Globale Inflation und Zinsen: Wo Deutschland im internationalen Vergleich steht
Neue Datenanalyse zeigt weltweite Entwicklung der Verbraucherpreise und Zentralbank-Entscheidungen seit der Pandemie.

Die globale Inflationswelle zeigt erste Anzeichen der Entspannung, doch der Weg zurück zur Normalität bleibt steinig. Ein umfassender Tracker der Financial Times dokumentiert die Entwicklung von Verbraucherpreisen und Leitzinsen in den wichtigsten Volkswirtschaften weltweit. Die Daten werden kontinuierlich aktualisiert und ermöglichen erstmals einen direkten Ländervergleich.
Zu Beginn der Corona-Pandemie lagen die Inflationsraten in den meisten entwickelten Volkswirtschaften noch bei oder nahe dem Zielwert von zwei Prozent. Diese Stabilität zerbrach jedoch schnell. Lieferkettenprobleme nach den Lockdowns und explodierende Energiepreise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine lösten einen Preisschock aus, der kaum ein Land verschonte.
Viele Zentralbanken reagierten mit drastischen Zinserhöhungen, um die Teuerung einzudämmen. Diese Politik zeigt mittlerweile Wirkung: Die Inflation ist in den meisten Ländern deutlich von ihren Höchstständen zurückgegangen. Mehrere Notenbanken haben bereits damit begonnen, die Kreditkosten wieder zu senken und einen neuen geldpolitischen Zyklus eingeleitet.
Die letzten Prozentpunkte bleiben schwierig
Politische Entscheidungsträger warnen jedoch vor voreiligem Optimismus. Die letzte Etappe zurück zum Inflationsziel von zwei Prozent könnte sich als die schwierigste erweisen. Besonders die Kerninflation, die volatile Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, verharrt in vielen G7-Staaten auf erhöhtem Niveau.
Die Energiepreise, die lange Zeit Haupttreiber der Inflation waren, haben sich von ihren Höchstständen während der Energiekrise deutlich erholt. Gas- und Stromkosten sind merklich gesunken, was den Preisdruck in vielen Bereichen mindert. Diese Entwicklung gibt den Zentralbanken mehr Spielraum für eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik.
Immobilienmarkt unter Druck
Die Immobilienpreise stiegen während der Pandemie in zahlreichen Ländern stark an. Hohe Hypothekenzinsen haben jedoch mittlerweile zu einer spürbaren Verlangsamung des Wachstums geführt. Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen, die stark von Markterwartungen bezüglich künftiger Zinsentscheidungen beeinflusst werden, spiegeln diese Entwicklung wider.
Der FT-Tracker ermöglicht Anlegern und Interessierten einen direkten Vergleich von bis zu drei Ländern bei Inflationsraten und Leitzinsen. Die interaktive Darstellung wird regelmäßig nach Veröffentlichungen der nationalen Statistikämter und geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken aktualisiert. So lässt sich die globale Inflationsentwicklung in Echtzeit verfolgen und einordnen.
