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Kanadas BIP wächst im Februar – Rezession trotz US-Zöllen vermieden

Kanadas Wirtschaft legte im Februar um 0,2% zu und verzeichnete damit das vierte positive Wachstum in Folge.

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Kanadas BIP wächst im Februar – Rezession trotz US-Zöllen vermieden

Kanadas Wirtschaft ist im Februar 2026 um 0,2% gegenüber dem Vormonat gewachsen und hat damit die Erwartungen der Analysten erfüllt. Dies geht aus Daten hervor, die Statistics Canada am Donnerstag veröffentlichte. Es handelt sich bereits um das vierte positive BIP-Wachstum in Folge – nach einem moderaten Anstieg von 0,1% im Januar.

Haupttreiber des Wachstums waren erneut die güterproduzierende Industrien, die bereits im zweiten Monat in Folge das Wachstum anführten. Besonders stark zeigte sich das verarbeitende Gewerbe, das im Februar um 1,8% zulegte und damit den stärksten monatlichen Zuwachs seit Januar 2023 verzeichnete. Daneben trugen eine Erholung im Großhandel, im Transport- und Lagerwesen sowie Wachstum im Bergbau und in der Öl- und Gasförderung zur positiven Entwicklung bei.

Verarbeitendes Gewerbe als überraschend starker Wachstumsmotor

Bemerkenswert ist die Stärke des verarbeitenden Gewerbes, das in allen wichtigen Teilsektoren – darunter Transportausrüstung und Automobilbau – ein robustes Wachstum aufwies. Dieser Sektor gehört zu den am stärksten von US-Zöllen betroffenen Bereichen und befand sich seit dem vergangenen Jahr weitgehend im Abschwung. Der starke Februarwert ist daher ein positives Signal, auch wenn die strukturellen Belastungen durch die US-Handelspolitik bestehen bleiben.

Nicht alle Sektoren entwickelten sich positiv. Die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Jagd schrumpfte um 1,3%, das Baugewerbe verzeichnete eine Verlangsamung um 0,5%. Auch der öffentliche Sektor – bestehend aus Bildungsdienstleistungen, Gesundheitswesen, Sozialhilfe und öffentlicher Verwaltung – ging im Februar um 0,3% zurück. Die Bundesverwaltung schrumpfte dabei um 0,4%.

Annualisiertes Quartalswachstum von 1,7% erwartet

Laut Statistics Canada dürfte das auf das Jahr hochgerechnete BIP-Wachstum im ersten Quartal auf Basis der Industrieproduktion bei 1,7% liegen. Dieser Wert liegt leicht über der revidierten Schätzung der Bank of Canada, die für das erste Quartal ein annualisiertes Wachstum von 1,5% erwartet hatte. Für März geht Statistics Canada in einer Vorabschätzung von einem unveränderten monatlichen BIP aus.

Es ist wichtig zu beachten, dass die monatlichen BIP-Zahlen auf Basis der Produktion auf Branchenebene berechnet werden, während das vierteljährliche BIP anhand ausgabenbasierter Daten gemessen wird. Diese unterschiedlichen Methoden können zu abweichenden Wachstumsraten führen.

Zölle und geopolitische Unsicherheiten belasten weiterhin

Kanada ist es bislang gelungen, trotz der US-Zölle eine Rezession zu vermeiden. Dennoch geriet die Konjunktur ins Wanken, da wichtige Sektoren wie Stahl, Automobil und Holz unter erheblichem Druck standen. Ökonomen und politische Entscheidungsträger sehen die erfolgreiche Überprüfung und Fortführung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens als entscheidend an – es hat laut Einschätzungen über 85% der Wirtschaft vor US-Zöllen geschützt.

Die Bank of Canada wies zudem darauf hin, dass der Krieg im Iran eine weitere Quelle großer Unsicherheit darstelle. Während Kanada als Ölproduzent von höheren Ölpreisen profitiert, bleiben Verbraucher und Unternehmen weiterhin belastet. Die Kombination aus externen Handelsrisiken und geopolitischen Spannungen dürfte die wirtschaftliche Entwicklung Kanadas auch in den kommenden Monaten prägen.

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