ANZEIGE

Großbritanniens Villensteuer trifft rund 160.000 Immobilien ab 2028

Das britische Office for Budget Responsibility schätzt: Rachel Reeves' neue Abgabe auf Luxusimmobilien betrifft weniger als ein Prozent aller Objekte.

2 Min
Großbritanniens Villensteuer trifft rund 160.000 Immobilien ab 2028

Die britische Finanzministerin Rachel Reeves plant eine neue Steuer auf hochwertige Immobilien – und nun liegen erstmals konkrete Zahlen auf dem Tisch. Laut einer Analyse des Office for Budget Responsibility (OBR), der unabhängigen britischen Haushaltsbehörde, werden im Rahmen der Bewertungsrunde 2028/29 rund 165.000 Immobilien in England von der neuen Abgabe erfasst. Für das Jahr 2030/31 rechnet die Behörde mit etwa 167.000 betroffenen Objekten.

Die sogenannte „Villensteuer" ist ein Zuschlag auf die bestehende Council Tax – die britische Gemeindesteuer – und gilt ausschließlich für Immobilien mit einem Marktwert von mehr als 2 Millionen Britischen Pfund. Sie tritt ab April 2028 in Kraft und betrifft damit weniger als 1 Prozent aller Immobilien in England. Der geografische Schwerpunkt liegt dabei klar auf London und dem Südosten des Landes, wo die Immobilienpreise traditionell am höchsten sind.

Vier Bewertungsklassen mit gestaffelten Aufschlägen

Die neue Abgabe wird in vier Stufen erhoben, die sich am Immobilienwert orientieren. Die Staffelung sieht folgendermaßen aus:

  • Ab 2 Millionen bis 2,5 Millionen Pfund: 2.500 Pfund pro Jahr
  • Höhere Wertstufen steigen schrittweise an
  • Ab einem Immobilienwert von 5 Millionen Pfund oder mehr: 7.500 Pfund pro Jahr

Reeves hatte die Maßnahme im Haushalt vom November angekündigt. Bis zum Haushaltsjahr 2029/30 soll die Steuer rund 400 Millionen Britische Pfund einbringen. Die Finanzministerin begründete die Abgabe damit, dass sie dazu beitragen solle, „eine langjährige Quelle der Vermögensungleichheit anzugehen".

Vollständige Neubewertung der Luxusimmobilien erforderlich

Ein besonderer Aspekt der neuen Steuer: Sie basiert nicht auf den bestehenden Council-Tax-Bändern, die seit Jahrzehnten weitgehend unverändert geblieben sind. Stattdessen erfordert die Umsetzung eine vollständige Neubewertung der betroffenen Hochpreisimmobilien – eines der größten Vorhaben dieser Art seit Jahrzehnten in Großbritannien.

Diese Neubewertung dürfte erheblichen administrativen Aufwand mit sich bringen. Das OBR erwartet, dass rund 20 Prozent der betroffenen Eigentümer gegen die neue Bewertung ihrer Immobilie Widerspruch einlegen werden. Das entspräche bei 165.000 betroffenen Objekten etwa 33.000 Einsprüchen allein in der ersten Bewertungsrunde.

Für deutsche Anleger und Immobilieninteressierte ist die britische Entwicklung ein bemerkenswertes Signal: Auch in Großbritannien wächst der politische Druck, Vermögen stärker zu besteuern – insbesondere wenn es in Immobilien gebunden ist. Die Diskussion über Vermögensungleichheit und deren steuerliche Behandlung ist damit kein rein deutsches Phänomen, sondern ein gesamteuropäischer Trend.

VillensteuerRachel ReevesCouncil TaxImmobiliensteuer GroßbritannienOBRLuxusimmobilienVermögenssteuer

Meistgelesene News

  1. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  2. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  3. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  4. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  5. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden

Disclaimer