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Citadel-Co-CIO Salame warnt: KI-Boom wird einige Boote sinken lassen

Pablo Salame, Co-CIO von Citadel, warnt in einem seltenen Interview vor den Risiken des KI-Booms für Kreditgeber und Aktienanalysten.

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Citadel-Co-CIO Salame warnt: KI-Boom wird einige Boote sinken lassen

Pablo Salame, Co-Chief Investment Officer (Co-CIO) des US-Hedgefonds Citadel, erwartet, dass der aktuelle KI-Boom nicht ohne Verlierer ablaufen wird. In einem seltenen Interview sagte der Manager, ein transformativer KI-Boom, der die globale Wirtschaft erfasst, werde auf seinem Weg einige Opfer hinterlassen. Die Aussagen wurden über Bloomberg Europe verbreitet.

Salame beschreibt damit ein Spannungsfeld, das sich in der Finanzbranche aufbaut. Der KI-Revolution liegt eine außergewöhnliche Kapitalnachfrage zugrunde. Diese trifft jedoch auf skeptische Kreditgeber, die nicht bereit sind, das gesamte Risiko zu übernehmen.

Aus dieser Konstellation leitet der Citadel-Manager eine strukturelle Verschiebung ab. Wer Kapital für die KI-Revolution bereitstellt, prüfe zunehmend, ob das Geld zurückfließt. Sein Urteil: Der Druck werde eine Angleichung erzwingen zwischen jenen, die auf der Aktienseite nach Multiplikatoren ihrer Gewinne jagen, und den Gläubigern, die sicherstellen müssen, dass sie zurückgezahlt werden.

Analysten und Gläubiger rücken zusammen

Nach Einschätzung Salames betrifft diese Angleichung zwei Gruppen, die traditionell mit unterschiedlichem Blick auf Unternehmen schauen. Aktienanalysten orientieren sich an Multiplikatoren der Gewinne, also an Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis. Gläubiger dagegen bewerten vor allem die Fähigkeit eines Schuldners, Zinsen und Tilgung zu bedienen.

Beide Perspektiven können weit auseinanderliegen. Wer auf künftige Erträge setzt, akzeptiert höhere Bewertungen, solange das Wachstum stimmt. Wer Kredit vergibt, darf sich nicht auf Hoffnungen verlassen, sondern muss die Rückzahlung sichern. Wenn das benötigte Kapital für die KI-Revolution außergewöhnlich groß ist und die Kreditgeber nicht das volle Risiko tragen wollen, verschiebt sich dieses Gleichgewicht.

Für den Citadel-Co-CIO ist die Folge klar: Die Maßstäbe der Analysten und der Gläubiger müssen sich annähern. Das bedeutet nicht zwangsläufig das Ende des KI-Booms. Es bedeutet aber, dass nicht jedes Unternehmen die Kapitalströme in gleichem Maße wird nutzen können. Genau darin liegt die von Salame beschriebene Auslese – jene Boote, die auf dem Weg sinken.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Warnung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen hängen viele Depots inzwischen indirekt am KI-Thema, sei es über Technologiewerte, über Zulieferer oder über Fonds. Zum anderen zeigt der Hinweis auf die Kreditseite, dass die Finanzierung – und damit die Zins- und Kreditbedingungen – ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung sein dürfte.

Bemerkenswert ist, dass Salame mit seiner Einschätzung aus dem Inneren eines der großen Hedgefonds der Welt argumentiert. Citadel gilt als einer der einflussreichsten Akteure an den globalen Kapitalmärkten. Wenn ein Co-CIO dieses Hauses öffentlich von einer Angleichung der Bewertungsmaßstäbe spricht, ist das ein Signal, dass die Finanzierungskonditionen stärker in den Fokus rücken.

  • Die außergewöhnliche Kapitalnachfrage der KI-Revolution trifft auf skeptische Kreditgeber.
  • Kreditgeber sind laut Salame nicht bereit, das gesamte Risiko zu übernehmen.
  • Erwartet wird eine Angleichung zwischen Aktienanalysten und Gläubigern.
  • Nicht jedes Unternehmen dürfte von den Kapitalströmen gleichermaßen profitieren.

Damit liefert Salame eine nüchterne Einordnung eines Themas, das ansonsten oft von Wachstumsphantasien getrieben wird. Seine Botschaft lautet nicht, dass die KI-Revolution scheitert. Sie lautet, dass der Weg dorthin selektiv verläuft – und dass jene, die das Kapital bereitstellen, genau hinsehen werden, wem sie es anvertrauen.

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