Inflation im März: Kraftstoffe und Heizöl treiben Preise stark an
Energiepreise heizen die Inflation an: Im März stiegen die Verbraucherpreise um 2,7 Prozent – der stärkste Anstieg seit zwei Jahren.

Die Inflation in Deutschland hat im März 2026 deutlich angezogen. Das Statistische Bundesamt bestätigte einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Haupttreiber dieser Entwicklung waren massive Preissprünge bei Energieprodukten.
Energieprodukte insgesamt verteuerten sich im März um 7,2 Prozent. Das war der erste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023 – und er fiel gleich kräftig aus. Besonders Kraftstoffe und Heizöl schlugen zu Buche.
Krieg im Iran als Preistreiber
Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, machte die geopolitische Lage für die Preisentwicklung verantwortlich: „Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert." Die Wiesbadener Statistiker ergänzten, dass die deutlichen Preissprünge „maßgeblich aus den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und der dadurch ausgelösten Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt" resultierten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kraftstoffe verteuerten sich im März um 20,0 Prozent. Noch drastischer fiel der Anstieg bei leichtem Heizöl aus – hier explodierten die Preise um 44,4 Prozent im Jahresvergleich. Für Privatanleger, die in Energieunternehmen oder Rohstoff-ETFs investiert sind, unterstreicht diese Entwicklung die enge Verbindung zwischen geopolitischen Ereignissen und Energiemärkten.
Trotz dieser extremen Ausschläge bei Kraftstoffen und Heizöl blieb Haushaltsenergie insgesamt günstiger als vor einem Jahr. Im März 2026 lagen die Preise für Haushaltsenergie um 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Strom, Erdgas und Fernwärme wurden günstiger – unter anderem dank staatlicher Maßnahmen wie reduzierten Übertragungsnetzentgelten und der Abschaffung der Gasspeicherumlage, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten waren.
Lebensmittel: Schokolade und Eier deutlich teurer
Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisauftrieb mit einem Plus von 0,9 Prozent im Jahresvergleich vergleichsweise moderat aus. Dennoch gab es auch hier spürbare Ausreißer nach oben. Schokolade verteuerte sich um 9,6 Prozent, Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren stiegen um 6,1 Prozent. Eier kosteten 14,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Auch Obst (+4,7 Prozent), frisches Gemüse (+3,8 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (+3,6 Prozent) wurden spürbar teurer. Auf der anderen Seite gab es bei einigen Lebensmitteln deutliche Entlastungen: Butter verbilligte sich um 29,1 Prozent, Speisefette und -öle insgesamt um 17,6 Prozent. Olivenöl war 11,8 Prozent günstiger, Molkereiprodukte kosteten 5,4 Prozent weniger.
Kerninflation bleibt stabil
Für Anleger und Ökonomen besonders relevant ist die sogenannte Kerninflation, die volatile Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausrechnet. Diese verharrte wie schon seit Jahresbeginn bei 2,5 Prozent. Ohne Energie lag die Inflationsrate im März bei 2,3 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe bei 2,0 Prozent.
Die stabile Kerninflation signalisiert, dass der Preisdruck abseits der Energiemärkte vorerst beherrschbar bleibt. Für Privatanleger bedeutet das: Die aktuelle Inflationsdynamik wird maßgeblich von externen Schocks – insbesondere dem Konflikt im Nahen Osten – getrieben und weniger von einer breit angelegten Überhitzung der Binnenwirtschaft.
