Immunologie-Startup TRex Bio legt Preisband für Nasdaq-IPO fest
Das Biotechunternehmen aus South San Francisco will bis zu 133,3 Millionen US-Dollar einnehmen und 8,33 Millionen Aktien anbieten.

Das Biotechnologieunternehmen TRex Bio Inc. will an die Börse. Das in South San Francisco ansässige Unternehmen in der klinischen Entwicklungsphase beabsichtigt, bis zu 133,3 Millionen US-Dollar durch einen Börsengang (IPO) einzunehmen. Das geht aus einem ergänzenden S-1-Registrierungsantrag hervor, den das Unternehmen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht hat.
Konkret plant TRex Bio, 8,33 Millionen Stammaktien zu einem Preisband von 14,00 bis 16,00 US-Dollar pro Aktie anzubieten. Am oberen Ende dieser Spanne würde der Pharmaentwickler – basierend auf der Anzahl der ausgegebenen Aktien nach dem Angebot – eine Marktbewertung von rund 439 Millionen US-Dollar erreichen. Notieren sollen die Papiere am Nasdaq Global Select Market unter dem Ticker-Symbol „TRXB".
Das Unternehmen entwickelt Therapien für Autoimmun- und Entzündungserkrankungen. Der therapeutische Ansatz von TRex Bio setzt auf die Biologie regulatorischer T-Zellen im Gewebe, sogenannter Tregs, um Gewebeschäden zu reparieren und das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Statt auf eine traditionelle systematische Immunsuppression zu setzen, verfolgt das Unternehmen damit einen gewebespezifischen Ansatz.
Die Details
Der führende Wirkstoffkandidat von TRex Bio ist TRB-061, ein experimenteller TNFR2-Agonist. Er wird derzeit in einer klinischen Phase-1b-Studie bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis getestet. Erste Zwischenergebnisse (Topline-Daten) werden Mitte 2027 erwartet.
Ein weiterer Kandidat aus der Pipeline ist TRB-071. Dieser zielt auf CD30 ab, um entzündliche Signalwege zu unterdrücken und gleichzeitig Tregs im Gewebe zu erweitern. Behandelt werden sollen damit Erkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Die klinischen Phase-1-Studien für TRB-071 will das Unternehmen im ersten Halbjahr 2027 starten – sobald die Studien zur Einreichung des Investigational New Drug-Antrags (IND) abgeschlossen sind.
Hinter TRex Bio steht ein Konsortium aus pharmazeutischen Corporate-Venture-Einheiten und institutionellen Gesundheitsinvestoren. Dazu zählen Eli Lilly & Co., Pfizer Ventures, Johnson & Johnson Innovation, SV Health Investors, Janus Henderson Investors, Polaris Partners, Alexandria Venture Investments und Delos Capital. Der bestehende Investor Eli Lilly hat Interesse bekundet, zusätzliche Aktien im Rahmen des Angebots zu erwerben, um einen Eigenkapitalanteil von bis zu 19,9 Prozent zu halten.
Die Erlöse aus dem öffentlichen Handel sollen primär der klinischen Entwicklung der gesamten Pipeline sowie der Unterstützung der laufenden operativen Expansion dienen. Als gemeinsame Kurshalter (Joint Bookrunners) fungieren J.P. Morgan, Evercore ISI, Cantor, Stifel und Wedbush PacGrow.
Hintergrund: Was bisher geschah
Der geplante Börsengang von TRex Bio reiht sich in eine Serie von IPO-Vorhaben im Biotech-Sektor ein, über die aktien.news bereits berichtet hat. Bereits am 06.02.2026 berichtete aktien.news, dass Agomab Therapeutics NV den Preis für seinen Börsengang an der Nasdaq auf 16,00 Dollar je American Depositary Share festgelegt hat und damit einen Bruttoerlös von 200 Millionen Dollar anstrebte. Der Handel unter dem Kürzel „AGMB" am Nasdaq Global Select Market sollte am 6. Februar beginnen.
Am 27.02.2026 berichtete aktien.news, dass Generate Biomedicines (Ticker: GENB) den Emissionspreis für seinen Börsengang auf 16,00 US-Dollar pro Aktie festgelegt hat. Das in Somerville, Massachusetts, ansässige Unternehmen bot insgesamt 25 Millionen Stammaktien an und erzielte damit einen Bruttoerlös von 400 Millionen Dollar vor Abzug von Emissionsabschlägen und Provisionen.
Am 18.04.2026 berichtete aktien.news, dass Odyssey Therapeutics offiziell den Antrag für einen geplanten Börsengang an der Nasdaq eingereicht hat. Als Konsortialführer wurden die Investmentbanken J.P. Morgan, TD Cowen und Cantor benannt. Das Unternehmen positioniert sich als Anbieter, der den Behandlungsstandard für Patienten mit Autoimmun- und Entzündungskrankheiten grundlegend verändern will.
Am 01.05.2026 berichtete aktien.news, dass Hemab Therapeutics Holdings den Ausgabepreis für seinen Börsengang auf 18,00 US-Dollar pro Aktie festgesetzt hat. Das Unternehmen bot insgesamt 16.750.000 Stammaktien an und wurde unter dem Tickersymbol „COAG" am Nasdaq Global Select Market gehandelt. Der Handelsstart war für den 1. Mai 2026 geplant, der Abschluss des Angebots für den oder um den 4. Mai 2026.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der TRex-Bio-IPO vor allem aus zwei Gründen interessant. Erstens handelt es sich um ein Unternehmen in der klinischen Entwicklungsphase, dessen Bewertung maßgeblich von Studienergebnissen abhängt. Die wichtigsten Datenpunkte – Topline-Ergebnisse zu TRB-061 und der Start der Phase-1-Studien für TRB-071 – liegen erst Mitte beziehungsweise im ersten Halbjahr 2027. Bis dahin bleibt die Aktie ein Wagnis auf den Erfolg der klinischen Entwicklung.
Zweitens fällt die breite Unterstützung durch strategische Investoren auf. Mit Eli Lilly, Pfizer Ventures und Johnson & Johnson Innovation sind gleich mehrere große Pharmakonzerne beteiligt. Eli Lilly hat zudem Interesse signalisiert, im Rahmen des Angebots zusätzliche Aktien zu erwerben, um einen Anteil von bis zu 19,9 Prozent zu halten. Solche Beteiligungen können als Vertrauenssignal gelten, ersetzen aber keine eigene Prüfung des Risikoprofils.
Interessant ist auch die Plattformstrategie: TRex Bio nutzt seine Technologie nicht nur für die eigene Pipeline, sondern auch in Partnerschaften mit Branchengrößen. Eli Lilly führt TRB-051, einen ursprünglich über die Plattform von TRex Bio entdeckten Wirkstoffkandidaten, im zweiten Halbjahr 2026 in eine klinische Phase-2a-Studie für kutanen Lupus voran. Solche Partnerschaften können zusätzliche Erlöse und Validierung bringen.
Anleger sollten beachten, dass der endgültige Ausgabepreis erst kurz vor dem Handelsstart festgelegt wird. Das genannte Preisband von 14,00 bis 16,00 US-Dollar pro Aktie ist ein Vorschlag. Die Bewertung von rund 439 Millionen US-Dollar am oberen Ende der Spanne bezieht sich auf die Anzahl der ausgegebenen Aktien nach dem Angebot. Der Vergleich mit den früheren Biotech-IPOs zeigt zudem, dass sich die Bewertungen und Emissionsvolumina im Sektor deutlich unterscheiden.
Ausblick
Für die kommenden Monate stehen bei TRex Bio mehrere Meilensteine an. Im zweiten Halbjahr 2026 will Partner Eli Lilly den Kandidaten TRB-051 in eine klinische Phase-2a-Studie für kutanen Lupus voranbringen. Für das erste Halbjahr 2027 plant TRex Bio den Start der klinischen Phase-1-Studien für TRB-071, sobald die IND-vorbereitenden Studien abgeschlossen sind. Mitte 2027 werden zudem erste Topline-Daten aus der Phase-1b-Studie zu TRB-061 bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis erwartet.
Kurzfristig entscheidend ist zunächst der Abschluss des Börsengangs selbst. Das Unternehmen hat die Notierung am Nasdaq Global Select Market unter dem Ticker-Symbol „TRXB" beantragt. Der Erlös soll in die klinische Entwicklung der Pipeline und die operative Expansion fließen.
Kurz erklärt
- IPO: Der erstmalige Verkauf von Aktien eines Unternehmens an der Börse, auch Börsengang genannt.
- Tregs: Regulatorische T-Zellen, die das Immunsystem im Gleichgewicht halten und überschießende Reaktionen bremsen können.
- IND: Investigational New Drug, ein Antrag, der in den USA die Aufnahme klinischer Studien ermöglicht.
