Indiens Dienstleistungssektor wächst langsamer – Kostendruck steigt stark
Der indische Dienstleistungs-PMI sank im Februar auf 58,1 Punkte, während Betriebskosten so stark stiegen wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Indiens Dienstleistungssektor hat im Februar an Schwung verloren. Der von S&P Global erhobene HSBC India Services Purchasing Managers' Index (PMI) fiel von 58,4 Punkten im Januar auf 58,1 Punkte – und blieb damit auch hinter der vorläufigen Schätzung von 58,4 zurück. Trotz der Verlangsamung signalisiert der Wert deutlich Wachstum, da die Marke von 50 Punkten die Grenze zwischen Expansion und Kontraktion markiert.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor war das Neugeschäft, das so langsam wie seit Januar 2024 nicht mehr zunahm. Verschärfter Wettbewerb unter den Dienstleistern dämpfte die Nachfrage, obwohl viele Unternehmen ihre Marketingaktivitäten intensivierten. Positiv stach hingegen das Auslandsgeschäft hervor: Die Nachfrage aus dem Ausland wuchs so kräftig wie zuletzt im August.
Kostendruck auf höchstem Stand seit zweieinhalb Jahren
Besonders auffällig war der gestiegene Kostendruck. Die Betriebskosten stiegen so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr, getrieben durch höhere Lebensmittel-, Energie- und Arbeitskosten. Die Unternehmen gaben einen Großteil dieser Belastung an ihre Kunden weiter: Die Verkaufspreise legten so schnell wie seit sechs Monaten nicht mehr zu.
Dieser Trend spiegelt sich auch in den jüngsten Inflationsdaten Indiens wider. Die erste Veröffentlichung im Rahmen einer revidierten Datenreihe zeigte eine Beschleunigung der Inflation auf 2,75 Prozent im Januar – und damit die Rückkehr in das Zielband der indischen Zentralbank von zwei bis sechs Prozent nach fünf Monaten darunter. Die neue Datenreihe berücksichtigt veränderte Konsummuster mit angepasster Gewichtung von Nahrungsmitteln und Wohnen sowie einem aktualisierten Basisjahr 2024.
Beschäftigung und Geschäftsklima zeigen positive Signale
Erfreulich entwickelte sich die Beschäftigung im Dienstleistungssektor: Die Neueinstellungen beschleunigten sich im Februar gegenüber Januar und wuchsen damit den zweiten Monat in Folge. Die Unternehmen bauten Kapazitäten auf, um aktuelle und künftige Betriebsanforderungen zu erfüllen.
Das Geschäftsklima kletterte auf ein Einjahreshoch, da die Unternehmen steigende Nachfrage und Vorteile aus Marketinginitiativen erwarten. Der zusammengesetzte PMI – der sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch den Dienstleistungssektor umfasst – stieg im Februar von 58,4 auf 58,9 Punkte und markierte damit das stärkste Wachstum des indischen Privatsektors seit drei Monaten. Für internationale Anleger bleibt Indien damit trotz kurzfristiger Bremsfaktoren eines der dynamischsten Schwellenländer weltweit.
