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EZB-Protokoll: Währungshüter warnten im März vor verfrühter Zinserhöhung

Die EZB hielt im März den Leitzins bei 2% und mahnte zur Vorsicht vor voreiligen geldpolitischen Entscheidungen angesichts des Iran-Krieges.

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EZB-Protokoll: Währungshüter warnten im März vor verfrühter Zinserhöhung

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Sitzung vom 18. bis 19. März ihren Leitzins unverändert bei 2% belassen. Wie aus dem nun veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervorgeht, warnten die Währungshüter ausdrücklich davor, voreilig auf Basis ungünstiger Szenarien zu handeln. Auch für die aktuelle Sitzung im April deutet vieles darauf hin, dass die EZB den Zins erneut unverändert lassen wird.

Zentraler Streitpunkt war die Frage, ob der Iran-Krieg die Inflation in der Eurozone dauerhaft erhöhen könnte. Die Basisprognosen der EZB gingen zum Zeitpunkt der März-Sitzung davon aus, dass die Auswirkungen des Konflikts von kurzer Dauer sein würden. Gleichzeitig wurden diese Prognosen von ungünstigen und schwerwiegenden Szenarien begleitet, die einen stärkeren Anstieg der Energiepreise, größere Unsicherheit und internationale Spillover-Effekte berücksichtigten.

„Die eingehenden Daten könnten dann überwacht werden, um zu beurteilen, welches Szenario sich zu konkretisieren scheint, wodurch bei Bedarf ein schnelles geldpolitisches Handeln erleichtert würde", erklärte die EZB in ihrem Sitzungsbericht. Zugleich betonte sie: „Gleichzeitig war es wichtig, nicht vorzeitig auf der Grundlage ungünstiger oder schwerwiegender Szenarien zu handeln, es sei denn, die eingehenden Daten deuteten darauf hin, dass diese immer wahrscheinlicher würden."

Experten sehen „falkenhafte" Haltung ohne Eile

Carsten Brzeski, Global Head of Macro bei ING, ordnete das Protokoll klar ein: Die EZB habe eine „falkenhafte" Haltung eingenommen – also eine grundsätzliche Neigung zu Zinserhöhungen –, habe es jedoch „nicht eilig, zu reagieren". Diese Einschätzung deckt sich mit dem vorsichtigen Ton des Protokolls, das auf Datenabhängigkeit und Geduld setzt.

Die Währungshüter hofften, auf ihrer Folgesitzung am 29. und 30. April mehr Informationen über Dauer und Ausmaß des Krieges zu erhalten. Gleichzeitig räumten sie ein, dass es selbst dann noch zu früh sein könnte, um belastbare Schlussfolgerungen über die Inflationsauswirkungen zu ziehen. Die EZB bleibt damit in einem Modus erhöhter Beobachtung, ohne vorschnell zu handeln.

Als Schlüsselindikatoren, die die Notenbank genau beobachten will, nannte das Protokoll unter anderem:

  • Inflationserwartungen
  • Verkaufspreise
  • Unternehmensgewinne
  • Arbeitsmarktdaten
  • Kerninflationsraten
  • Störungen in den Lieferketten

„All dies würde helfen zu beurteilen, ob sich die Entwicklungen im Einklang mit dem Basisszenario oder einem der Szenarien bewegen, auch wenn es immer noch schwierig sein könnte zu beurteilen, ob eine Bedrohung für das Ziel der Preisstabilität besteht", so die EZB in ihrem Bericht.

Lagarde: Maßvoller Zinsschritt bei moderatem Überschreiten möglich

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich nach der März-Sitzung klar positioniert: Sollte die Inflation über einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert von 2% liegen, würde die Zentralbank entschlossen und beharrlich reagieren. Doch auch ein moderateres Überschreiten des Inflationsziels könnte laut Lagarde einen „maßvollen" Zinsschritt erforderlich machen.

Für deutsche Privatanleger und Sparer bedeutet dies: Die EZB bleibt wachsam, agiert aber datengetrieben und ohne Hektik. Solange die Inflationsentwicklung im Rahmen des Basisszenarios bleibt, ist kurzfristig keine aggressive Zinswende zu erwarten. Die Sitzung Ende April dürfte dennoch mit Spannung erwartet werden – insbesondere, wenn neue Daten zur Energiepreisentwicklung und den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges vorliegen.

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