Goldpreis bricht ein, Börsen zeigen Uneinheit
Anleger nehmen Gewinne mit, Japans neue Regierung plant massives Konjunkturpaket

An den internationalen Finanzmärkten zeigten sich die Kurse am Mittwoch uneinheitlich, während der Goldpreis nach einer starken Rally deutlich nachgab. Nach Wochen massiver Kursgewinne nutzten viele Anleger die Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen. Der Preis des Edelmetalls sank am Dienstag zeitweise um mehr als fünf Prozent und lag zuletzt bei 4.127,22 US-Dollar je Unze, ein Rückgang, der ohne klaren Auslöser erfolgte. Seit Jahresbeginn hatte Gold um über 50 Prozent zugelegt, getrieben von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und der Erwartung sinkender US-Leitzinsen.
Marktanalysten sprachen von einer überhitzten Entwicklung. Tony Sycamore vom Brokerhaus IG erklärte, die Positionierungen im Goldmarkt seien „massiv überdehnt“ gewesen. Auch an anderen Börsen zeigten sich Anzeichen kurzfristiger Korrekturen. Die Aktienmärkte reagierten entsprechend verhalten: Der MSCI-Index für Asien-Pazifik ohne Japan fiel um 0,61 Prozent, während die US-Futures leicht im Plus lagen. Der Nasdaq-Future stieg um 0,11 Prozent, der S&P-500-Future um 0,2 Prozent.
Einzelwerte sorgten für Bewegung. Die Aktie des Streamingdienstes Netflix verlor nachbörslich fast sechs Prozent, nachdem das Unternehmen seine Gewinnerwartungen für das dritte Quartal verfehlt hatte. Dagegen legte der Kurs von General Motors um 15 Prozent zu, nachdem der Autobauer seine Jahresprognose anhob. In Europa gaben die EUROSTOXX-50-Futures um 0,3 Prozent nach, während DAX-Futures 0,07 Prozent verloren.
In Japan rückte die Politik in den Mittelpunkt. Der Nikkei-Index verringerte seine anfänglichen Verluste, nachdem bekannt wurde, dass die neue Premierministerin Sanae Takaichi ein umfangreiches Konjunkturpaket vorbereitet. Es soll den Haushalten helfen, die gestiegene Inflation zu bewältigen, und voraussichtlich das Volumen des Vorjahres von 13,9 Billionen Yen übertreffen. Der Yen notierte nach anfänglichen Gewinnen zuletzt weitgehend unverändert bei 151,77 je US-Dollar. Anleger erwarten, dass die Bank of Japan bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Zinsen unverändert lässt.
Auch in den USA richten sich die Blicke auf die Notenbank. Die Federal Reserve entscheidet in der kommenden Woche über den Leitzins, wobei der Markt bereits mit einer Senkung um 25 Basispunkte rechnet. Wegen des anhaltenden Regierungsstillstands fehlen jedoch aktuelle Wirtschaftsdaten, was die Entscheidungsgrundlage der Notenbanker erschwert. Der US-Dollar zeigte sich leicht schwächer, während der Euro auf 1,1607 US-Dollar zulegte. Öl verteuerte sich unterdessen deutlich: Brent stieg um 1,61 Prozent auf 62,31 US-Dollar je Barrel, WTI um 1,71 Prozent auf 58,22 US-Dollar.
