HyProMag plant drei neue Standorte für Seltenerd-Magnete in den USA
Die Mkango-Tochter will ihre US-Produktion von NdFeB-Magneten bis 2034 auf rund 4.192 Tonnen pro Jahr vervierfachen.

Die HyProMag USA, eine Tochtergesellschaft des an der TSX-V und AIM notierten Unternehmens Mkango Magnetic Materials, hat eine unabhängige Vorstudie (Prefeasibility Study, PFS) zur möglichen Erweiterung ihres geplanten US-Produktionsstandorts für Seltenerd-Magnete abgeschlossen. Die Studie geht über den ersten Standort in Northlake, Texas, hinaus und skizziert eine phasenweise Expansion auf insgesamt drei regionale Produktionsstandorte. Ziel ist die Produktion kommerzieller Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB) in den Vereinigten Staaten.
Im Zentrum des Konzepts steht ein zentrales Fertigungs-, Veredelungs- und Technologiezentrum, das sogenannte „Central Texas Hub“. Zusammen mit der Anlage in Northlake, Texas, zielt die Plattform auf einen Gesamtabsatz von rund 6.000 Tonnen pro Jahr (t/y) bis 2034 ab. Das entspräche einem Anstieg von 4.474 t/y im Vergleich zum isolierten Szenario des Standorts Northlake.
Der Standort Northlake befindet sich derzeit in der detaillierten Ingenieurphase; die Inbetriebnahme der Phase 1 wird bis Mitte 2028 erwartet. Die PFS baut auf den dort abgeschlossenen Ingenieur- und Entwicklungsarbeiten auf und skizziert einen Weg für HyProMag, sich von einem durch die Wasserstoffverarbeitung von Magnetschrott (HPMS) ermöglichten Recyclingunternehmen zu einem vollständig integrierten Hersteller kommerzieller Seltenerd-Magnetprodukte für US-Kunden zu entwickeln.
Die Details
Die PFS bewertete drei neue Produktionsanlagen in South Carolina, Nevada und einem zweiten Standort in Texas, die parallel zur Anlage in Northlake, Texas, betrieben würden. Jede dieser Anlagen soll Rohstoffe verarbeiten, HPMS betreiben und unvollständig gesinterte NdFeB-Blöcke produzieren. In der vorgeschlagenen Konfiguration können diese unvollständigen gesinterten Blöcke von den drei Anlagen zur weiterführenden Fertigung und Veredelung in das Central Texas Hub transferiert werden.
Ein wichtiges Ergebnis der PFS war die Optimierung der Fertigungskonfiguration zur Steigerung der Produktion höherwertiger NdFeB-Magnetprodukte. Die Studie skizziert ein potenzielles vierfaches Wachstum der US-Magnetproduktionskapazität von 1.048 t/y NdFeB-Magneten allein am Standort Northlake, Texas, auf rund 4.192 t/y über vier Standorte hinweg bis 2034.
Mkango sieht vor, dass die gesamte magnetische Materialproduktion von HyProMag bis 2034 aus 4.192 t/y Magneten, 1.305 t/y magnetischem NdFeB-Legierungspulver und 503 t/y weiteren verkaufsfähigen Materialien bestehen kann.
Die PFS-Anlagen sind so konzipiert, dass sie Herstellungsreste zurückgewinnen und erneut verarbeiten, einschließlich der Endabschnitte beim Maschinieren von Magneten durch den HPMS-Prozess. Dadurch soll die Nutzung von Seltenerdmaterialien maximiert werden. Dieser integrierte Ansatz würde sowohl die Produktionsflexibilität als auch die kreislauforientierten Merkmale der HyProMag-Plattform unterstützen.
Die Studie bewertete zwei Entwicklungsoptionen, die beide auf modularen Produktionssystemen basieren. Im ersten Fall verwenden die Anlagen ausschließlich recycelte Rohstoffe, indem sie HPMS-Recycling von Magnetschrott zur Herstellung von NdFeB-Legierungspulver, gesinterten Magnetblöcken und fertigen Magneten einsetzen. Das zweite Szenario sieht die Verwendung von recycelten und primären Rohstoffen vor, wobei zusätzliche Kapitalausgaben erforderlich sind, um primäres NdFeB-Legierungsmaterial als Rohstoff zur Herstellung von NdFeB-Legierungspulver, gesinterten Magnetblöcken und fertigen Magneten einzusetzen.
Fall 1 erzielte die stärkste Projektökonomie mit einem nachsteuerlichen Barwert (NPV) von 2,06 Milliarden US-Dollar, einer internen Rendite (IRR) von 36 Prozent und einer Amortisationsdauer von 2,3 Jahren bei Kapitalkosten von 623 Millionen US-Dollar. Dem steht Fall 2 mit einem NPV von 1,8 Milliarden US-Dollar, einer IRR von 31 Prozent und einer Amortisationsdauer von drei Jahren bei Kapitalkosten von 656 Millionen US-Dollar gegenüber. Der kombinierte nachsteuerliche NPV-Bereich der vorgeschlagenen Anlage in Northlake, Texas, und der potenziellen PFS-Anlagen wird auf zwischen 2,6 Milliarden und 2,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 19.10.2026 berichtete aktien.news, dass CoTec Holdings Corp. auf eine Pressemitteilung seines Joint Ventures HyProMag USA verwiesen hat. Darin kündigte das Unternehmen die Inbetriebnahme seines dritten Inserma Anoia S. L. Harddisk-Drive-Trennsystems als mobile Verarbeitungseinheit an. Mit diesem Schritt erweiterte HyProMag USA seine Verarbeitungs- und Kundenbindungskapazitäten auf die gesamten Vereinigten Staaten und stärkte nach Unternehmensangaben die Partnerschaft mit Intelligent Lifecycle Solutions (ILS).
Am 01.10.2026 berichtete aktien.news über eine Prognose von MarketsandMarkets, wonach der globale Markt für Seltenerd-Magnete von 21,98 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 30,01 Milliarden US-Dollar bis 2030 steigen soll. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6,4 Prozent. Als Treiber nennt die Prognose die Nachfrage aus den Bereichen Elektrofahrzeuge, Elektronik, Energie und industrielle Anwendungen.
Am 29.08.2026 meldete aktien.news, dass das kanadische Unternehmen Cyclic Materials eine strategische Finanzierungsrunde über 75 Millionen US-Dollar erfolgreich abgeschlossen hat. Damit erhöhte sich das gesamte eingeworbene Eigenkapital des Unternehmens auf 237 Millionen US-Dollar. Die Runde wurde von Konten angeführt, die von T. Rowe Price Associates, Inc. beraten werden.
Am 13.06.2026 berichtete aktien.news über das texanische Startup Hertha Metals, das sich als künftiger Schlüssellieferant für einen kritischen Rohstoff in der amerikanischen Lieferkette für Seltenerdmagnete positioniert. Das 2022 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Houston plant eine Produktionsanlage für jährlich 10.000 Tonnen hochreines Eisen, das in Permanentmagneten zum Einsatz kommt.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Signal zur strategischen Ausrichtung von Mkango Magnetic Materials. Das Unternehmen beschreibt mit der PFS einen Weg, sich von einem durch die Wasserstoffverarbeitung von Magnetschrott (HPMS) ermöglichten Recyclingunternehmen zu einem vollständig integrierten Hersteller kommerzieller Seltenerd-Magnetprodukte für US-Kunden zu entwickeln.
HyProMag ist der Ansicht, dass die Plattform die Kostenvorteile und die operative Flexibilität sowohl von recycelten End-of-Life-Rohstoffen als auch von primären Legierungsrohstoffen kombiniert und so einen flexiblen und skalierbaren Weg zur Magnetfertigung bietet. Zudem könnte HyProMag von einem potenziellen zukünftigen Zugang zu primär bezogenen Rohstoffen von Mkango profitieren, gemäß bestimmten Lieferrechten von Mkango zugunsten von HyProMag.
Zu beachten ist, dass es sich um eine Vorstudie handelt. Die genannten Kennzahlen wie NPV, IRR und Amortisationsdauer sind Studienergebnisse und keine garantierten Resultate. Die Inbetriebnahme der Phase 1 in Northlake wird erst bis Mitte 2028 erwartet.
Ausblick
Mkango gibt an, dass die PFS robuste Wirtschaftlichkeitsdaten und einen Weg zur Produktion höherwertiger NdFeB-Magnetprodukte für strategisch wichtige Sektoren demonstriert. Allan Walton, Gründer von HyProMag, erklärte: „Das Ziel der HyProMag-Plattform war es stets, zu beweisen, dass die HPMS-Technologie Seltenerd-Magnetmaterialien zurückgewinnen und in hochleistungsfähige kommerzielle Magnetprodukte umwandeln kann. Die PFS skizziert einen Weg zur Skalierung dieser Fähigkeit durch eine integrierte Fertigungsplattform, die Magnetherstellung, Veredelung und Produktqualifizierung umfasst.“
Walton ergänzte: „Wichtig ist, dass die verbesserte Produktionskonfiguration die Herstellung eines breiteren Spektrums kommerzieller Magnetprodukte für anspruchsvolle industrielle Anwendungen unterstützen würde, während die Einbeziehung von Veredelungs-, Qualitätssicherungs- und Produktentwicklungskapazitäten eine Grundlage für kontinuierliche Produktoptimierung und Kundenqualifizierung bietet.“
Kurz erklärt
- Prefeasibility Study (PFS): Eine Vorstudie, die die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines Projekts vor der detaillierten Planung bewertet.
- HPMS: Ein Verfahren, bei dem Wasserstoff eingesetzt wird, um Magnetschrott zu verarbeiten und Seltenerd-Magnetmaterial zurückzugewinnen.
- NdFeB: Eine Magnetlegierung aus Neodym, Eisen und Bor, die wegen ihrer hohen magnetischen Stärke in kompakter Bauform geschätzt wird.
- NPV: Der Nettobarwert einer Investition, also die auf den heutigen Zeitpunkt abgezinsten künftigen Zahlungsströme.
- IRR: Die interne Rendite, eine Kennzahl für die Verzinsung eines Projekts.
