KI verändert die Logistik grundlegend
Effizientere Prozesse, geringere Kosten und nachhaltige Innovation bei Fiege

Der Logistikdienstleister Fiege hat in den letzten Jahren verstärkt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gesetzt, um Prozesse effizienter und ressourcenschonender zu gestalten. Seit Mitte 2023 leitet Kenza Ait Si Abbou als Technologievorständin die strategische Ausrichtung in diesem Bereich. Zu Beginn ihrer Tätigkeit setzte sie sich intensiv mit bestehenden Arbeitsabläufen und der vorhandenen Dateninfrastruktur auseinander, um die Grundlage für den Einsatz von KI zu schaffen. Sie betont, dass ein solides Datenmanagement essenziell ist, um KI-Technologien erfolgreich einzusetzen.
Fiege, ein Familienunternehmen mit einer 150-jährigen Geschichte, beschäftigt 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro. Das Unternehmen nutzt KI in mehreren Bereichen, darunter intelligente Automatisierungstechnik wie Autostores, selbstgreifende Roboterarme und ressourcenschonende Verpackungsmaschinen. Die Automatisierung dient dazu, Prozesse im Lager und während des Transports zu optimieren. Claudia Pohlink, Direktorin für Daten und KI bei Fiege, sieht die Logistik als ein besonders geeignetes Anwendungsfeld für KI, da hier komplexe Kombinationen schneller und effizienter berechnet werden können.
Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit von Ait Si Abbou ist die Entwicklung einer klaren Daten-Governance, die sicherstellen soll, dass die Qualität der Daten den Anforderungen entspricht. Während eines Pilotprojekts im Bereich Bedarfsplanung zeigte sich, dass die anfängliche Genauigkeit der KI bei nur 80 Prozent lag, was zu Skepsis bei den Mitarbeitenden führte. Nach intensiver Weiterentwicklung durch das interne Datenteam konnte die Präzision auf über 90 Prozent gesteigert werden. Diese Verbesserungen führten dazu, dass das KI-Tool nun aktiv genutzt wird und die Nachfrage in weiteren Niederlassungen steigt.
Ein zentraler Vorteil der internen Entwicklung ist die erhebliche Kostenreduktion im Vergleich zum Zukauf externer Lösungen. Darüber hinaus bleibt das Wissen im Unternehmen, und die Systeme werden kontinuierlich verbessert. Allerdings stellt die Integration der KI-Tools in bestehende IT-Strukturen eine Herausforderung dar. Um die Akzeptanz der Systeme zu erhöhen, müssen diese nahtlos in den Arbeitsalltag integriert werden.
Die KI-Expertinnen bei Fiege empfehlen mittelständischen Unternehmen, Datenexperten in relevanten Praxisbereichen einzusetzen, Mitarbeitende durch Schulungen mit KI vertraut zu machen und den Fokus auf passende Anwendungsfälle zu legen. Fehlentscheidungen bei der Implementierung von KI könnten nicht nur Ressourcen verschwenden, sondern auch zukünftige Investitionen gefährden.
