Iran-Krieg: Ökonomen senken Wachstumsprognosen für 2025 deutlich
Der Krieg im Iran zwingt führende Ökonomen, ihre Erwartungen für Inflation, Wachstum und Beschäftigung nach unten zu revidieren.

Der Krieg im Iran hinterlässt deutliche Spuren in den Wirtschaftsprognosen führender Ökonomen. Die jüngste Quartalsumfrage des Wall Street Journal zeigt: Der Expertenkonsens deutet auf eine höhere Inflation, ein langsameres kurzfristiges Wachstum und einen schwächeren Beschäftigungsaufbau hin. Die Ergebnisse spiegeln eine spürbare Verschlechterung der wirtschaftlichen Aussichten für den Rest des Jahres 2025 wider.
An der Umfrage, die vom 3. bis 9. April durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 68 Ökonomen. Ihre durchschnittlichen Prognosen bilden den Konsens, der als Grundlage für die Auswertung dient. Nicht alle Teilnehmer haben dabei jede Frage beantwortet, was bei einzelnen Kennzahlen zu leicht abweichenden Stichprobengrößen führt.
Drei Kernbotschaften der Ökonomen
Die Umfrageergebnisse lassen sich in drei zentrale Aussagen zusammenfassen:
Höhere Inflation
: Die Experten erwarten, dass der Preisauftrieb stärker ausfallen wird als bislang angenommen. -
Langsameres Wachstum
: Das kurzfristige Wirtschaftswachstum dürfte sich abschwächen. -
Schwächerer Jobaufbau
: Der Beschäftigungsaufbau wird voraussichtlich an Dynamik verlieren.
Diese Kombination aus steigenden Preisen und nachlassendem Wachstum erinnert an das wirtschaftliche Phänomen der Stagflation – eine Konstellation, die Notenbanken und Regierungen vor besondere geldpolitische Herausforderungen stellt.
Einordnung für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger sind solche US-Konjunkturprognosen von erheblicher Relevanz. Die Vereinigten Staaten sind nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt, und Verwerfungen dort strahlen regelmäßig auf die globalen Finanzmärkte aus. Eine höhere Inflation in den USA kann die US-Notenbank Federal Reserve dazu veranlassen, die Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau zu halten – mit entsprechenden Folgen für Anleiherenditen, Aktienbewertungen und den Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro.
Die WSJ-Quartalsumfrage gilt als eine der meistbeachteten Konjunkturerhebungen in den USA. Sie bündelt die Einschätzungen von Ökonomen aus Banken, Forschungsinstituten und Unternehmen und bietet damit einen breiten Querschnitt durch die Expertenmeinung. Der Vergleich zwischen den Konsens-Prognosen und den tatsächlich eingetretenen Ergebnissen ermöglicht zudem eine laufende Überprüfung der Vorhersagequalität.
Geopolitische Konflikte wie der Krieg im Iran haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie über Energiepreise, Lieferketten und das allgemeine Investitionsklima erheblichen Einfluss auf die Weltwirtschaft nehmen können. Die aktuelle Prognoserevision der befragten Ökonomen unterstreicht, dass dieser Konflikt bereits jetzt messbare Spuren in den Erwartungen hinterlässt – und dass die wirtschaftlichen Kosten des Krieges weit über die unmittelbar betroffene Region hinausreichen.
