Hedgefonds wetten verstärkt gegen Konsumaktien im August
Hedgefonds bauten im August Short-Positionen gegen Konsumaktien aus und reduzierten KI-Wetten.

Hedgefonds haben ihre Short-Positionen gegenüber verbraucherorientierten Unternehmen im August deutlich ausgeweitet. Gleichzeitig reduzierten sie einige ihrer Wetten gegen KI-bezogene Aktien, zeigten sich jedoch gegenüber der Google-Mutter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet zunehmend skeptisch. Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Datenplattform Hazeltree hervor.
Im vergangenen Monat intensivierte sich der Krieg im Nahen Osten, die Ölpreise stiegen und die globalen Staatsanleiherenditen zogen an. Diese Entwicklung setzte Verbraucher höheren Kraftstoffpreisen und steigenden Kreditkosten aus. Die Aktien des Sektors „Consumer Discretionary“ waren in diesem Jahr an der Wall Street die schwächsten Performer mit einem Rückgang von rund fünf Prozent. Zum Vergleich: Der S&P 500 legte im selben Zeitraum um elf Prozent zu.
Konsumaktien dominieren die Short-Listen
Besonders auffällig ist die Verschiebung bei den meist-gehorteten US-Aktien. Von den 20 meist-gehorteten nordamerikanischen Titeln, die große und mittlere Kapitalisierungen umfassten, waren neun verbraucherorientiert. Im Juli waren es lediglich vier gewesen.
Kimberly-Clark, Hersteller von Kleenex-Papierhandtüchern und Huggies-Babywindeln, zog zusammen mit dem Lieferservice DoorDash und dem Getränkehersteller Keurig Dr Pepper in die Liste der meist-gehorteten großen US-Unternehmen ein. Auch in Europa setzten Hedgefonds verstärkt auf fallende Kurse bei Konsumtiteln. Zu den meist-gehorteten europäischen Large Caps gehörten der Automobilhersteller BMW, die Getränkegruppen Diageo und Pernod Ricard sowie der Luxusdetailhändler Kering, der die Modemarke Gucci besitzt.
KI-Wetten bleiben prominent, aber mit Verschiebungen
Das KI-Thema dominierte im August weiterhin die Short-Positionen. Der Chiphersteller Super Micro Computer, die KI-Infrastrukturfirmen Coreweave und Nebius Group sowie GE Vernova, das Rechenzentren und andere Kunden mit Ausrüstung einschließlich Gasturbinen beliefert, blieben unter den Top Ten der meist-gehorteten Aktien.
Eine bemerkenswerte Entwicklung gab es bei Alphabet, der Muttergesellschaft von Google. Das Unternehmen, einer der fünf Hyperscaler hinter dem KI-Ausbau, fiel im August aus Hazeltrees Liste der am stärksten belegten Long-Positionen heraus. Erstmals in diesem Jahr übertraf die Anzahl der Fonds, die die Aktie leerverkaufen, die Anzahl der Fonds mit Long-Positionen.
Hazeltree sieht Finanzierungsfragen als Treiber
Hazeltree kommentierte die Entwicklung bei Alphabet mit einer interessanten Einschätzung: „Ohne Verschlechterung der berichteten Fundamentaldaten scheint der Verkauf eher die Finanzierungsfrage widerzuspiegeln als eine Einschätzung der Stärke des zugrunde liegenden Geschäfts.“ Da Milliarden von Dollar an Krediten und Ausgaben in KI fließen, achten Investoren genau darauf, wie Unternehmen diese Investitionen finanzieren.
Die Daten von Hazeltree zeigen damit ein gemischtes Bild: Während Hedgefonds bei Konsumaktien zunehmend auf fallende Kurse setzen, bleiben sie bei KI-Titeln vorsichtig, aber differenzierter. Die Skepsis gegenüber Alphabet deutet darauf hin, dass selbst bei den großen Gewinnern der KI-Revolution die Finanzierungsfragen in den Fokus der Anleger rücken.
