Gold fällt auf 4.040 Dollar: Dollar steigt vor Fed-Entscheidung
Der Goldpreis gibt vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank nach, gestützt von Schnäppchenkäufen und chinesischer Nachfrage.

Die Goldpreise sind am Mittwoch gefallen, während die Anleger auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve warteten. Ein leicht gestiegener US-Dollar übte Druck auf das Edelmetall aus. Um 00:57 Uhr ET (04:57 Uhr GMT) fiel das Spot-Gold um 0,6 Prozent auf 4.037,98 US-Dollar pro Unze, während die US-Gold-Futures ebenfalls um 0,6 Prozent auf 4.051,32 US-Dollar sanken.
Stütze erhielt das Edelmetall durch Schnäppchenkäufe und die Hoffnung, dass sinkende Ölpreise die Inflationsrisiken dämpfen könnten. Der US-Dollar-Index legte um 0,1 Prozent auf 102,42 zu. Die Ölpreise blieben nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit Verlusten kaum verändert.
Auch die übrigen Edelmetalle gerieten unter Druck. Ein Metall fiel um 0,9 Prozent auf 53,9100 US-Dollar pro Unze, ein weiteres gab um 0,7 Prozent auf 1.533,06 US-Dollar nach. Platin fiel um 0,6 Prozent auf 1.030,40 US-Dollar, während die Palladium-Futures um 0,2 Prozent auf 1.026,75 US-Dollar sanken.
Die Details
Barren-Gold hielt an einem Gewinn von 1,1 Prozent aus der Vorperiode fest. Die Anleger beobachteten den Ausgang des hart umkämpften israelischen Wahlkampfs. Die globalen Aktienmärkte stiegen, da die Begeisterung für Investitionen in künstliche Intelligenz nach der Verkaufswelle der vergangenen Woche zurückkehrte.
Gold stand zuletzt unter Druck durch die allgemeine Abwicklung des KI-Handels. Anleger verkauften Barren, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen, als die Technologieaktien fielen. Das Metall erreichte am Freitag sein niedrigstes Niveau seit Mitte Juli.
Obwohl die Preise in den letzten Tagen unter 4.000 US-Dollar pro Unze gefallen waren, haben physische Käufer und Schnäppchenjäger einen stärkeren, anhaltenden Rückgang begrenzt. Die Nachfrage aus chinesischen Haushalten hat zusätzliche Unterstützung geboten. Das Kaufinteresse an Barren hat in den vergangenen zwei Monaten zugenommen, als die Preise erlahmten und inländische Aktien ihre Anziehungskraft verloren.
Diese Käufe haben trotz der allgemeinen Marktvolatilität dazu beigetragen, einen Preisboden zu etablieren, so die Einschätzung von ANZ.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 20.10.2026 berichtete aktien.news, dass der Goldpreis im asiatischen Frühhandel leicht nachgegeben hatte. Bis 01:02 Uhr GMT fiel der Spot-Goldkurs um 0,3 Prozent auf 4.126,84 US-Dollar pro Unze, die US-Gold-Futures für die Lieferung im Dezember sanken um 0,3 Prozent auf 4.146,00 US-Dollar. Damals richteten die Anleger ihren Blick auf die geldpolitische Sitzung der Fed am 27. und 28. Oktober sowie auf die PCE-Daten der kommenden Woche.
Am 26.09.2026 meldete aktien.news einen Rückgang des Goldpreises auf das Niveau des Vortages. Am Donnerstagmorgen in New York stand Gold im Spotmarkt 0,4 Prozent tiefer bei 4.271,16 US-Dollar pro Unze, nachdem es zuvor seinen Tiefststand seit dem 16. September berührt hatte. Die US-Gold-Futures für die Lieferung im Dezember verloren 0,3 Prozent und schlossen bei 4.306 US-Dollar. Drei Faktoren lasteten damals auf dem Edelmetallmarkt: steigende Ölpreise, ein stärkerer US-Dollar und die Erwartung eines eher restriktiven Zinskurses der Fed.
Am 30.07.2026 hatte aktien.news dagegen über steigende Goldpreise berichtet. Um 09:56 Uhr ET (13:56 Uhr GMT) stieg der Spot-Goldpreis um 0,9 Prozent auf 4.104,21 US-Dollar pro Unze, die Gold-Futures kletterten um 1,6 Prozent auf 4.100,50 US-Dollar. Die Fed ließ die Leitzinsen unverändert, doch Fed-Vorsitzender Kevin Warsh bekräftigte das Engagement der Zentralbank, die Inflation wieder auf das langjährige Ziel von 2 Prozent zu senken.
Bereits am 18.03.2026 war der Goldpreis im asiatischen Handel unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US-Dollar je Unze gefallen. Der Spot-Goldpreis sank um 0,4 Prozent auf 4.987,09 US-Dollar, die Gold-Futures gaben auf 4.990,44 US-Dollar nach. Silber verlor damals 0,3 Prozent auf 79,03 US-Dollar je Unze, Platin fiel um 0,6 Prozent auf 2.116,40 US-Dollar. Das Edelmetall verarbeitete damit einen deutlichen Rückgang von seinem Rekordhoch bei knapp 5.600 US-Dollar je Unze, das Ende Januar erreicht worden war.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger bleibt die Richtung des US-Dollar der zentrale kurzfristige Treiber. Ein stärkerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA teurer und drückt tendenziell auf den Preis. Gleichzeitig stützt die Aussicht auf unveränderte Zinsen das Edelmetall, da Gold keine Zinsen abwirft und damit bei stabilen Zinsen relativ attraktiv bleibt.
Die Nachfrage aus China zeigt, dass physische Käufer Preisrückgänge als Einstiegsgelegenheit nutzen. Solche Käufe können einen Preisboden bilden, wie die Einschätzung von ANZ nahelegt. Anleger sollten jedoch beachten, dass die hohen Energiekosten die Inflationssorgen aufrechterhalten und Händler weiterhin eine mögliche Zinserhöhung bis Jahresende erwarten.
Bemerkenswert ist die Schwankungsbreite, die die jüngsten Berichte von aktien.news dokumentieren: Von einem Rekordhoch bei knapp 5.600 US-Dollar je Unze Ende Januar über den Rückfall unter 5.000 US-Dollar im März bis zu Kursen um 4.000 US-Dollar im Herbst zeigt sich, wie stark das Edelmetall auf Zins- und Dollar-Signale reagiert. Wer in Gold investiert, sollte diese Volatilität einplanen.
Ausblick
Von der Federal Reserve wird allgemein erwartet, dass sie die Zinsen bei ihrer Sitzung am Mittwoch unverändert lässt. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh steht vor der Herausforderung, Anleger davon zu überzeugen, dass die Notenbank entschlossen ist, die Inflation unter Kontrolle zu bringen, selbst wenn die Politiker diese Woche die Zinsen stabil halten. Seine Kommunikation wird aufmerksam auf Signale zur wahrscheinlichen Richtung der Politik nach der Oktober-Sitzung beobachtet.
Zusätzlich werden die Anleger auf den US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) schauen, die bevorzugte Inflationsmesszahl der Fed. Der PCE-Bericht für September wird am Donnerstag veröffentlicht und könnte die Erwartungen für den nächsten politischen Schritt beeinflussen.
Kurz erklärt
- Spot-Gold: Der Preis für die sofortige Lieferung von Gold, im Gegensatz zu einem Terminkontrakt.
- US-Dollar-Index: Ein Maß für die Stärke des US-Dollar gegenüber einem Korb wichtiger Währungen.
- PCE-Index: Ein Inflationsmaß, das die Preisentwicklung privater Konsumausgaben abbildet.
