Iran dementiert Delegation in Pakistan – Gespräche mit USA ausgesetzt
Teheran widerspricht Berichten über Verhandlungsteam in Islamabad und macht Washington für das Scheitern verantwortlich.

Der Iran hat Berichte über eine nach Pakistan entsandte Verhandlungsdelegation für Gespräche mit den USA offiziell dementiert. Die dem Staat nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim bezeichnete entsprechende Meldungen am Freitag als „völlig falsch". Teheran macht deutlich, dass die Gespräche vorerst auf Eis liegen.
Laut Tasnim bleiben die Verhandlungen so lange ausgesetzt, wie Washington seine Verpflichtungen im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand im Libanon nicht einhält. Auch die anhaltenden israelischen Angriffe nennt der Iran als Grund für die Gesprächspause. Die Botschaft aus Teheran ist damit unmissverständlich: Ohne konkrete Schritte der US-Seite gibt es keine Verhandlungen.
Diplomatischer Durchbruch unter pakistanischer Vermittlung
Das Dementi erfolgt nur wenige Tage nach einem scheinbaren diplomatischen Erfolg. Am 7. April hatten der Iran und die USA unter Vermittlung des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif einem zweiwöchigen Waffenstillstand zugestimmt. Die Einigung war nach wochenlangen Konflikten als bedeutender Durchbruch gewertet worden.
Islamabad erklärte am 8. April, dass die Waffenruhe auf breiter Basis gelten würde – ausdrücklich einschließlich des Libanon. Pakistan hatte beide Seiten zu weiteren Verhandlungen eingeladen, die ursprünglich für den 10. April geplant waren. Die Hoffnungen auf eine rasche Fortsetzung des Dialogs haben sich damit vorerst zerschlagen.
Widersprüchliche Signale aus Teheran
Besonders auffällig ist ein Vorfall rund um den iranischen Botschafter in Pakistan, Reza Amiri Moghadam. Dieser soll auf der Plattform X einen Beitrag veröffentlicht haben, in dem er die Ankunft einer iranischen Delegation in Islamabad ankündigte – im Vorfeld der für das Wochenende geplanten Gespräche mit US-Vertretern. Dieser Beitrag wurde offenbar anschließend wieder gelöscht.
Der gelöschte Post des Botschafters steht in direktem Widerspruch zum offiziellen Dementi Teherans und sorgt für Verwirrung über den tatsächlichen Stand der Diplomatie. Ob es sich um einen Kommunikationsfehler oder einen bewussten Rückzieher handelt, bleibt unklar.
Die anhaltenden Feindseligkeiten im Libanon stellen die Stabilität des vereinbarten Waffenstillstands grundsätzlich in Frage. Für Anleger und Marktbeobachter bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten damit weiterhin ein zentraler Unsicherheitsfaktor, der die Energiemärkte und die regionale Stabilität beeinflusst.
