Japans langsamster Inflationsanstieg seit einem Jahr
Die mögliche Änderung der Geldpolitik und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft und Finanzmärkte

Japans Kerninflation hat im November dieses Jahres den langsamsten Anstieg seit über einem Jahr verzeichnet. Dies geht aus offiziellen Regierungsdaten hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Kernverbraucherpreise um lediglich 2,5 Prozent, was einen Rückgang im Vergleich zu den 2,9 Prozent im Oktober darstellt. Dieses Ergebnis entsprach weitgehend den Erwartungen des Marktes.
Experten deuten diesen langsameren Anstieg als ein Anzeichen dafür, dass der Kostendruck in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt allmählich nachlässt. In Japan war die Inflationsrate seit April des vorherigen Jahres stabil über der Zwei-Prozent-Marke geblieben. Dieser jüngste Rückgang des Inflationstrends könnte eine entscheidende Wendung in der Wirtschaftspolitik des Landes signalisieren.
Die Bank of Japan (BOJ) hat bisher ihre ultralockere Geldpolitik aufrechterhalten, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation anzufeuern. Allerdings sehen mehr als 80 Prozent der von der Nachrichtenagentur Reuters im November befragten Ökonomen voraus, dass die BOJ im nächsten Jahr ihre Negativzinspolitik aufgeben wird. Etwa die Hälfte von ihnen hält den April für den wahrscheinlichsten Zeitpunkt für diese Änderung, während einige sogar eine mögliche Politikänderung bereits im Januar erwarten.
Die Entscheidung der BOJ, ihre Geldpolitik zu lockern oder zu straffen, wird nicht nur in Japan, sondern auch international mit großem Interesse verfolgt. Eine Änderung in dieser Hinsicht könnte Auswirkungen auf die weltweiten Finanzmärkte haben und die Währungsrelationen beeinflussen. Darüber hinaus wird erwartet, dass eine mögliche Verschiebung in der Geldpolitik auch die japanische Wirtschaft und den Konsummarkt erheblich beeinflussen wird.
