Streik bei Teck: Highland Valley Copper drosselt die Produktion
Ein Streik der United Steelworkers Local 7619 zwingt Teck Resources, die Kupferproduktion in der Highland Valley Mine in British Columbia zu reduzieren.

Teck Resources (TSX: TECK.A, TSX: TECK.B, NYSE: TECK) fährt den Betrieb seiner Kupfermine Highland Valley in der kanadischen Provinz British Columbia herunter. Hintergrund ist ein Streik der Gewerkschaft United Steelworkers Local 7619. Das in Vancouver ansässige Bergbauunternehmen bestätigte die Arbeitsniederlegung am Samstag (24. Oktober).
Teck erklärte, dass die Auswirkungen auf die Gesamtproduktion von der Dauer des Streiks abhängen werden. „Es sind Notfallpläne vorhanden, wobei der Schwerpunkt auf der Aufrechterhaltung der Sicherheit und des Umweltmanagements während der Arbeitsniederlegung liegt", teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Die Mine wird damit zunächst nur mit reduzierter Kapazität betrieben.
Die Beschäftigten befinden sich bereits seit dem Auslaufen ihres vorherigen Fünfjahresvertrags Ende September ohne Tarifvertrag. Die Spannungen zwischen Gewerkschaft und Unternehmen hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Als eine der wichtigsten kupferproduzierenden Minen Kanadas kommt der Highland Valley Copper Mine für den Kupfermarkt eine besondere Bedeutung zu.
Die Details
Die Fronten waren bereits vor Beginn des Streiks verhärtet. Alle 944 Gewerkschaftsmitglieder, die an der Streikabstimmung teilgenommen hatten, stimmten einstimmig dafür, einen Streik zu autorisieren. Die Gewerkschaft gab daraufhin eine 72-stündige Streikkündigung ab. Vor Beginn des Arbeitskampfs erklärte Teck-Sprecher Dale Steeves gegenüber dem Investing News Network, das Unternehmen bleibe an den Verhandlungen fest entschlossen.
Steeves betonte, es sei vorrangiges Ziel der Mine, einen Tarifvertrag auszuhandeln, den er als „fair, verantwortungsvoll und förderlich für den langfristigen Erfolg unserer Mitarbeiter, des Betriebs und der Gemeinden" bezeichnete. Auf der anderen Seite erklärte das Verhandlungskomitee von USW Local 7619 in einer Mitteilung an die Mitglieder, dass alle Bemühungen zur Vermeidung eines Arbeitskonflikts erschöpft seien.
Das Komitee kritisierte die Vertragsvorschläge von Teck und verwies dabei auf Rekordgewinne des Unternehmens sowie eine unzureichende Entlohnung der Arbeitnehmer. Es rief alle 1.277 Mitglieder auf, sich am Haupteingang der Mine einzufinden, wo Streikcaptains die Picket-Aktivitäten organisierten.
Auch die Leistungen der Beschäftigten sind vom Arbeitskampf betroffen. Die Gewerkschaft gab an, dass die meisten Leistungen während des Streiks ausgesetzt würden. Ausgenommen bleiben die Lebensversicherung sowie die Unfall- und Todesfallversicherung (AD&D). Deren Beibehaltung erklärte sich die Gewerkschaft bereit, Teck zu erstatten. Arbeitnehmer, die bereits Kurzzeit- oder Langzeitarbeitsunfähigkeitsleistungen beziehen, werden diese weiterhin erhalten.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 21.10.2026 berichtete aktien.news, dass die Gewerkschaftsmitglieder der Mine Highland Valley Copper einstimmig für einen Streik gestimmt hatten. Damals gaben insgesamt 944 Mitglieder des United Steelworkers Local 7619 ihre Stimme ab, wie ein am Montag (19. Oktober) veröffentlichter Bericht zeigte. Die Mine liegt nahe Logan Lake in British Columbia, die Arbeitnehmer waren seit dem Ablauf ihres vorherigen Fünfjahresvertrags Ende September ohne Tarifvertrag. Das Streikvotum gebe der Gewerkschaft zusätzliche Verhandlungsmacht, bedeute jedoch nicht, dass ein Streik unmittelbar bevorstehe.
Auch in der weiteren Kupferbranche gab es zuletzt Bewegung. Am 14.10.2026 meldete aktien.news, dass BHP (ASX, LON: BHP) und die Aufsichtsgewerkschaft in der Escondida-Mine in Chile eine vorläufige Vereinbarung erzielt hatten. Damit wurde ein Streik in der weltweit größten Kupferproduktion vorerst abgewendet. Die Einigung kam in letzter Minute zustande, nachdem frühere Tarifverhandlungen zu keinem Abschluss geführt hatten.
Der Kupferpreis selbst stand zuletzt unter dem Einfluss solcher Streikrisiken. Am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass Kupfer in London über 14.400 US-Dollar pro Tonne gehalten hatte. Auslöser war damals ein Streikvotum in Chile, wo sich die Belegschaft der Antofagasta-Mine Centinela für einen Arbeitskampf ausgesprochen hatte. Zudem berichtete aktien.news am 23.10.2026 über Getty Copper (TSXV: GTC, OTCQX: GTCDF), das die Exploration im Highland Valley in British Columbia vorantreibt. Das Projektgebiet liegt direkt neben der größten Kupfermine Kanadas.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil die Highland Valley Copper Mine zu den wichtigsten Kupferproduzenten Kanadas zählt. Fällt ein solcher Standort teilweise oder vollständig aus, kann das den ohnehin eng bewerteten Kupfermarkt zusätzlich belasten. Teck selbst weist darauf hin, dass die konkreten Produktionsauswirkungen von der Dauer des Streiks abhängen.
Die Aktie von Teck Resources ist an der Toronto Stock Exchange unter den Kürzeln TECK.A und TECK.B sowie an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel TECK notiert. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Tarifverhandlungen daher genau verfolgen. Wie stark der Effekt ausfällt, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen.
Ausblick
Teck hat bislang keine Angaben zum erwarteten Ende des Streiks gemacht. Das Unternehmen betont, an den Verhandlungen fest entschlossen zu bleiben und einen Tarifvertrag aushandeln zu wollen. Die Gewerkschaft ihrerseits erklärte, dass alle Bemühungen zur Vermeidung eines Arbeitskonflikts erschöpft seien. Entscheidend für die Auswirkungen auf die Kupferförderung von Teck wird damit vor allem die Dauer des Arbeitskampfs sein.
Kurz erklärt
- Streik: Arbeitsniederlegung von Beschäftigten, mit der eine Gewerkschaft Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber durchsetzen will.
- Tarifvertrag: Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft, die Arbeitsbedingungen und Entlohnung regelt.
- Picket: Streikposten vor dem Betrieb, mit denen Beschäftigte den Zugang kontrollieren und Druck aufbauen.
