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IG Metall lehnt Arbeitgeberangebot ab – Warnstreiks ab November

Die Gewerkschaft weist das erste Angebot der Arbeitgeber zurück, Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie werden ab Sonntag möglich.

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IG Metall lehnt Arbeitgeberangebot ab – Warnstreiks ab November

Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie stehen vor einer Zuspitzung. Die IG Metall hat das erste Angebot der Arbeitgeber in den regionalen Verhandlungen abgelehnt. Betroffen sind gut 3,7 Millionen Beschäftigte in einer der wichtigsten Branchen der deutschen Industrie. Mit dem Ende der Friedenspflicht werden Warnstreiks ab Sonntag, dem 1. November, möglich.

Das vorgelegte Paket der Arbeitgeber sieht eine Einmalzahlung von einem Prozent des Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 vor. Eine Tariferhöhung von 1,3 Prozent soll erst im Juli 2028 folgen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll bis Ende 2028 reichen. Erstmals legten die Arbeitgeber ein abgestimmtes Angebot in fünf Tarifbezirken gleichzeitig vor.

Der IG Metall geht das deutlich zu langsam. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld ab November und eine Laufzeit von zwölf Monaten. Aus ihrer Sicht gleicht das Angebot die Preissteigerung nicht aus und führt zu Reallohnverlusten. In Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg gab es bislang keine Annäherung.

Kritik an Laufzeit und Bedingungen

Knut Giesler, NRW-Bezirksleiter der IG Metall, machte die Haltung seiner Organisation deutlich: "Dieses Angebot setzt zu spät ein, ist zu niedrig, die Laufzeit ist zu lang und es steckt wenig Zukunft drin. Es bleibt deutlich hinter den Erwartungen und Bedürfnissen der Beschäftigten zurück". Giesler verwies zugleich darauf, dass sich die Konjunktur nur über den Konsum beleben lasse.

Aus Sicht der Gewerkschaft haben sich die Arbeitgeber zwar bewegt, aber nur in kleinen Schritten. Der Bezirksleiter Niedersachsens, Thorsten Gröger, sprach von Trippelschritten. Zudem kritisierte die IG Metall, dass aus einem Notausgang inzwischen ein Hauptportal gemacht werde.

Die Arbeitgeber knüpfen ihr Angebot an Bedingungen. Sie fordern Gespräche über Krankenstände und die Einführung von Künstlicher Intelligenz. Verhandlungen sollen nach ihrem Willen auch auf betrieblicher Ebene mit den Betriebsräten geführt werden. Die IG Metall sieht darin eine Aushöhlung des Flächentarifvertrags.

Hintergrund ist die von den Arbeitgebern angestrebte Ausweitung der automatischen Differenzierung. So soll die Einmalzahlung bei kaum rentablen Unternehmen aussetzbar sein. In Baden-Württemberg liegt die Einmalzahlung bei etwa 700 Euro, doch 45 Prozent der Betriebe sollen keine Zahlung leisten. Peter Sebastian Krause bezeichnete den Vorschlag als fair und fein austariert. Die IG Metall will dagegen Zuschläge in gut laufenden Branchen durchsetzen, worauf die Arbeitgeber bislang nicht eingehen.

Wie es weitergeht

Die NRW-Tarifkommission entscheidet am Samstag über Warnstreiks. Die zweite Verhandlungsrunde in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen folgt am Mittwoch. In Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird am Donnerstag verhandelt, im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim am Freitag. Die Arbeitgeber hatten ihre Offerte zum Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde vorgelegt.

Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter warnte unterdessen mit Blick auf den Standort: "Wir müssen die fortschreitende Deindustrialisierung und den inzwischen dramatischen Verlust von Arbeitsplätzen stoppen". Damit stellt er die Verhandlungen in einen größeren Zusammenhang, der über die reine Lohndiskussion hinausreicht.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist der Tarifstreit vor allem ein Risikofaktor für die deutsche Industrie. Steigende Lohnkosten belasten die Margen der Unternehmen, besonders in konjunkturschwachen Segmenten. Zugleich können Warnstreiks und spätere Arbeitskämpfe Produktionsabläufe stören und Lieferketten verzögern.

Die geforderte Ausweitung der automatischen Differenzierung ist ein zentraler Streitpunkt. Sie würde es Betrieben mit schwacher Ertragslage erlauben, geringere Zahlungen zu leisten. Für die Beschäftigten bedeutet das mehr Ungleichheit zwischen Unternehmen und Regionen. Die IG Metall fürchtet, dass der Flächentarifvertrag dadurch an Bindungskraft verliert.

Beobachten sollten Anleger, wie sich die Verhandlungen in den kommenden Tagen entwickeln. Kommt es zu Warnstreiks, dürften einzelne Produktionsstandorte zeitweise betroffen sein. Ein schneller Abschluss würde dagegen Planungssicherheit schaffen und die Unsicherheit für die Branche verringern.

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