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KI-Boom bei Investitionen übertrifft Ölboom und Shale-Expansion deutlich

Die KI-Kapitalausgaben erreichen 1,2 Prozent des BIP und übertreffen damit Ölboom und Shale-Expansion.

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KI-Boom bei Investitionen übertrifft Ölboom und Shale-Expansion deutlich

Die KI-bezogenen Kapitalausgaben (Capex) haben sich seit dem ersten Quartal 2020 auf 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöht. Damit übertreffen sie das Investitionstempo des Ölbooms der 1970er-Jahre sowie der Shale-Expansion der 2010er-Jahre in vergleichbaren Phasen. Das geht aus einer Analyse von BofA Global Research hervor, über die Investing.com berichtet.

Einzig der Technologiezyklus der 1990er-Jahre bleibt voraus: Über einen gleichwertigen Zeitraum erreichte er rund 1,5 Prozent des BIP. Die Zahlen hinter dem Vergleich von BofA sind isoliert betrachtet beeindruckend — doch ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft machen sie noch bedeutsamer.

Rechenzentren treiben das BIP-Wachstum

Eine Studie der US-Notenbank Federal Reserve zeigt, wie stark die Investitionen bereits in der Breite ankommen. Die Ausgaben für Rechenzentren trugen in Bezug auf Anlagen und Ausrüstungen im Jahr 2025 rund 0,20 Prozentpunkte zum US-BIP-Wachstum bei. Für 2026 rechnet die Fed mit einem Beitrag von 0,40 Prozentpunkten.

Der Bau von Rechenzentren macht inzwischen nahezu 46 Prozent der privaten Bauausgaben für Bürogebäude aus. Vor einem Jahrzehnt lag dieser Anteil noch unter 5 Prozent. Forscher des Stanford Institute for Economic Policy Research (SIEPR) schätzen, dass das Bautempo rund 304.000 Arbeitsplätze in der amerikanischen Fertigungsindustrie stützt.

Milliardenschwere Capex-Pläne der Hyperscaler

BofA schätzt, dass die globalen Ausgaben für Rechenzentren in diesem Jahr 1 Billion US-Dollar erreichen. Bis 2028 sollen sie sich auf mehr als 2,1 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln. Das impliziert eine jährliche Wachstumsrate von 37 Prozent zwischen 2025 und 2030.

Goldman Sachs veranschlagt den Konsens der fünf großen Hyperscaler für die Kapitalausgaben im Jahr 2026 bei rund 800 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 52 Prozent gegenüber der Schätzung vom Dezember 2025 in Höhe von 527 Milliarden US-Dollar. Die einzelnen Unternehmen nennen folgende Spannen:

  • Amazon: 200 bis 220 Milliarden US-Dollar
  • Alphabet: 195 bis 205 Milliarden US-Dollar
  • Microsoft: 175 bis 190 Milliarden US-Dollar
  • Meta: 130 bis 145 Milliarden US-Dollar
  • Oracle: 50 bis 70 Milliarden US-Dollar

Morgan Stanley warnt vor Fehlinterpretation

Morgan Stanley erwartet, dass das Wachstum der Hyperscaler-Capex von rund 100 Prozent im Jahresvergleich 2026 auf 60 Prozent im Jahr 2027 und anschließend auf 14 Prozent im Jahr 2028 absinkt. Der Aktienstratege der Bank, Nicholas Lentini, warnte jedoch davor, diese Verlangsamung als Verschlechterung zu interpretieren.

"Wir erwarten, dass diese Unternehmen weiterhin positive Anpassungen bei Umsatz- und Gewinnprognosen verzeichnen werden, getrieben vom anhaltenden Capex-Boom im KI-Bereich, selbst wenn die Prognosenanpassungen für die Hyperscaler- oder Neocloud-Capex moderater ausfallen", so Lentini.

Morgan Stanley wies zudem darauf hin, dass die Wall Street den Zyklus konsistent unterschätzt habe. Das tatsächliche Capex-Wachstum lag sowohl 2024 als auch 2025 bei über 50 Prozent — trotz anfänglicher Prognosen von rund 20 Prozent.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem über die großen US-Technologiewerte und die Halbleiterbranche relevant. Die Capex-Pläne der Hyperscaler wirken sich direkt auf die Auftragsbücher von Chipherstellern, Netzwerkausrüstern und Anbietern von Rechenzentrumsinfrastruktur aus. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit den 1990er-Jahren, dass die aktuelle Investitionswelle historische Dimensionen erreicht — mit den entsprechenden Chancen und Risiken.

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