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Kanadas Einzelhandelsumsätze fallen im Juli um 0,7 Prozent

Der Rückgang fiel etwas milder aus als erwartet, doch die Schwäche war breit angelegt und nährt Sorgen um den kanadischen Konsum.

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Kanadas Einzelhandelsumsätze fallen im Juli um 0,7 Prozent

Die kanadischen Einzelhandelsumsätze sind im Juli stärker als erwartet gesunken. Laut Daten von Statistics Canada gingen die Umsätze um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück, nachdem sie im Juni noch um 0,6 Prozent gestiegen waren. Der Rückgang fiel damit etwas milder aus als der von Ökonomen erwartete Einbruch von 0,8 Prozent. Für Anleger liefern die Zahlen einen neuen Einblick in das Verhalten der kanadischen Verbraucher, während sie die Aussichten für Wirtschaftswachstum und Geldpolitik bewerten.

Die Einzelhandelsumsätze gelten als wichtiger Frühindikator für die Konsumausgaben, die einen erheblichen Anteil an der kanadischen Wirtschaft ausmachen. Entsprechend aufmerksam werden die monatlichen Daten verfolgt, um Hinweise auf die grundlegende wirtschaftliche Dynamik zu erhalten. Im Juni hatte sich der Konsum noch robust gezeigt: Die Umsätze stiegen um 0,6 Prozent und erreichten 74,3 Milliarden kanadische Dollar, wobei in sieben von neun Teilsektoren Zuwächse verzeichnet wurden. In Volumenbegriffen legten die Umsätze damals um 1,5 Prozent zu — ein Zeichen dafür, dass die Verbraucher vor dem Rückgang im Juli noch gewisse Resilienz gezeigt hatten.

Breit angelegte Schwäche in acht von neun Sektoren

Der Rückgang im Juli war breit angelegt: In acht von neun Teilsektoren sanken die Umsätze. Die Erlöse ohne Kraftfahrzeuge gingen ebenfalls um 0,7 Prozent zurück und fielen damit schlechter aus als der von Ökonomen erwartete Rückgang von 0,5 Prozent. Auch der Kernindikator von Statistics Canada, der Kraftfahrzeuge und Benzin ausschließt, fiel um 0,7 Prozent, nachdem er im Juni noch um 1,2 Prozent gestiegen war. In Volumenbegriffen — also bereinigt um Preiseffekte — fielen die Einzelhandelsumsätze sogar um 1,1 Prozent, was die Schwäche noch deutlicher macht.

Auf Ebene der Teilsektoren verzeichneten General-Merchandise-Händler einen Rückgang von 1,9 Prozent, während die kleidungsbezogenen Umsätze um 1,2 Prozent sanken. Händler für Kraftfahrzeuge und Ersatzteile lagen um 0,8 Prozent im Minus, einschließlich eines Rückgangs bei den Neuwagenverkäufen um 1,3 Prozent. Tankstellen und Kraftstoffanbieter meldeten einen Umsatzrückgang von 0,9 Prozent, während die E-Commerce-Umsätze um 3,5 Prozent einbrachen.

Regionale Unterschiede und erste Erholungssignale

Regional fielen die Umsätze in Ontario um 2,0 Prozent zurück, einschließlich eines Rückgangs in Toronto um 4,7 Prozent. In British Columbia sanken die Umsätze um 1,4 Prozent. Die Zahlen deuten damit auf einen schwächeren Konsumsektor hin.

Die Analysten der CIBC kommentierten die Entwicklung wie folgt: „Kanadische Konsumenten gaben im Juli vorsichtig aus, wodurch die Einzelhandelsumsätze um 0,7 Prozent niedriger lagen. Dennoch erwarten wir, dass sich diese Dynamik nicht fortsetzt, da die anhaltenden Handelsunsicherheiten voraussichtlich den freien Konsumausgaben in Zukunft belastend begegnen werden. Das bedeutet, dass die Bank of Canada die Zinssätze kurzfristig nicht anheben wird.“

Es gab jedoch erste Anzeichen für eine Erholung. Die Vorschätzung von Statistics Canada zeigte, dass die Einzelhandelsumsätze im August um 1,3 Prozent steigen könnten. Diese Schätzung ist allerdings vorläufig und basiert lediglich auf Antworten von 57,8 Prozent der befragten Unternehmen, was Spielraum für Anpassungen lässt. Eine anhaltende Abschwächung der Konsumausgaben könnte die Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Dynamik verstärken. Die vorläufige Erholung im August deutet jedoch darauf hin, dass der Rückgang im Juli möglicherweise nicht den Beginn einer längeren Rezession markiert.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Kanada vor allem deshalb relevant, weil der private Verbrauch als zentraler Treiber der dortigen Wirtschaft gilt und die Daten Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Bank of Canada geben können. Sollte sich die Schwäche im Konsum verfestigen, dürfte dies die Erwartungen an Zinssenkungen stützen — ein Szenario, das auch die globale Kapitalmarktstimmung beeinflussen kann.

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