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Indien erklärt erste Phase des US-Handelsabkommens für abgeschlossen

Handelssekretär Rajesh Agrawal zufolge laufen die rechtlichen Arbeiten am Abkommen bereits, Indien strebt bevorzugten Marktzugang an.

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Indien erklärt erste Phase des US-Handelsabkommens für abgeschlossen

Die erste Phase eines Handelsabkommens zwischen Indien und den Vereinigten Staaten ist abgeschlossen und befindet sich derzeit in der rechtlichen Ausarbeitung. Das teilte der indische Handelssekretär Rajesh Agrawal am Donnerstag in Neu-Delhi mit. Die Verhandlungen mit Washington verliefen in die richtige Richtung, und die rechtlichen Arbeiten an dem Abkommen seien bereits im Gange.

"Wir gehen davon aus, das Handelsabkommen so schnell wie möglich zu schließen und zu unterzeichnen", sagte Agrawal bei einer Medienbesprechung zu Handelsdaten. Zugleich machte der Handelssekretär deutlich, welche Ziele Indien mit dem Abkommen verfolgt: Neu-Delhi strebe unter dem vorgeschlagenen Vertragswerk bevorzugten Marktzugang sowie eine höhere Zollstabilität an. Damit sollen indische Exporteure planbarere Bedingungen auf dem US-Markt erhalten.

Rubio reist nach Indien und Usbekistan

Parallel zu den laufenden Verhandlungen wird US-Außenminister Marco Rubio vom 17. bis 22. Oktober Indien und Usbekistan besuchen. Geplant sind Treffen mit Regierungs- und Wirtschaftsführern, bei denen über Energiekooperation, kommerzielle Investitionen und breitere wirtschaftliche Verbindungen diskutiert werden soll. Der Besuch unterstreicht die Bedeutung, die Washington den wirtschaftlichen Beziehungen zu Südasien beimisst.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern relevant, als Indien zu den großen Schwellenländern zählt und ein Handelsabkommen mit den USA die Rahmenbedingungen für indische Unternehmen und damit auch für Engagements an den dortigen Kapitalmärkten beeinflussen kann. Zollstabilität und bevorzugter Marktzugang gelten als zentrale Faktoren für die Exportwirtschaft des Landes.

Skepsis gegenüber den US-Motiven

Nicht alle Beobachter bewerten die Annäherung unkritisch. "Die Entscheidung der USA, russischen Diesel zu kaufen, hat die Hoffnung geweckt, dass Indien Zölle auf seine russischen Ölkäufe vermeiden kann. Dennoch könnten die USA die Androhung solcher Abgaben nutzen, um Neu-Delhi zu einem ungleichen Handelsabkommen zu drängen", sagte Ajay Srivastava von der Global Trade Research Initiative. Der Experte verweist damit auf die Möglichkeit, dass Washington wirtschaftlichen Druck als Verhandlungshebel einsetzt.

Die Beziehungen zwischen den USA und Indien waren im vergangenen Jahr aufgrund verschiedener Themen angespannt. Dazu zählte die wiederholte Behauptung von Präsident Donald Trump, einen Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan vermittelt zu haben. Zudem sorgte ein US-Militärangriff auf ein Schiff vor der Küste Omans für Belastungen, bei dem drei indische Seeleute getötet wurden.

Die nun abgeschlossene erste Verhandlungsphase und der bevorstehende Besuch Rubios deuten darauf hin, dass beide Seiten die wirtschaftliche Zusammenarbeit vorantreiben wollen. Ob das Abkommen tatsächlich zügig unterzeichnet wird und welche konkreten Zollerleichterungen Indien erhält, bleibt jedoch offen. Die rechtliche Ausarbeitung gilt als entscheidender nächster Schritt, bevor ein Abschluss möglich ist.

Für die Märkte dürfte vor allem entscheidend sein, ob sich die angestrebte Zollstabilität tatsächlich einstellt und wie die USA ihre Handelspolitik gegenüber Indien ausgestalten. Beobachter werden den weiteren Verlauf der Gespräche sowie die Ergebnisse des Rubio-Besuchs genau verfolgen.

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