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KI-Boom treibt Weltbörsen trotz Iran-Krise auf Rekordhochs

Künstliche Intelligenz überwältigt geopolitische Risiken: S&P 500, Nasdaq und globale Indizes erreichen neue Allzeithochs.

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KI-Boom treibt Weltbörsen trotz Iran-Krise auf Rekordhochs

US-amerikanische und weltweite Aktien haben am Montag neue Höchststände erreicht. Der Optimismus rund um künstliche Intelligenz erwies sich dabei als stärker als die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der fragile Waffenstillstand und schwindende Hoffnungen auf ein dauerhaftes Abkommen konnten die Märkte nicht bremsen.

Zu den Gewinnern zählten der S&P 500, der Nasdaq sowie internationale Indizes wie der japanische Nikkei und der südkoreanische KOSPI. Auch der MSCI All Country Index und der MSCI Asia ex-Japan erreichten Rekordhochs. Chinas Börse kletterte auf ein 11-Jahres-Hoch.

Sektoren und Einzelwerte im Überblick

Im S&P 500 legten sechs Sektoren zu, während fünf nachgaben. Besonders stark zeigte sich der Energiesektor mit einem Plus von 2,6 Prozent. Technologiewerte stiegen um 1 Prozent, während Kommunikationsdienstleistungen um 2,3 Prozent nachgaben. Der Philadelphia-Halbleiterindex legte ebenfalls 2,6 Prozent zu und markierte damit ein neues Allzeithoch.

Auf Einzeltitelebene stach Caterpillar mit einem Plus von 3 Prozent hervor, Nvidia gewann 2 Prozent. Nike hingegen verlor 4 Prozent. Beim Öl verteuerte sich der Preis um 3 Prozent, Silber schoss sogar um 7 Prozent nach oben.

An den Devisenmärkten legte der US-Dollar leicht zu. Der japanische Yen war der größte Verlierer unter den G10-Währungen. Auch die indische Rupie und der südkoreanische Won verzeichneten deutliche Verluste. Am Anleihemarkt stiegen die Renditen kurzlaufender US-Staatsanleihen um 6 Basispunkte, was die Zinskurve versteilte – ein sogenanntes Bear Steepening. Die Auktion dreijähriger US-Anleihen stieß auf schwache Nachfrage.

KI-Boom gleicht Angebotsschock aus

Dass Aktien trotz steigender Ölpreise und Anleiherenditen zulegen, widerspricht der klassischen Marktlogik. Üblicherweise gelten steigende Energie- und Kreditkosten als Bremse für Aktienmärkte. Doch der KI-getriebene Wachstumsoptimismus scheint diesen Gegenwind derzeit zu überwiegen. Die Energiemärkte gehen zudem davon aus, dass die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – bald wieder ungehindert passierbar sein wird.

Die Analysten von BlackRock zeigen sich optimistisch: „Wir sehen keine Diskrepanz zwischen den Rekordpreisen bei US-Aktien und den erhöhten Preisen für Öl, Rohstoffe sowie den Renditen. Die Märkte preisen sowohl das KI-getriebene Wachstum als auch die Auswirkungen des Angebotsschocks im Nahen Osten ein. Infolgedessen bleiben wir risikofreudig."

Big Tech verschuldet sich für KI-Ausbau

Die Finanzierung des KI-Booms nimmt neue Dimensionen an. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, kündigte seinen ersten Anleiheverkauf in japanischen Yen an. Amazon bereitet seine erste Emission in Schweizer Franken vor. Beide Währungen gelten traditionell als Niedrigzinswährungen – die Schweizer Leitzinsen liegen derzeit bei null – und ermöglichen so eine günstigere Refinanzierung. Gleichzeitig diversifizieren die Megakonzerne damit ihre Investorenbasis.

Dennoch wächst der Druck: Die Cash-Reserven der Technologieriesen schwinden, während die Verschuldung steigt. Die Erwartung, dass die massiven KI-Investitionen sich in Gewinne umwandeln, nimmt zu.

Blick auf den US-China-Gipfel

Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich auch auf Peking. US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping bereiten sich auf Gespräche über den Iran, Atomfragen, Handel und KI vor. Trump reist mit einer Delegation hochrangiger Unternehmensvertreter von Tesla, Apple, BlackRock und weiteren US-Konzernen an.

Chinas jüngste Wirtschaftsdaten zeigten ein sprunghaftes Exportwachstum, einen sich ausweitenden Handelsüberschuss und steigenden Preisdruck im April – Zeichen dafür, dass die Wirtschaft die Phase der Disinflation verlässt. Allerdings stieg die Arbeitslosigkeit leicht an, und die Einzelhandelsumsätze enttäuschten.

Was die Märkte morgen bewegen könnte

Für den nächsten Handelstag stehen folgende Ereignisse im Fokus:

  • Entwicklungen im Nahen Osten
  • Verbrauchervertrauen in Australien (Mai)
  • Unternehmensergebnisse aus Japan: Panasonic, Mazda und Sharp
  • Inflation in Deutschland (April, endgültig)
  • ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland (Mai)
  • Rede von Sam Woods (Bank of England)
  • US-Finanzministerium versteigert 42 Milliarden Dollar an 10-jährigen Staatsanleihen
  • Reden der Fed-Präsidenten John Williams (New York) und Austan Goolsbee (Chicago)
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