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KI-Ängste treffen asiatische Softwareaktien: Massive Verluste nach US-Ausverkauf

Japanische, indische und chinesische Tech-Werte folgen Wall-Street-Abverkauf mit zweistelligen Verlusten.

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KI-Ängste treffen asiatische Softwareaktien: Massive Verluste nach US-Ausverkauf

Die Angst vor künstlicher Intelligenz als Disruptor hat am Mittwoch die asiatischen Softwaremärkte erfasst. Nachdem US-Tech-Aktien über Nacht deutlich nachgegeben hatten, folgten asiatische Technologiewerte mit teils drastischen Kursverlusten. Investoren sorgen sich zunehmend, dass KI traditionelle Geschäftsmodelle der Softwarebranche fundamental bedroht.

Japanische IT-Dienstleister traf es besonders hart: TIS, ein führender Systemintegrator, brach um über 15 Prozent ein. Der Cybersecurity-Spezialist Trend Micro verlor mehr als 8 Prozent, NS Solutions musste ein Minus von fast 7 Prozent hinnehmen. Die Verkaufswelle erfasste nahezu den gesamten japanischen Softwaresektor.

Auch indische IT-Konzerne erlitten herbe Verluste. Der Nifty IT Index sackte um knapp 6 Prozent ab. Tata Consultancy Services büßte 5,8 Prozent ein, Infosys verlor 6,2 Prozent und HCL Technologies gab 5,5 Prozent nach. Besonders bitter: Noch am Vortag hatten die indischen Tech-Werte nach Bekanntgabe eines Handelsabkommens zwischen Indien und den USA zu den größten Gewinnern gezählt.

Chinesische Cloud-Giganten unter Druck

In China erwischte es Kingdee International Software mit einem Kurssturz von über 15 Prozent am härtesten. Der Cloud-Riese Tencent verlor 3,27 Prozent, Alibaba gab mehr als 1 Prozent ab und Baidu notierte über 2 Prozent im Minus. Die Verkaufswelle zog sich durch alle wichtigen Tech-Segmente.

Die Sorgen der Investoren sind grundlegend: Softwareunternehmen galten lange als sichere Investments dank stabiler Abo-Modelle und verlässlicher Vertragsverlängerungen. Doch KI droht nun, Arbeitsabläufe zu automatisieren, Preise zu drücken und die Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber zu senken. Das stellt die gesamte Branche vor eine Neubewertung.

"Damit der Sektor neu bewertet wird, müssen Unternehmen zeigen, dass KI als Wachstumstreiber und nicht nur als Wettbewerbsbedrohung fungieren kann", erklärt Vey-Sern Ling, Senior Equity Advisor bei UBP. "Dies könnte angesichts skeptischer Anleger länger dauern als üblich." UBP favorisiert daher Infrastruktur-Software mit geringem Disruptions-Risiko sowie Cybersecurity-Anbieter mit starker Preissetzungsmacht.

US-Vorlagen belasteten massiv

Der asiatische Ausverkauf folgte deutlichen Verlusten an der Wall Street. ServiceNow stürzte um fast 7 Prozent ab und summiert seit Jahresbeginn bereits ein Minus von 28 Prozent. Salesforce verlor ebenfalls rund 7 Prozent und notiert 2026 bereits 26 Prozent tiefer. Intuit, die Muttergesellschaft von TurboTax, brach um fast 11 Prozent ein – der Jahresverlust beträgt nun über 34 Prozent.

Diese Bewegungen drückten den technologielastigen Nasdaq Composite am Dienstag um 1,4 Prozent ins Minus. Die Nervosität der Investoren spiegelt eine fundamentale Unsicherheit wider: Werden etablierte Softwareanbieter die KI-Revolution als Chance nutzen können, oder werden sie zu ihren Opfern? Die kommenden Quartalsberichte dürften entscheidende Hinweise liefern, wie die Branche mit dieser Herausforderung umgeht.

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