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Indexgebundene Rentenversicherungen: Wie Private Credit von Sparern profitiert

Ein unscheinbares Versicherungsprodukt finanziert seit Jahren den Aufstieg von Private-Credit-Giganten wie Apollo und Brookfield.

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Indexgebundene Rentenversicherungen: Wie Private Credit von Sparern profitiert

Als Sabrina Elliott eine Erbschaft erhielt, investierte ihr Schwiegersohn Carlos Dias 40.000 US-Dollar in eine indexgebundene Rentenversicherung. Das Produkt versprach Renditen, die an die Marktentwicklung gekoppelt sind – ohne Verlustrisiko. Im Gegenzug musste Elliott eine Bindungsfrist von 12 Jahren akzeptieren.

Der entscheidende Haken: Der Versicherer Aviva konnte den Anteil an den Marktgewinnen, den Elliott erhielt, regelmäßig senken. Genau das geschah zweimal, nachdem Aviva vom Versicherer Athene übernommen worden war – einem Unternehmen, das vom Private-Asset-Riesen Apollo Global Management unterstützt wird. Als die Police Ende 2023 auslief, betrug Elliotts annualisierte Rendite lediglich 3,7 Prozent.

„Das ist einer der Nachteile von indexgebundenen Rentenversicherungen", erklärte Dias, der als Finanzberater in der Nähe von Orlando, Florida, tätig ist. „Versicherungsgesellschaften können den Betrag, der aus dem jeweiligen Index bezogen wird, jedes Jahr oder alle zwei Jahre ändern."

Wie Private-Credit-Riesen von Spargeldern profitieren

Das Beispiel von Sabrina Elliott steht stellvertretend für ein weit verbreitetes Phänomen. Verwalter privater Vermögenswerte zapfen bereits seit geraumer Zeit die Ersparnisse amerikanischer Haushalte über indexgebundene Rentenversicherungen ab. Diese Produkte haben im letzten Jahrzehnt massiv an Popularität gewonnen. Das eingesammelte Kapital dient dabei als Finanzierungsquelle für die private Kreditvergabe an risikoreiche Unternehmen – ein Geschäft, das für die Anbieter äußerst lukrativ ist.

Für deutsche Anleger ist dieses Modell aufschlussreich: Ähnlich wie bei manchen kapitalbildenden Lebensversicherungen in Deutschland werden die Ersparnisse der Versicherungsnehmer genutzt, um Investitionen zu finanzieren, die dem Versicherer – und seinen Eigentümern – hohe Renditen einbringen. Der Versicherungsnehmer selbst erhält dabei oft nur einen Bruchteil der tatsächlich erwirtschafteten Gewinne.

Wall-Street-Giganten wie Apollo und Brookfield suchen nun nach weiteren Wegen, um die gewaltigen Summen auf amerikanischen 401(k)-Vorsorgekonten anzuzapfen. Sie bewerben ihre alternativen Anlagen als zusätzlichen Baustein für den Aufbau der Altersvorsorge. Das Modell der indexgebundenen Rentenversicherungen zeigt jedoch, welche Risiken für Sparer dabei entstehen können.

Ermittlungen trüben das Bild der Branche

Die Rentenversicherungsbranche erhielt zuletzt einen empfindlichen Dämpfer. Delaware Life, ein Versicherer unter der Kontrolle von Mark Walter – dem Eigentümer der Baseball-Mannschaft Los Angeles Dodgers – offenbarte, dass gegen das Unternehmen auf Bundesebene ermittelt wird. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll Kredite an andere in seinem Besitz befindliche Einheiten nicht ordnungsgemäß gemeldet haben.

Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die Verflechtungen zwischen Versicherungsunternehmen und privaten Vermögensverwaltern. Die Branche steht damit unter wachsendem regulatorischem Druck, während gleichzeitig das Interesse der großen Private-Credit-Häuser an den Ersparnissen von Millionen amerikanischer Haushalte ungebrochen ist.

Für Verbraucher – ob in den USA oder in Deutschland – unterstreicht die Geschichte von Sabrina Elliott eine wichtige Lektion: Produkte, die Marktrenditen ohne Verlustrisiko versprechen, sind selten so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Die Flexibilität der Anbieter, die Konditionen einseitig zu ändern, kann die tatsächliche Rendite erheblich schmälern.

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