H&M überrascht mit starkem operativem Gewinn im dritten Quartal
Der schwedische Modehändler übertrifft die Analystenerwartungen deutlich und meldet auch für September leicht steigende Umsätze.

Der schwedische Modehändler H&M hat am Donnerstag für den Zeitraum Juni bis August einen stärkeren Anstieg des operativen Ergebnisses gemeldet als von Analysten erwartet. Wie das Unternehmen mitteilte, kletterte das operative Ergebnis im dritten Geschäftsjahresquartal auf 6,04 Milliarden Kronen, umgerechnet rund 608,63 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte H&M noch 4,91 Milliarden Kronen erwirtschaftet.
Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Prognosen der Analysten deutlich. Eine von LSEG durchgeführte Umfrage unter Analysten hatte einen Mittelwert von 5,14 Milliarden Kronen ergeben. Der tatsächliche Wert liegt somit spürbar über den Markterwartungen, was die Aktie des Unternehmens für Anleger interessant machen dürfte.
Umsatzentwicklung bleibt verhalten
Bei den Erlösen fiel das Wachstum dagegen moderater aus. Die Umsätze legten im Berichtszeitraum in lokalen Währungen um 1 Prozent zu. Analysten hatten für das dritte Quartal ein eher zähes Umsatzwachstum erwartet, sodass die tatsächliche Entwicklung im Rahmen der gedämpften Prognosen lag.
Für den laufenden Monat September gab H&M an, dass die Umsätze in lokalen Währungen ebenfalls um 1 Prozent steigen dürften. Diese Einschätzung gibt einen ersten Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung und signalisiert eine stabile, wenn auch nicht dynamische Nachfrage.
Für deutsche Anleger ist die Meldung vor allem deshalb relevant, weil H&M als einer der größten europäischen Modehändler gilt und mit seinen Kennzahlen auch Stimmungsbilder für den gesamten Bekleidungssektor liefert. Der Konzern ist in Deutschland stark vertreten und zählt hierzulande zu den bekanntesten Filialisten im Textileinzelhandel.
Die Kombination aus deutlich gestiegenem operativem Gewinn und nur leicht wachsendem Umsatz deutet darauf hin, dass H&M vor allem auf der Kostenseite Fortschritte erzielt hat. Eine höhere Profitabilität bei nahezu stagnierenden Erlösen ist für Investoren ein wichtiges Signal, da sie auf eine verbesserte operative Effizienz hindeutet.
Ob sich dieser Trend in den kommenden Quartalen fortsetzt, hängt maßgeblich von der weiteren Konsumstimmung in Europa ab. Der Modehandel steht seit längerem unter Druck durch zurückhaltende Verbraucher und einen intensiven Preiswettbewerb. H&M hat mit dem aktuellen Ergebnis jedoch gezeigt, dass sich die Ertragslage trotz dieser widrigen Rahmenbedingungen verbessern lässt.
Die vorgelegten Zahlen stammen aus dem Bericht für das dritte Geschäftsjahresquartal des Unternehmens, das die Monate Juni bis August umfasst. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag in Stockholm veröffentlicht.
