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Goldmine im Sudan eingestürzt: Mindestens 60 Tote befürchtet

Schweres Unglück in al-Zara-Mine: Über 70 Schürfer tot oder vermisst.

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Goldmine im Sudan eingestürzt: Mindestens 60 Tote befürchtet

Mindestens 60 Menschen sind bei einem Goldmine-Einsturz im westkordofanischen Bundesstaat Sudan ums Leben gekommen. Die Katastrophe ereignete sich am Sonntag in der al-Zara-Mine im Fouja-Gebiet nordwestlich von al-Nuhud, wie die Beobachtungsgruppe Kordofan Observatory am Mittwoch mitteilte. Mehr als 70 Handarbeitsschürfer waren demnach tot oder werden vermisst. Ein Überlebender kam am späten Dienstag ans Tageslicht und berichtete, dass sich weitere Schürfer noch unter der Erde befänden, wie Reuters unter Berufung auf Augenzeugenberichte meldete.

Der Einsturz einer Reihe angrenzender Schächte verdeutlicht die enormen Risiken, denen Handarbeitsschürfer in einem der größten Gold produzierenden Länder Afrikas ausgesetzt sind. In Sudan kommt es immer wieder zu tödlichen Minenunfällen, da ein Großteil des Edelmetalls durch Kleinbetriebe abgebaut wird. Die Sicherheitsvorkehrungen sind in diesen oft abgelegenen Minen meist unzureichend.

Rettungsarbeiten ohne spezialisierte Ausrüstung

Bis Mittwoch hatten keine spezialisierten Rettungsteams eingegriffen, so das Kordofan Observatory. Der instabile, sandige Boden erschwert es den Einwohnern vor Ort, mit einfachen Werkzeugen zu den eingeschlossenen Schürfern vorzudringen und Leichen zu bergen. Lokale Quellen führen das Ausmaß der Katastrophe an dem abgelegenen Ort auf unzureichende Sicherheitsvorkehrungen und einen Mangel an Rettungsausrüstung zurück.

Die Möglichkeit, dass sich noch Überlebende unter Tage befinden, hat die Dringlichkeit der Rettungsmaßnahmen erhöht. Doch der fragile Untergrund und das Fehlen spezialisierter Ausrüstung erschweren die Versuche, zu den Verschütteten vorzudringen. Die Situation bleibt angespannt.

Wiederholte tödliche Unfälle im sudanesischen Goldbergbau

Sudan hat bereits mehrere schwere Unglücke im Goldbergbau erlebt. Erst im Jahr 2021 kamen mindestens 32 Menschen bei einem Mineneinsturz ums Leben, wie ein Bergbaubeamter damals mitteilte. Im Jahr 2023 starben 14 Schürfer und mehr als 20 wurden verletzt, als eine Mine im nördlichen Bundesstaat des Landes einstürzte. Augenzeugen beider Fälle sagten aus, dass die Schürfer nach Gold gegraben hätten.

Unfälle sind in der sudanesischen Handarbeitsschürfindustrie am häufigsten, die den Großteil des Goldes des Landes fördert. Ein großer Teil dieser Produktion wird später schmuggelhaft aus dem Land ausgeführt. Die fehlende Regulierung und Kontrolle macht den Sektor anfällig für Sicherheitsmängel und illegale Aktivitäten.

Gold als Konfliktfinanzierung im Bürgerkrieg

Gold ist während des anhaltenden Konflikts im Sudan zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Die paramilitärische Rapid Support Forces (RSF) kontrolliert Westkordofan und generiert Einnahmen aus dem Goldbergbau. Die RSF und die Sudanischen Streitkräfte kämpfen seit 2023 gegeneinander.

Die Europäische Union hat ihre Sanktionen gegen den sudanesischen Goldsektor im Juli dieses Jahres verschärft. Sie untersagte den Kauf, Import oder Transfer von Gold mit Ursprung in Sudan, das nach dem 15. Juli exportiert wurde. Letzte Woche wurden die Maßnahmen erweitert: Nun ist auch der Verkauf, die Lieferung, der Transfer oder die Ausfuhr von Quecksilber und Natriumcyanid nach Sudan verboten. Diese Chemikalien werden häufig bei der Goldgewinnung eingesetzt.

Die EU begründet die Beschränkungen damit, dass Goldbergbau und -ausbeutung wichtige Einkommensquellen sowohl für die Rapid Support Forces als auch für die Sudanischen Streitkräfte darstellen. Die Sanktionen sollen die Ressourcen einschränken, die zur Aufrechterhaltung des blutigen Konflikts verwendet werden. Die Schweiz hatte zuvor bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen, um die sudanesische Kriegswirtschaft zu treffen.

Die Tragödie von al-Zara zeigt einmal mehr die verheerenden Folgen des unregulierten Kleinbergbaus in einer Krisenregion, in der Gold nicht nur wirtschaftliche Bedeutung hat, sondern auch als Treibstoff für einen brutalen Bürgerkrieg dient.

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