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Indien erwägt Verschiebung der UPI-Gebühren: Rückschlag für Paytm und MobiKwik

Geplante Merchant Discount Rate für UPI-Transaktionen könnte auf Anfang 2027 verschoben werden – Aktien der Zahlungsdienstleister brechen ein.

• 2 Min
Indien erwägt Verschiebung der UPI-Gebühren: Rückschlag für Paytm und MobiKwik

Indien plant Berichten zufolge, die Einführung einer Merchant Discount Rate (MDR) für bestimmte Transaktionen über das Unified Payments Interface (UPI) zu verschieben. Wie der Sender CNBC-TV18 berichtet, wird derzeit geprüft, den ursprünglich für den 15. Oktober vorgesehenen Start auf Anfang 2027 zu vertagen. Eine offizielle Entscheidung der National Payments Corporation of India (NPCI) und des Finanzministeriums wird in den kommenden Tagen erwartet.

Für deutsche Anleger ist wichtig zu verstehen, was hinter diesen Begriffen steht: Das UPI ist Indiens staatlich gefördertes Instant-Payment-System, über das Millionen Menschen täglich per Smartphone bezahlen. Die MDR ist eine Gebühr, die Händler für die Annahme digitaler Zahlungen an die Zahlungsdienstleister abführen müssen. Bislang funktionierte das UPI-Ökosystem weitgehend nach einem Null-Gebühren-Modell – eine Besonderheit, die das System so schnell wachsen ließ.

Die geplante Gebührenstruktur im Detail

Die geplante Gebührenstruktur sieht eine MDR von 0,4 % für Transaktionen zwischen Privatpersonen und Händlern (P2M) vor, sofern der Betrag 2.000 Rupien übersteigt. Für Transaktionen ab 75.000 Rupien ist eine Obergrenze von 300 Rupien vorgesehen, während für ausgewählte Kategorien eine Pauschalgebühr von 5 Rupien gelten soll. Diese Maßnahme würde einen signifikanten Wandel im indischen UPI-Ökosystem bedeuten, das bisher weitgehend auf einem Null-Gebühren-Modell basierte.

Der Hintergrund für die mögliche Verschiebung sind wachsende Bedenken von Branchenverbänden und Händlern. Diese warnen davor, dass die Einführung zusätzlicher Transaktionskosten ausgerechnet während der umsatzstarken Feiertagssaison kleine Einzelhändler sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) übermäßig belasten könnte. Industrievertreter hatten bereits zuvor eine Verschiebung, höhere Freigrenzen sowie eine schrittweise Einführung gefordert.

Herber Rückschlag für Paytm und MobiKwik

Für die Zahlungsdienstleister One 97 Communications (Paytm) und One MobiKwik Systems stellt die Verzögerung einen herben Rückschlag dar. Die Aussicht auf eine neue Einnahmequelle hatte die Aktienkurse beider Unternehmen in den vergangenen Wochen beflügelt. Nach Bekanntwerden der Nachrichten reagierte der Markt jedoch unmittelbar: Die Aktien von Paytm und MobiKwik verzeichneten deutliche Verluste von über 5 % bis 7 % und entwickelten sich damit deutlich schwächer als der breite Markt (Nifty 50).

Die CFO von MobiKwik betonte im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2027, dass Wallet-Transaktionen über UPI die Einnahmen aus den eigenen Wallets kannibalisieren. Sie bezeichnete das UPI-Geschäft auf der Verbraucherseite zudem als Bereich ohne klare Monetarisierungsmöglichkeiten und wies darauf hin, dass die Einführung der MDR seitens der NPCI immer wieder hinausgezögert werde.

Die Aussage der Managerin macht das grundlegende Dilemma der Branche deutlich: Die Zahlungsdienstleister tragen die Kosten für den Betrieb ihrer UPI-Plattformen, konnten aber bislang kaum direkte Erlöse daraus ziehen. Die MDR galt deshalb als entscheidender Hebel, um das UPI-Geschäft für die Anbieter profitabel zu machen. Solange diese Gebühr ausbleibt, fehlt den Unternehmen ein wichtiger Baustein ihrer Ertragsrechnung.

Anleger beobachten nun gespannt, ob die NPCI oder das Finanzministerium zeitnah ein neues Datum bestätigen und ob die Unternehmen ihre Umsatzprognosen aufgrund der verzögerten Monetarisierung anpassen werden. Bis dahin bleibt die Lage für Paytm und MobiKwik von Unsicherheit geprägt – ein Umfeld, das die zuletzt optimistischen Kurse schnell wieder relativieren kann.

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