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JPMorgan befördert Petno und Rohrbaugh: Nachfolgeplanung für Dimon beschleunigt

Die US-Großbank JPMorgan Chase rüstet sich für die Zeit nach Jamie Dimon und ernennt zwei Co-Präsidenten.

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JPMorgan befördert Petno und Rohrbaugh: Nachfolgeplanung für Dimon beschleunigt

Bei JPMorgan Chase (JPM) laufen die Vorbereitungen auf einen Führungswechsel auf Hochtouren. Der Vorstand der größten US-Bank hat Doug Petno und Troy Rohrbaugh zu Co-Präsidenten befördert und damit die Nachfolgeplanung für CEO Jamie Dimon beschleunigt. Der Schritt markiert eine wichtige Weichenstellung für das nächste Kapitel des Finanzgiganten.

Dimon steht seit Anfang 2006 an der Spitze von JPMorgan Chase. Sein Amtsantritt fiel nur kurz vor den Beginn der Großen Rezession, sodass er das Institut in seinen ersten Jahren durch eine äußerst schwierige Phase steuern musste. Nach rund zwei Jahrzehnten an der Spitze gilt er heute als eine der hochangesehensten Stimmen an der Wall Street.

Ein Gigant mit fast 900 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung

JPMorgan Chase ist längst keine lokale Bank mehr, sondern eines der größten Finanzunternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung liegt bei nahezu 900 Milliarden US-Dollar. Dimon steht damit am Steuer eines Flugzeugträgers, dessen Navigation mehr erfordert als nur eine einzelne Person. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat er ein Führungsteam zusammengestellt, das diese Aufgabe mitträgt.

Die gute Nachricht für Anleger: Es ist sehr wahrscheinlich, dass sein Nachfolger eine hochgradig erfolgreiche und kompetente Führungspersönlichkeit sein wird. Die schlechte Nachricht: Führungskräfte gelangen oft gerade wegen ihres hohen Ambitionsniveaus in ihre Positionen – und diese Ambition endet in der Regel nicht knapp unterhalb der CEO-Ebene. Damit zielt faktisch jeder von Dimons engsten Mitarbeitern darauf ab, ihn zu beerben.

Doch nur eine Person kann den Posten übernehmen. Bei JPMorgan Chase herrscht daher derzeit ein intensiver Wettbewerb um die Spitze. Dieser hat möglicherweise bereits seine erste „Kasualität" gefordert: Die hochrangige Executive Marianne Lake verließ das Unternehmen etwa zur gleichen Zeit, als Petno und Rohrbaugh zu Co-Präsidenten befördert wurden.

Zwar ist es möglich, dass Lake schlicht das Gefühl hatte, es sei Zeit weiterzugehen. Ebenso wahrscheinlich ist jedoch, dass sie nach der Nichtberücksichtigung für die Rolle des Co-Präsidenten erkannte, dass die CEO-Position für sie unerreichbar geworden war. Für deutsche Anleger, die in US-Finanzwerte investieren, ist das ein wichtiges Signal: Führungswechsel bei Großbanken können erhebliche Auswirkungen auf die künftige Strategie haben.

Der neue CEO darf sein Team selbst zusammenstellen

Es gilt als wahrscheinlich, dass entweder Petno oder Rohrbaugh die Spitzenposition der Bank antreten wird, sobald Dimon in den Ruhestand geht. Das bedeutet zugleich, dass die jeweils andere Person „verliert". Es ist davon auszugehen, dass der nicht ausgewählte Kandidat JPMorgan Chase ebenfalls verlassen wird. Selbst wenn also der neue CEO antritt, wird die Bank Top-Führungskräfte verlieren.

Die optimistische Sichtweise: Der neue CEO – unabhängig von seiner Identität – wird die Möglichkeit haben, die frei werdenden Positionen mit den von ihm gewünschten Personen zu besetzen. Die pessimistische Sichtweise: Der Verlust von Schlüsselkräften, ein sogenannter „Brain Drain", könnte die Leistung des Unternehmens beeinträchtigen. Spitzentalente könnten sich nach anderen Möglichkeiten umsehen, die bessere Aufstiegschancen bieten – oder bei denen sie angesichts ihrer Laufbahn bei JPMorgan Chase direkt in eine CEO-Rolle schlüpfen könnten.

Wettbewerb um Spitzenpositionen ist bei großen Wall-Street-Banken normal, daher ist das Geschehen bei JPMorgan Chase nicht überraschend. Anleger sollten sich jedoch darauf einstellen, dass viele neue Gesichter in der Führungsetage erscheinen werden, sobald der Nachfolger von Dimon schließlich offiziell bekannt gegeben wird. Bis dahin bleibt die Personalie Dimon der zentrale Faktor für die Ausrichtung der Bank – und die Co-Präsidenten Petno und Rohrbaugh rücken als mögliche Kronprinzen in den Fokus.

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