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Innenarchitektin Beata Heuman über Geschmack, Kunst und ihre schwedischen Wurzeln

Die schwedische Design-Expertin verrät, welche Sammlerstücke, Rituale und Menschen ihren Stil geprägt haben.

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Innenarchitektin Beata Heuman über Geschmack, Kunst und ihre schwedischen Wurzeln

Die schwedische Innenarchitektin Beata Heuman hat in einem ausführlichen Interview mit der Financial Times Einblicke in ihren persönlichen Geschmack, ihre Kunstsammlung und ihre Kindheit in Schweden gegeben. Das Gespräch, das im Rahmen des wöchentlichen Newsletters von FT-Herausgeberin Roula Khalaf erschienen ist, beleuchtet die Vorlieben der Designerin von Kleidung über Kunst bis hin zum Wohnen. Als ihr persönliches Stilmerkmal bezeichnet Heuman einen gelben Cord-Bodysuit der Marke Bodes, den sie vor rund sechs oder sieben Jahren bei ihrem ersten New-York-Aufenthalt kaufte.

Kunst als Leidenschaft und Lebensweg

Heuman liebt es, Kunst zu sammeln – besonders Werke des britischen Künstlers des 20. Jahrhunderts, Ruskin Spear. Zuletzt erwarb sie bei Chiswick Auctions das Gemälde „Night Out For Muriel“, das eine Rentnerin in einer lokalen Kneipe unter einem Guinness-Poster zeigt. Spear lebte einst in Hammersmith, wo auch Heuman heute wohnt. Ein weiteres Werk des Künstlers, „Strawberry Mousse“, wurde zu Ostern für 32.000 Pfund versteigert – ein Betrag, der ihre Entschlossenheit nur verstärkte. „Wir bauen eine Ruskin-Spear-Sammlung auf“, so Heuman.

Ein besonderes Porträt veränderte ihren Lebensweg: Patrik Graham malte ihre Mutter, während dieser die Charles H Cecil Studios Kunstschule in Florenz besuchte. Ihre Schwester ging später ebenfalls dorthin. Über dieses Umfeld knüpfte Heuman britische Kontakte und zog schließlich nach London. „Hätte es das Porträt nicht gegeben, denke ich, wäre ich nie Innenarchitektin geworden. Es änderte den Lauf meines Lebens komplett“, sagt sie.

Prägende Jahre bei Nicky Haslam

Als ihr Style-Icon nennt Heuman Nicky Haslam, für den sie neun Jahre arbeitete – zunächst als Empfangsdame, später als Design-Assistentin. Sie schätzt seine Furchtlosigkeit: „Vor nichts schreckte er zurück.“ Zur Illustration erzählt sie von einem falschen Schnurrbart auf der Oberlippe oder einer Mütze mit eingenähter Perücke. Haslam sei zudem großzügig gewesen und habe sich über neue Begegnungen gefreut, unabhängig vom Alter.

Ein Überbleibsel aus dieser Zeit ist das Maßband der Marke Stabila, das sie stets in der Handtasche trägt. „Er hat mich vielleicht zweimal geschimpft und eines dieser Male war, als ich kein Maßband hatte“, erinnert sie sich.

Zwischen Schweden und London

Der Ort, der ihr viel bedeutet, ist der Bauernhof im Süden Schwedens, auf dem sie aufwuchs. Ihr Urgroßvater kaufte ihn 1944, dann erbte ihn ihr Vater, und heute hat sie dort ein eigenes Haus. Sie fährt mit ihrer Familie während langer Schulferien dorthin und lebt dort nur etwa 5 Millionen Meter von ihren Eltern entfernt – „was fantastisch ist, aber auch ziemlich intensiv“. Mit 21 zog sie nach London. „Ich sehe mich selbst sehr stark als Schwedin, obwohl ich in vielerlei Hinsicht nicht eine bin“, sagt Heuman.

Gelesen hat sie zuletzt „Francis Bacon: Studies for a Portrait“ von Michael Peppiatt, eine Essaysammlung über den Künstler. Das Buch kaufte sie nach einem Besuch der großen Bacon-Ausstellung in der National Portrait Gallery im Jahr 2025. Bacon faszinierte sie, weil er „völlig wild, hedonistisch und verrückt“ war, aber dennoch morgens gegen acht oder neun Uhr im Atelier stand.

Wohnen, Wirtschaft und Alltag

In ihrem eigenen Zuhause ist das Esszimmer ihr liebster Raum – dort hängen ein Andie-Dinkin-Gemälde über dem Kamin, das Florence-Houston-Jelly-Werk und ein Bild von Henry Hudson. Das Werk von Henry Hudson ersteigerte sie bei einer Auktion bei Bonhams, als Nicky Haslam sein Landhaus verließ.

Beruflich hält Heuman ihr Geschäft bewusst klein: fünf oder sechs Projekte gleichzeitig, ausgewählt nach Vielfalt und Standort. Der Produktverkauf macht inzwischen den größten Teil des Geschäfts aus, wobei Amerika mit knapp unter 60 Prozent der größte Markt ist. Ihre besten Ideen entstehen „wenn ich nicht gestresst bin“.

Für ihr Privatleben schätzt sie luxuriöse Bettwäsche von Vilax und Minotti sowie die schwedische Marke Calida. Ihre Gesichtspflege bezieht sie über die Gesichtsbehandlerin Jacqueline Parker und das Programm Zo Skin Health. Injektionen lehnt sie klar ab. „Ich bin recht bestimmt darin, nichts in mein Gesicht injizieren zu lassen“, betont sie.

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