproduzent. Dennoch wurde Behördenangaben zufolge weniger als 10 Prozent des Staatsgebiets gründlich erkundet. Das neue Programm soll diese Lücke schließen und die wissenschaftliche Basis für künftige Bergbauprojekte verbreitern.

Das Kartierungsprojekt ist unter dem Namen PC2G-RDC bekannt. Es setzt hochauflösende luftgestützte geophysikalische Untersuchungen ein, um das geologische Verständnis des Untergrunds zu vertiefen, Gebiete mit Mineralpotenzial zu identifizieren und das wissenschaftliche Wissen über die unterirdischen Ressourcen zu erweitern. Der Nationale Geologische Dienst von Kongo (SGNC) stellte die Pläne in einer Erklärung am Montag vor.

Fokus auf vier Regionen

Umgesetzt wird das Programm mit technischer Unterstützung des spanischen Geophysik-Unternehmens Xcalibur. Der Schwerpunkt liegt auf den Regionen Kongo Central, Kwango, Kwilu und Groß-Kasai. Dabei baut das Projekt auf bereits in Groß-Katanga durchgeführten Arbeiten auf, wie es in der Mitteilung hieß.

Der Bergbauminister Louis Watuma Kabamba sagte bei der Vorstellung des Programms, dieses werde die geowissenschaftliche Abdeckung des Landes von 22,27 Prozent auf 46,1 Prozent ausweiten. Damit würde sich der kartierte Anteil des Territoriums mehr als verdoppeln.

Für die Regierung geht es dabei um mehr als reine Geologie. Sie verschärft ihre Kontrolle über den Bergbausektor, strebt einen größeren Anteil an den Einnahmen aus bestehenden Förderanlagen an und erweitert ihre Hoheit auf die geologischen Informationen, die künftige Entdeckungen begründen. Die Kontrolle über Daten und Proben wird damit zu einem strategischen Instrument der Rohstoffpolitik.

Souveränität durch eigene Daten

Der Generaldirektor des SGNC, Raoul Wazenga Viti, verknüpfte das Projekt direkt mit der staatlichen Souveränität. „Die Souveränität beginnt nicht erst, wenn ein Mineral gefördert wird. Sie beginnt, wenn der Staat sein Territorium kennt, seine Karten besitzt, seine Daten kontrolliert, seine Proben verwahrt, seine Labore entwickelt und Experten ausbildet, die in der Lage sind, diese Informationen zu interpretieren“, erklärte er.

Wazenga Viti ergänzte: „Kongo sollte nicht nur besser kartiert werden; es sollte zunehmend in der Lage sein, sich selbst zu kartieren.“ Damit wird der Aufbau eigener Fachkompetenz als langfristiges Ziel des Programms deutlich.

Nach Angaben der Beamten sollen die Untersuchungen bestehende Datensätze modernisieren, neue vielversprechende Gebiete identifizieren und die staatliche Kapazität zur Planung und Verhandlung von Ressourcenentwicklungen stärken. Für internationale Investoren könnten die neuen Daten das Explorationsrisiko senken, da bislang unbekannte Gebiete besser bewertet werden können.

Für deutsche Anleger ist der Rohstoffsektor des Kongo vor allem wegen Kobalt und Kupfer relevant. Kobalt ist ein zentraler Bestandteil vieler Batterien und damit ein Schlüsselrohstoff für die Elektromobilität und die Energiewende. Eine bessere geologische Datenlage im Kongo könnte mittelfristig das Angebot an Informationen über potenzielle Lagerstätten erhöhen und die Verhandlungsposition des Staates gegenüber Bergbauunternehmen verändern.

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