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Investoren hoffen auf Aufschwung in Syrien

US-Sanktionen gelockert, erste Großprojekte und politische Spannungen begleiten den Neuanfang

2 Min
 Investoren hoffen auf Aufschwung in Syrien

Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, die langjährigen Sanktionen gegen Syrien aufzuheben, hat eine Welle von Investitionsinteresse ausgelöst. Sowohl Exil-Syrer als auch Unternehmer aus benachbarten Staaten wittern Chancen im Wiederaufbau des von einem jahrelangen Bürgerkrieg gezeichneten Landes. Die syrische Regierung begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Finanzminister Yisr Barnieh erklärte, Syrien sei ein Land voller Möglichkeiten und rief internationale Investoren auf, sich zu engagieren.

Die Lockerung der Sanktionen wurde von US-Außenminister Marco Rubio in Aussicht gestellt. Nach einem Treffen mit dem neuen syrischen Außenminister kündigte Rubio an, dass erste Ausnahmeregelungen geplant seien, um ausländischen Partnern Hilfeleistungen ohne Sanktionen zu ermöglichen. Dabei sollen auch Maßnahmen des sogenannten „Caesar Act“ ausgesetzt werden, eines der umfassendsten Sanktionsprogramme der USA gegen Syrien. Wie rasch sich die Sanktionserleichterungen auswirken werden, bleibt unklar. Experten wie der syrische Ökonom Karam Schaar mahnen zur Geduld.

In der Praxis zeigen sich bereits erste Investitionen. Die Regierung in Damaskus hat mit dem Hafenbetreiber DP World aus Dubai eine Absichtserklärung zur Entwicklung des Hafens in Tartous unterzeichnet. Diese Vereinbarung im Wert von 800 Millionen US-Dollar umfasst den Ausbau eines Mehrzweckterminals sowie die Einrichtung von Industrie- und Freihandelszonen. Auch syrische Unternehmer im Ausland wie der Milliardär Ghassan Aboud kündigten Investitionen an. Er will mit seinem Engagement zur Erholung des Landes beitragen und sieht zugleich wirtschaftliche Chancen.

Ein weiteres Beispiel ist der libanesische Geschäftsmann Imad al-Khatib, der in Damaskus den Bau einer Abfall-Sortieranlage mit einem Volumen von 200 Millionen Dollar vorbereitet. Laut Finanzminister Barnieh haben sich bereits Interessenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Saudi-Arabien gemeldet. Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa betonte in einer Ansprache, dass Syrien ein offenes Land für Investitionen werden solle und strebt nationale Einheit an.

Die wirtschaftliche Lage Syriens bleibt dennoch schwierig. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 2010 mehr als halbiert. Frühere Oppositionsgruppen haben ihre Waffen bislang nicht vollständig niedergelegt, und auch Spannungen mit Anhängern des gestürzten Präsidenten Assad halten an. Minderheiten befürchten Diskriminierung. Inmitten dieser Herausforderungen setzt al-Scharaa nun auf eine marktwirtschaftlich orientierte Neuausrichtung des Landes.

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