Japans Inflation sinkt auf 2,1% – Reispreise bleiben Problem
Die Inflationsrate in Japan ist im Dezember auf 2,1 Prozent gefallen – der niedrigste Stand seit März 2022. Trotz der Entspannung bleiben die Reispreise nahe Rekordhoch und belasten die Bevölkerung vor den Neuwahlen am 8. Februar.

Japans Verbraucherpreise sind im Dezember 2025 deutlich langsamer gestiegen als in den Vormonaten. Die allgemeine Inflationsrate fiel von 2,9 Prozent im November auf 2,1 Prozent – den niedrigsten Wert seit März 2022. Dennoch liegt die Teuerung bereits im 45. Monat in Folge über dem Zwei-Prozent-Ziel der Bank of Japan.
Kerninflation entspricht Erwartungen
Die Kerninflationsrate, die volatile Preise für frische Lebensmittel ausklammert, betrug 2,4 Prozent. Dies entsprach den Analystenschätzungen und markierte den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Im November hatte die Kerninflation noch bei 3,0 Prozent gelegen. Die sogenannte Kern-Kern-Rate, die zusätzlich Energiepreise herausrechnet, sank von 3,0 auf 2,9 Prozent.
Reispreise belasten Haushalte weiterhin
Besonders problematisch bleiben die Reispreise in Japan. Obwohl die Reisinflation im Dezember mit 34,4 Prozent den siebten Rückgang in Folge verzeichnete, liegen die Preise weiterhin nahe Rekordniveau. Ein fünf Kilogramm schwerer Sack Reis kostete Anfang Januar durchschnittlich 4.267 Yen. Im Mai hatte die Reisinflation mit über 50 Prozent den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahrzehnten erreicht.
Die Reisknappheit und explodierenden Preise hatten bereits 2025 politische Konsequenzen: Der damalige Landwirtschaftsminister Taku Eto verlor sein Amt, und Ex-Premier Shigeru Ishiba übernahm persönlich die Verantwortung für die Preissenkung.
Politischer Druck vor Neuwahlen
Premierministerin Sanae Takaichi hat die Bekämpfung der Lebenshaltungskosten zur Priorität erklärt. Am Freitag löste sie das Unterhaus auf und setzte Neuwahlen für den 8. Februar an. Takaichi verspricht, die acht-prozentige Lebensmittelsteuer für zwei Jahre auszusetzen, um Haushalte zu entlasten. Ihre Regierung hatte bereits ein massives Konjunkturpaket über 135 Milliarden US-Dollar geschnürt, das unter anderem Subventionen für Strom- und Gasrechnungen umfasst.
Zentralbank bleibt abwartend
Die Bank of Japan beließ ihren Leitzins bei 0,75 Prozent und hob ihre Inflationsprognose für das Fiskaljahr 2026 leicht von 1,8 auf 1,9 Prozent an. Analysten von Capital Economics erwarten, dass die verlangsamten Importpreise durch den stärkeren Yen bereits im April eine Zinserhöhung ermöglichen könnten. Die Gesamtjahresinflation 2025 belief sich laut Regierungsdaten auf 3,2 Prozent.
