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Goldpreis nahe Rekordhoch wegen Zinshoffnungen

US-Arbeitsmarktschwäche und Regierungsstillstand treiben Nachfrage nach dem Edelmetall an

2 Min
Goldpreis nahe Rekordhoch wegen Zinshoffnungen

Der Goldpreis bleibt dicht am Rekordhoch, getrieben von Erwartungen weiterer US-Zinssenkungen und der politischen Unsicherheit infolge eines Regierungsstillstands in Washington. Das Edelmetall verteuerte sich im frühen Handel um 0,2 Prozent auf 3.871,99 Dollar je Feinunze. Damit notiert es nur knapp unter dem am Vortag erreichten Allzeithoch von 3.895,09 Dollar. Die US-Terminkontrakte für die Dezember-Lieferung blieben mit 3.896,70 Dollar weitgehend unverändert.

Schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA haben die Spekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank verstärkt. Der Rückgang der privaten Beschäftigung im September um 32.000 Stellen gegenüber dem Vormonat signalisiert eine Abkühlung des Arbeitsmarkts. Im August war bereits ein revidiertes Minus von 3.000 Stellen verzeichnet worden. Diese Entwicklung stützt die Erwartung, dass die Fed in diesem Jahr weitere Zinssenkungen beschließen könnte, was den Dollar schwächen und Gold attraktiver machen würde.

Zusätzlich sorgt der politische Stillstand in den Vereinigten Staaten für Unsicherheit an den Märkten. Der fehlende Haushaltskompromiss zwischen Kongress und Weißem Haus hat weite Teile der Regierungsarbeit lahmgelegt und gefährdet zahlreiche Bundesarbeitsplätze. Durch die Haushaltssperre drohen Verzögerungen bei der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten, darunter auch der vielbeachtete Bericht zu den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft, der eigentlich für Freitag vorgesehen war.

Vertreter der US-Notenbank reagieren unterschiedlich auf die aktuelle Lage. Der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, äußerte sich besorgt über die Inflation und betonte, dass er bei weiteren Zinsschritten vorsichtig vorgehen wolle. Der Terminmarkt rechnet laut CME FedWatch Tool dennoch fest mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im laufenden Monat.

Gold profitiert traditionell in Phasen politischer oder wirtschaftlicher Unsicherheit sowie bei niedrigen Zinsen, da es als sicherer Wertspeicher gilt. Die Investmentbank Goldman Sachs sieht zusätzliches Aufwärtspotenzial und erwartet, dass der Goldpreis bis Mitte 2026 auf 4.000 Dollar und bis Ende 2026 auf 4.300 Dollar steigen könnte. Ausschlaggebend seien spekulative Marktpositionierungen und überraschend starke Zuflüsse in westliche börsengehandelte Goldfonds.

Der weltgrößte goldgedeckte ETF SPDR Gold Trust verzeichnete einen Anstieg seiner Bestände um 0,59 Prozent auf 1.018,89 Tonnen – den höchsten Stand seit Juli 2022. Auch andere Edelmetalle legten zu: Silber verteuerte sich um 0,1 Prozent auf 47,38 Dollar je Feinunze, Platin stieg um 0,7 Prozent auf 1.567,41 Dollar und Palladium gewann 2,4 Prozent auf 1.274,68 Dollar.

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