Goldpreis durchbricht Rekordmarke von 4.000 Dollar
Zinssenkungserwartungen, Unsicherheit und Zentralbankkäufe treiben die Nachfrage an

Gold hat erstmals die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze überschritten und damit einen neuen Rekordwert erreicht. Der Anstieg wird von einer Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und Erwartungen weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank getragen. Am frühen Mittwochmorgen lag der Spotpreis bei 4.017,16 Dollar pro Unze, ein Plus von 0,9 Prozent. Die US-Futures für Dezember verzeichneten einen gleich hohen Zuwachs und notierten bei 4.040 Dollar.
Das Edelmetall zählt in diesem Jahr zu den besten Anlageklassen weltweit. Seit Jahresbeginn hat der Spotpreis um 53 Prozent zugelegt, nachdem bereits 2024 ein Anstieg um 27 Prozent verzeichnet worden war. Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Händler rechnen damit, dass nach dem Durchbrechen der 4.000-Dollar-Marke nun die runde Zahl von 5.000 Dollar ins Visier genommen wird. Gründe dafür sehen Marktteilnehmer in der erwarteten Fortsetzung der Zinssenkungspolitik der Federal Reserve sowie in fundamentalen Faktoren wie steigender Verschuldung, einer schwächeren US-Währung und einer verstärkten Diversifizierung der Währungsreserven.
Mehrere Faktoren haben den Preisschub ausgelöst: Erwartungen weiterer Zinssenkungen, anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten, eine robuste Nachfrage der Zentralbanken, zunehmende Kapitalzuflüsse in goldgedeckte börsengehandelte Fonds und der schwache Dollar. Hinzu kommt die politische Lage in verschiedenen Ländern, darunter Frankreich und Japan. Dort haben jüngste Entwicklungen die Nachfrage nach dem krisenfesten Edelmetall zusätzlich gestützt. In Japan spielte die Wahl von Sanae Takaichi eine Rolle, die mit einer expansiveren Haushaltspolitik in Verbindung gebracht wird.
In den USA trägt ein seit einer Woche andauernder Regierungsstillstand zur Nervosität an den Märkten bei. Die Blockade hat die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten verzögert, weshalb Investoren auf alternative Datenquellen zurückgreifen müssen, um die nächsten Zinsschritte der Notenbank einzuschätzen. Aktuell rechnen Marktteilnehmer mit einer Senkung um 25 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung sowie einem weiteren Schritt im Dezember. Analysten verweisen darauf, dass Phasen erhöhter Unsicherheit regelmäßig Preisanstiege bei Gold auslösen. Gleichzeitig könne die Marke von 4.000 Dollar kurzfristig Gewinnmitnahmen nach sich ziehen.
Auch andere Edelmetalle profitierten von der Entwicklung. Silber verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 48,44 Dollar pro Unze. Platin legte 2,4 Prozent auf 1.657,33 Dollar zu, während Palladium um 2,3 Prozent auf 1.368,68 Dollar stieg. Experten gehen davon aus, dass die Goldpreise im kommenden Jahr durch anhaltende Zuflüsse in Fonds, den weiteren Ankauf durch Zentralbanken und niedrigere Zinsen gestützt werden. Banken wie Goldman Sachs und UBS haben deshalb ihre Preisprognosen nach oben angepasst.
