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ETF-Diversifizierung: Warum viele Portfolios konzentrierter sind als gedacht

Wer mehrere ETFs hält, glaubt oft, gut diversifiziert zu sein – doch beliebte Fonds überschneiden sich massiv bei denselben Megacap-Technologieaktien.

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ETF-Diversifizierung: Warum viele Portfolios konzentrierter sind als gedacht

Viele Anleger setzen auf mehrere ETFs, um ihr Portfolio breit aufzustellen. Doch die vermeintliche Diversifizierung ist oft eine Illusion. Der US-Aktienmarkt ist heute so konzentriert wie nie zuvor – und das spiegelt sich direkt in den beliebtesten Indexfonds wider.

Ein Blick auf den Vanguard S&P 500 ETF (VOO) zeigt das Problem deutlich: 38 % seines Vermögens stecken in Technologieaktien, und 37 % entfallen auf die zehn größten Positionen des Index. Obwohl der Fonds hunderte von Aktien hält, hängt seine Wertentwicklung damit stark von weniger als zehn Unternehmen ab.

Beliebte Wachstums-ETFs verstärken das Klumpenrisiko

Anleger neigen dazu, in das zu investieren, was zuletzt gut gelaufen ist. In den vergangenen Jahren bedeutete das häufig den Kauf von Fonds wie dem Vanguard Growth ETF (VUG) oder dem Vanguard Information Technology ETF (VGT). Doch wer unter die Haube schaut, erkennt schnell: Diese Fonds bieten kaum zusätzliche Streuung.

Der Vanguard Growth ETF investiert 80 % seines Vermögens in Technologie. Neun seiner zehn größten Positionen sind identisch mit denen des S&P 500, und 63 % des Fondsvermögens konzentrieren sich auf die Top-10-Positionen. Der Vanguard Information Technology ETF geht noch weiter: Seine drei größten Positionen – Nvidia, Apple und Microsoft – sind dieselben wie im S&P 500, machen aber allein fast die Hälfte des gesamten Portfolios aus.

Die Gemeinsamkeit aller drei ETFs ist damit offensichtlich: Sie sind extrem auf eine Handvoll identischer Megacap-Technologieaktien konzentriert. Wer den Growth- oder den IT-ETF kauft, um seine S&P-500-Kernposition zu diversifizieren, erreicht das Gegenteil – er konzentriert sein Portfolio noch stärker.

Echte Alternativen für mehr Streuung

Wer eine echte Diversifizierung bei US-Aktien anstrebt, sollte laut der Analyse Anleihen, Gold oder internationale Aktien in Betracht ziehen. Wer sich jedoch nicht zu weit von US-Large-Caps entfernen möchte, findet im Invesco S&P 500 Equal Weight ETF (RSP) eine interessante Alternative.

Dieser Fonds enthält dieselben 500 Aktien wie der klassische S&P 500, gewichtet sie jedoch gleichmäßig. Das Ergebnis: Fünf verschiedene Sektoren – darunter auch Technologie – weisen Allokationen von jeweils über 9 % auf. Das sorgt für ein deutlich ausgewogeneres Engagement in US-Aktien, ohne den vertrauten Anlagerahmen zu verlassen.

Das bedeutet nicht, dass Anleger ihre Wachstums- oder Technologie-ETFs sofort verkaufen sollten. Die Analyse ist vielmehr eine Erinnerung daran, regelmäßig zu prüfen, was tatsächlich im eigenen Portfolio steckt. Nur wer versteht, welche Risiken er eingeht, kann sein Vermögen gezielt vor ungewöhnlichen Klumpenrisiken schützen.

Für deutsche Privatanleger ist diese Erkenntnis besonders relevant: Viele Sparpläne und Depots setzen auf mehrere ETFs in der Annahme, damit automatisch breiter aufgestellt zu sein. Ein kritischer Blick auf die tatsächlichen Überschneidungen der gehaltenen Fonds lohnt sich daher in jedem Fall.

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