Klarna reduziert Stellen durch KI-Einsatz
Automatisierung steigert Produktivität und Umsatz pro Mitarbeiter

Beim Finanzdienstleister Klarna übernehmen zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) Systeme Aufgaben, die zuvor von menschlichen Beschäftigten erledigt wurden. Der schwedische Konzern hat seit dem vergangenen Jahr die Anzahl der Arbeitsplätze erheblich reduziert. Während das Unternehmen vor etwa zwölf Monaten noch rund 5000 Mitarbeiter beschäftigte, zählt es aktuell etwa 3800 Angestellte. Der Rückgang der Belegschaft wurde fast ausschließlich durch natürliche Fluktuation und nicht durch Entlassungen erreicht. Seit September des Vorjahres hat Klarna keine neuen Mitarbeiter eingestellt. Langfristig plant das Unternehmen, die Mitarbeiterzahl auf etwa 2000 zu reduzieren und in naher Zukunft nur Ingenieure einzustellen.
Die eingesetzte KI, die zur Bearbeitung von Kundenanfragen entwickelt wurde, übernimmt Aufgaben, die zuvor von rund 700 Mitarbeitern erledigt wurden. Diese Automatisierung hat zu einer signifikanten Verkürzung der Bearbeitungszeit geführt, die nun von elf auf nur zwei Minuten gesenkt wurde. Gleichzeitig stieg der Umsatz pro Beschäftigtem in den letzten zwölf Monaten um 73 Prozent auf etwa 615.000 Euro. Dies resultiert aus einer verbesserten Produktivität und einer Reduktion der Personalkosten, obwohl die Gehälter der verbleibenden Mitarbeiter voraussichtlich steigen werden.
Klarna hat zudem für das erste Halbjahr einen Umsatzanstieg von 27 Prozent auf etwa 1,17 Milliarden Euro bekannt gegeben. Der Gewinn des Unternehmens belief sich auf rund 59 Millionen Euro. Der Firmenchef Sebastian Siemiatkowski äußerte sich in einem Interview zu einem möglichen Börsengang. Ein solcher Schritt im kommenden Jahr erscheine realistisch, obwohl noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Klarna erwägt dabei sowohl ein Debüt an der Börse in den USA als auch in einigen europäischen Märkten.
