Kongo steigert Kupferexporte auf Rekordniveau und diversifiziert Absatzmärkte
Kupferexporte aus dem Kongo erreichen 1,72 Millionen Tonnen – USA und Europa verdoppeln Anteil.

Die Demokratische Republik Kongo hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Rekord bei den Kupferexporten aufgestellt. Wie aus einem offiziellen Bericht des kongolesischen Bergbauministeriums hervorgeht, der Reuters vorliegt, stiegen die Ausfuhren von Januar bis Juni auf 1,72 Millionen Tonnen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,65 Millionen Tonnen.
Gleichzeitig vollzieht Kinshasa eine strategische Wende: Der Anteil der Kupferverkäufe in die USA und nach Europa hat sich im Vergleich zu 2025 verdoppelt. Mit diesem Schritt versucht die Regierung, die Exporte kritischer Mineralien weg von China zu diversifizieren. Das zentralafrikanische Land ist der größte Kobaltproduzent und der zweitgrößte Kupferproduzent der Welt.
Hintergrund der Diversifizierungsstrategie
Chinesische Unternehmen wie CMOC, Huayou Cobalt und Zijin dominieren einen Großteil des kongolesischen Bergbausektors. Die USA und die Europäische Union haben ihre Bemühungen zur Sicherung alternativer Lieferketten für kritische Rohstoffe in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert.
Seit der Unterzeichnung einer strategischen Mineralienpartnerschaft mit Washington im Dezember 2025 nutzt der staatliche Bergbaukonzern Gecamines sogenannte Off-take-Vereinbarungen mit den Händlern Mercuria und Glencore. Ziel ist es, den eigenen Anteil am Kupfer aus großen Minen – darunter auch chinesisch verbundene Betriebe – an alternative Märkte zu vermarkten.
„Das erste Halbjahr 2026 war geprägt von der Umsetzung der Diversifizierungsoffensive bei den Exporten“, heißt es in dem Bericht des Bergbauministeriums. Konkrete Verkaufsmengen für die USA und Europa wurden jedoch nicht genannt. Kinshasa wolle seine Abhängigkeit von chinesischen Handelskanälen reduzieren und Beteiligungen an Tenke Fungurume Mining, Kamoto Copper Company und anderen Projekten monetarisieren, so der Bericht weiter.
Kobaltexporte sinken aufgrund von Quoten
Während die Kupferausfuhren zulegten, entwickelten sich die Kobaltexporte gegenläufig. Sie sanken um 6,4 Prozent auf 41.140 Tonnen, nach 43.930 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Grund dafür sind Exportquoten, die Kinshasa verhängt hatte, um den Markt für das Batteriemetall zu stabilisieren.
Die Kisanfu-Mine von CMOC war laut Bericht der größte Exporteur von Kobalthydroxid und lieferte 24.825 Tonnen. Dahinter folgten Glencores KCC und ERGs Metalkol.
Exportverbot für Konzentrate zeigt erste Wirkung
Kongo hatte zudem im Juni die Ausfuhr von Kupfer- und Kobalterzkonzentraten verboten. Dennoch beliefen sich die Exporte von Kupferkonzentrat im ersten Halbjahr insgesamt auf 151.202 Tonnen, die 50.629 Tonnen Kupfer enthielten. Zu den größten Exporteuren von Kupferkonzentrat gehörten Frontier Mining der Eurasian Resources Group, das chinesisch besessene Kinsenda Copper Company, Everbright Mining und Sabwe Mining.
Das kongolesische Bergbauministerium reagierte zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Der Schritt unterstreicht jedoch den wachsenden geopolitischen Wettlauf um kritische Rohstoffe, bei dem der Kongo eine Schlüsselrolle einnimmt. Für deutsche und europäische Abnehmer gewinnt das Land als Lieferant für die Energiewende zunehmend an Bedeutung.
