Goldman Sachs: US-Wirtschaft wächst 2026 stärker als erwartet
Goldman Sachs hebt seine Wachstumsprognose für die USA an und senkt gleichzeitig das Rezessionsrisiko deutlich. Die Investmentbank erwartet für 2026 ein BIP-Wachstum von 2,5 Prozent – deutlich über dem Konsens.

Goldman Sachs zeigt sich optimistisch für die US-Wirtschaft im Jahr 2026. Die Investmentbank prognostiziert ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,5 Prozent im Quartalsvergleich Q4 zu Q4 – deutlich über der Konsensschätzung von 2,1 Prozent. Auf Jahresbasis erwarten die Analysten um David Mericle sogar 2,8 Prozent.
Parallel zur angehobenen Wachstumsprognose senkte Goldman Sachs die Rezessionswahrscheinlichkeit für die kommenden zwölf Monate von 30 auf 20 Prozent. Als Haupttreiber für den positiven Ausblick nennen die Experten geplante Steuersenkungen, die die Belastung durch US-Zölle aus dem Vorjahr ausgleichen sollen.
Steuersenkungen als Wachstumsmotor
Die Goldman-Analysten sehen mehrere Faktoren, die das Wirtschaftswachstum stützen werden. "Steuersenkungen, Reallohngewinne und steigendes Vermögen dürften ein solides Wachstum der Konsumausgaben aufrechterhalten", heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig sollen neue Steueranreize, lockerere Finanzbedingungen und verringerte politische Unsicherheit die Unternehmensinvestitionen ankurbeln.
Besonders bemerkenswert ist die Inflationsprognose der Bank. Der Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (Kern-PCE), die bevorzugte Inflationskennzahl der US-Notenbank Fed, soll bis Dezember 2026 auf 2,1 Prozent im Jahresvergleich sinken. Aktuell liegt die Rate noch bei 2,7 Prozent.
Inflation deutlich unter Konsens
Die Goldman-Schätzung liegt damit unter den Erwartungen der Wall Street, der Fed und der allgemeinen Markteinschätzung. Die Analysten begründen ihre Zuversicht mit "bedeutenden Fortschritten" bei der Eindämmung des Preiswachstums im Jahr 2025, die durch einen "moderaten, einmaligen Schub durch Zölle verschleiert wurden".
Für den Arbeitsmarkt prognostiziert Goldman Sachs eine Stabilisierung der Arbeitslosenquote bei 4,5 Prozent. Allerdings sehen die Analysten hier mehrere Risiken: "Der Ausgangspunkt für das Beschäftigungswachstum ist schwach und eng, die Zahl der offenen Stellen ist weiterhin langsam rückläufig, und Unternehmen diskutieren zunehmend über Entlassungen."
Fed-Zinssenkungen erwartet
Zudem gewinnt der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Senkung der Arbeitskosten an Bedeutung, was zusätzlichen Druck auf den Arbeitsmarkt ausüben könnte. Aktuelle Arbeitsmarktdaten zeigen, dass Unternehmen sowohl bei Einstellungen als auch Entlassungen vorsichtig agieren.
Bei der Geldpolitik rechnet Goldman Sachs mit zwei Zinssenkungen der Federal Reserve um jeweils 25 Basispunkte im Juni und September 2026. Der Leitzins würde damit auf 3,00 bis 3,25 Prozent fallen. Ursprünglich hatte die Bank die Senkungen für März und Juni erwartet.
Die sinkende Inflation könnte dabei helfen, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fed aufzulösen. Einige Entscheidungsträger zeigten sich zuletzt zurückhaltend gegenüber weiteren Zinssenkungen, solange die Inflation über dem 2-Prozent-Ziel der Zentralbank liegt.
