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Kenzoll Capital belebt Diamantenmine in Namibia mit MSF wieder

Der niederländische Investor Kenzoll Capital und MSF Commercials wollen den Abbau in der Diamantenmine Sperrgebiet nahe Lüderitz wieder aufnehmen.

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Kenzoll Capital belebt Diamantenmine in Namibia mit MSF wieder

Der niederländische Private-Equity- und Spezialsituation-Investor Kenzoll Capital hat sich mit MSF Commercials zusammengetan, um den Abbau in der Diamantenmine Sperrgebiet wieder aufzunehmen. Die Mine, früher als Elizabeth Bay Mine bekannt, liegt in der Nähe von Lüderitz im Süden Namibias. Damit kehrt ein Projekt in den Fokus zurück, das nach Angaben der Beteiligten zu den ältesten Diamantenlizenzen des Landes zählt.

Die Lizenzen der Diamantenmine Sperrgebiet umfassen 245.364 Hektar des Sperrgebiets, eines eingeschränkten Areals für den Diamantenabbau. Nach Angaben aus der Mitteilung beherbergt das Gebiet Onshore-Diamantenreserven von 6,3 Millionen Karat und Offshore-Diamantenreserven von 4,2 Millionen Karat. Kenzoll Capital gibt an, bereits über 10 Millionen US-Dollar in Namibia investiert zu haben.

Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht zunächst die Wiederinbetriebnahme eines bedeutenden Arbeitgebers. Kenzoll betont, damit die Gemeinschaft und das Land unterstützen zu wollen. Über die Diamanten hinaus soll die Partnerschaft die Erkundung und den Abbau von Schwermineralsanden und kritischen Metallen auf den zuvor nicht erkundeten Bergbaulizenzen prüfen.

Die Details

Nach behördlichen Genehmigungen wird erwartet, dass die Investition 50 Millionen US-Dollar erreichen wird, während die Erkundung anderer Mineralien und deren Produktion stattfindet. Die Diamantenmine Sperrgebiet besitzt nach Angaben der Beteiligten einige der ältesten Diamantenlizenzen in Namibia. Das Sperrgebiet selbst ist ein eingeschränktes Gebiet, in dem Diamantenabbau nur unter besonderen Auflagen möglich ist.

CEO Corné Melissen von Kenzoll Capital begründet das Engagement mit der Geschichte des Standorts: „Elizabeth Bay war die meiste Zeit der letzten acht Jahre außer Betrieb, und wir sind entschlossen, den Bergbau wieder anzukurbeln, Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Wert in einer Region zu schaffen, die seit über einem Jahrhundert stark von Diamanten abhängt." Er ergänzt: „Diese Partnerschaft ist Teil unseres langfristigen Engagements und unserer Investitionen in Namibia, wobei Diamanten der Ausgangspunkt sind und kritische Mineralstoffe folgen."

Auch die Gegenseite verweist auf die strategische Bedeutung. „Die Diamantenmine Sperrgebiet hält ein strategisches Asset in einem Teil des Landes, der Investitionen benötigt. Das Eintreten eines bedeutenden Investors wie Kenzoll zur Unterstützung der Prioritäten der namibischen Regierung ist ein Zeichen für die Attraktivität Namibias als Bergbauregion", sagt Direktor Conan Mlunga der Diamantenmine Sperrgebiet. „Ihre Unterstützung von MSF und damit der Diamantenmine Sperrgebiet wird internationales Kapital und lokales Know-how kombinieren, um den Bergbau wieder in Gang zu bringen und Werte jenseits von Diamanten aufzubauen."

Der Schritt fällt in eine schwierige Phase für den namibischen Diamantensektor. Die Diamantexporte fielen vom Höchststand von 5,1 Milliarden Namibia-Dollar im vierten Quartal 2022 auf 1,7 Milliarden Namibia-Dollar im ersten Quartal 2025. Die Bank of Namibia warnte davor, dass sinkende Exporterlöse aus Diamanten eine große Bedrohung für das Wachstum darstellten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 16.09.2026 berichtete aktien.news, dass der namibische Bergbausektor einen deutlichen Aktivitätsschub verzeichnet. Damals startete Ongwe Minerals eine erste Bohrkampagne auf seinen Goldprospekten, während Unicorn Mineral Resources eine Mehrheitsbeteiligung an einem historischen Kupferprojekt erwarb. Die Entwicklungen unterstrichen den wachsenden Investitionsfluss in die Rohstoffvorkommen des südafrikanischen Landes.

Am 13.07.2026 meldete aktien.news, dass China die Zusammenarbeit mit Namibia in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Infrastruktur und Bergbau deutlich ausbauen will. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen von Gesprächen in Peking zwischen dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und der namibischen Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah. Damit sendete die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ein klares Signal ihrer Ambitionen auf dem afrikanischen Kontinent.

Auch regional tut sich einiges: Am 19.09.2026 berichtete aktien.news, dass Sambia und Botswana ihre Kupfer- und Batterielieferketten stärken. In Sambia schloss Vedantas Konkola Copper Mines ein Abkommen im Wert von 498 Millionen US-Dollar mit dem chinesischen Unternehmen NERIN Engineering über den Bau einer Kupferrückgewinnungsanlage. Am 09.06.2026 hatte aktien.news gemeldet, dass Lithium Africa eine 3.500-Meter-Bohrkampagne auf seinem Flaggschiffprojekt Springbok in der südafrikanischen Provinz Nordkap für Juli vorbereitet.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor allem ein Signal für die Attraktivität des südlichen Afrikas als Bergbauregion. Kenzoll Capital ist ein Private-Equity- und Spezialsituation-Investor, also ein Finanzinvestor, der in Unternehmen oder Projekte mit besonderen Situationen einsteigt. Solche Engagements sind in der Regel nicht börsengehandelt und damit für Privatanleger nicht direkt zugänglich.

Interessant ist die Verbindung von Diamanten und kritischen Metallen. Die Partnerschaft will ausdrücklich Schwermineralsande und kritische Metalle auf zuvor nicht erkundeten Lizenzen prüfen. Damit reiht sich das Projekt in einen breiteren Trend ein, den die jüngsten Berichte von aktien.news zeigen: Investitionen in Kupfer, Lithium und andere Rohstoffe für die Energiewende nehmen im südlichen Afrika zu.

Gleichzeitig bleibt der Diamantenmarkt unter Druck. Der Rückgang der namibischen Diamantexporte von 5,1 Milliarden auf 1,7 Milliarden Namibia-Dollar zwischen dem vierten Quartal 2022 und dem ersten Quartal 2025 zeigt, wie stark die Erlöse eingebrochen sind. Die Warnung der Bank of Namibia vor den Folgen für das Wachstum unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors. Anleger sollten beachten, dass es sich hier um ein nicht börsennotiertes Projekt handelt und keine direkte Investitionsmöglichkeit besteht.

Ausblick

Der weitere Verlauf hängt zunächst von den behördlichen Genehmigungen ab. Erst danach wird erwartet, dass die Investition 50 Millionen US-Dollar erreichen wird. Parallel dazu soll die Erkundung anderer Mineralien und deren Produktion anlaufen. Kenzoll Capital hat angekündigt, Diamanten als Ausgangspunkt zu betrachten, gefolgt von kritischen Mineralstoffen. Konkrete Termine für den Produktionsstart nennt die Mitteilung nicht.

Kurz erklärt

  • Private Equity: Beteiligungskapital, das Investoren in nicht börsennotierte Unternehmen oder Projekte einbringen.
  • Sperrgebiet: Ein eingeschränktes Gebiet in Namibia, in dem Diamantenabbau nur unter besonderen Auflagen erlaubt ist.
  • Karat: Gewichtseinheit für Diamanten und andere Edelsteine.
  • Schwermineralsande: Sandablagerungen, die wirtschaftlich nutzbare Mineralien enthalten.
  • Kritische Metalle: Rohstoffe, die für Technologie und Energiewende als besonders wichtig gelten.
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