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Kanadas Wirtschaft stagniert: August-BIP enttäuscht, September droht Rückgang

Das kanadische Bruttoinlandsprodukt blieb im August unverändert, während Analysten ein Plus von 0,2 Prozent erwartet hatten.

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Kanadas Wirtschaft stagniert: August-BIP enttäuscht, September droht Rückgang

Kanadas Wirtschaft ist im August den zweiten Monat in Folge nicht vorangekommen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb gegenüber Juli unverändert, wie das Statistikamt Statistics Canada am Freitag mitteilte. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Zuwachs von 0,2 % gerechnet – die tatsächlichen Zahlen enttäuschten damit deutlich.

Die wirtschaftliche Dynamik zeigt sich insgesamt schwach. Während der Dienstleistungssektor um 0,1 % schrumpfte, verzeichneten die güterproduzierenden Industrien ein leichtes Plus von 0,1 %. Belastend wirkte vor allem der Großhandel, der mit einem Rückgang von 1,4 % den größten negativen Beitrag leistete – insbesondere durch ein Minus von 4,4 % bei Kraftfahrzeugen und Teilen.

Schwache Dynamik im Detail

Auch die Öl- und Gasförderung sank um 1,2 %, was den dritten monatlichen Rückgang in Folge markiert, bedingt durch Wartungsarbeiten in den Ölsanden Albertas. Zudem verzeichnete der öffentliche Sektor, einschließlich Gesundheitswesen und Verwaltung, ein Minus von 0,2 %, was unter anderem auf den Auslauf von Arbeiten für die Volkszählung 2026 zurückzuführen ist.

Dem gegenüber standen positive Impulse aus dem Einzelhandel, der nach einem schwachen Juli um 1,2 % zulegte. Auch das verarbeitende Gewerbe wuchs um 0,3 % und markierte damit den fünften Anstieg innerhalb von sieben Monaten. Unterstützt wurde das Gesamtergebnis zudem durch den Transportsektor: Der Schienenverkehr verzeichnete das stärkste Plus seit März 2025, angetrieben durch eine Rekordweizenernte, während der Luftverkehr den vierten Monat in Folge wuchs.

Drittes Quartal unter den Erwartungen der Notenbank

Für das dritte Quartal deuten vorläufige Schätzungen auf ein moderates Wachstum von 0,3 % hin, was annualisiert 1,3 % entspricht. Dieser Wert liegt jedoch deutlich unter der Prognose der Bank of Canada, die von einem annualisierten Wachstum von 2 % ausgegangen war. Ein erster Ausblick auf den September lässt bereits einen Rückgang des BIP um 0,1 % erwarten, was die Sorgen über den mangelnden Schwung der Wirtschaft verstärkt. Analysten der CIBC merkten an, dass die Daten belegen, dass die Wirtschaft bereits vor der jüngsten Zinsentscheidung der Zentralbank mit fehlender Dynamik zu kämpfen hatte.

Zinsentscheidung und Marktreaktion

Die Bank of Canada hatte am Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben. Die Finanzmärkte gehen derzeit davon aus, dass die Zentralbank den Zins im Dezember unverändert lässt, für Januar jedoch eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,75 % einpreist. Am Devisenmarkt reagierte der kanadische Dollar mit einem Anstieg um 0,26 % auf 1,3951 CAD je US-Dollar, während die Renditen zweijähriger Staatsanleihen um 5 Basispunkte auf 2,618 % fielen.

Bedeutung für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in Kanada vor allem im Kontext der globalen Konjunktur und der Rohstoffmärkte relevant. Kanada zählt zu den wichtigsten Rohstoffexporteuren der Welt, und die schwache Öl- und Gasförderung sowie die gedämpfte Industriekonjunktur könnten auch die Nachfrage nach kanadischen Exportgütern belasten. Die offiziellen Daten für September sowie die endgültige BIP-Schätzung für das dritte Quartal werden am 30. November veröffentlicht – dann wird sich zeigen, ob die kanadische Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt oder ob die Stagnation anhält.

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