Glencore steigert Kupferproduktion um 19% – Handelssparte übertrifft Ziel
Bessere Erzgehalte in Afrika und höhere Produktion in Peru treiben Glencores Kupferoutput im ersten Quartal deutlich an.

Der Schweizer Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore hat im ersten Quartal 2026 seine Kupferproduktion deutlich gesteigert. Mit 199.600 Tonnen produziertem Kupfer legte das Unternehmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 167.900 Tonnen um 19% zu. Als Haupttreiber nannte Glencore verbesserte Erzgehalte in seinen afrikanischen Betrieben sowie eine höhere Produktion in der Antamina-Mine in Peru.
Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass die Handelssparte weiterhin auf Kurs ist, das obere Ende der jährlichen Gewinnprognose zu übertreffen. Die Prognosespanne für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Handelssparte liegt für das Gesamtjahr bei 2,3 bis 3,5 Milliarden US-Dollar.
Kobaltproduktion bricht um 39% ein
Während die Kupferproduktion floriert, verzeichnete Glencore beim Kobalt einen deutlichen Rückgang. Die Kobaltproduktion sank im ersten Quartal um 39%. Hintergrund sind Exportquotenbeschränkungen in der Demokratischen Republik Kongo, die das Unternehmen dazu veranlassten, in seinen dortigen Anlagen der Kupferproduktion den Vorzug zu geben. Kobalt ist ein wesentlicher Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien, die Elektrofahrzeuge und Unterhaltungselektronik antreiben.
Die Entscheidung, Kupfer gegenüber Kobalt zu priorisieren, spiegelt die anhaltend starke Nachfrage nach dem roten Metall wider. Kupfer wird in großem Umfang in Elektrofahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Stromnetzen eingesetzt – Bereiche, die im Zuge der globalen Energiewende stark wachsen.
Jahresprognose trotz Herausforderungen bestätigt
CEO Gary Nagle äußerte sich zu den operativen Rahmenbedingungen: Der Iran-Krieg habe im ersten Quartal nur begrenzte Auswirkungen auf das operative Geschäft gehabt. Allerdings entstehe Kostendruck durch höhere Preise für Diesel und Schwefelsäure. Nagle betonte jedoch, dass höhere Rohstoffpreise diesen Druck mehr als ausgleichen und dazu beitragen würden, die Margen auszuweiten.
Trotz operativer Herausforderungen und der Schließung zweier australischer Minen, die das Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer erreicht haben, hält Glencore an seiner Produktionsprognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Dies unterstreicht die Zuversicht des Managements in die Stabilität des Konzerns.
Für deutsche Anleger ist Glencore als einer der weltweit größten Rohstoffkonzerne und Kupferproduzenten von besonderer Bedeutung. Der Konzern ist an der Londoner Börse notiert und gilt als wichtiger Indikator für die globale Rohstoffnachfrage – insbesondere im Hinblick auf die Elektromobilität und den Ausbau erneuerbarer Energien, die beide stark von Kupfer abhängig sind.
