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Glencore, Peabody und Heeney prüfen Kohlegeschäfte in Venezuela

Drei Konzerne verhandeln laut Bloomberg News über operative Kontrolle und Abnahmerechte für Kohleminen im Bundesstaat Zulia.

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Glencore, Peabody und Heeney prüfen Kohlegeschäfte in Venezuela

Glencore, Peabody Energy und die Investmentfirma Heeney Capital prüfen Geschäfte zur Kohleförderung in Venezuela. Das berichtete Bloomberg News am Mittwoch unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen. Die Gespräche zwischen Venezuela und den Unternehmen konzentrieren sich dem Bericht zufolge eher auf die operative Kontrolle und Abnahmerechte als auf den vollständigen Erwerb der Minen.

Konkret arbeiten Glencore und Peabody Energy gemeinsam an einem möglichen Angebot für Vermögenswerte im Bundesstaat Zulia. Heeney Capital verfolgt dagegen ein separates potenzielles Angebot, und zwar zusammen mit dem in Alabama ansässigen Bergbauunternehmen Drummond Co. Damit zeichnet sich ab, dass mehrere Investorengruppen parallel um Zugang zu den venezolanischen Kohlereserven werben.

Die Nachricht fällt in eine Phase, in der die US-Regierung ihre Bemühungen intensiviert, Kontrolle und Einfluss über die umfangreichen natürlichen Ressourcen des südamerikanischen Landes jenseits des Ölsektors zu erlangen. Die Trump-Administration strebt einen größeren Zugang der USA zu den mineralischen Ressourcen Venezuelas an. Reuters hatte bereits zuvor in diesem Monat über diese Bestrebungen berichtet.

Die Details

Beteiligt sind nach Angaben des Bloomberg-Berichts drei Unternehmen beziehungsweise Unternehmensgruppen. Auf der einen Seite stehen der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore sowie der US-Kohleproduzent Peabody Energy, die an einem gemeinsamen Angebot für Vermögenswerte im Bundesstaat Zulia arbeiten. Auf der anderen Seite verfolgt die in New York ansässige Investmentfirma Heeney Capital ein eigenes Vorhaben gemeinsam mit Drummond Co. aus Alabama.

Der Bericht macht deutlich, dass die Verhandlungen bislang nicht auf einen vollständigen Verkauf oder Erwerb der Minen hinauslaufen. Im Zentrum stehen vielmehr die operative Kontrolle über die Förderung sowie Abnahmerechte für die geförderte Kohle. Für die venezolanische Seite bedeutet dieses Modell, dass die Eigentumsfrage zunächst offenbleibt, während ausländische Partner den Betrieb und den Absatz organisieren könnten.

Zur Bestätigung der Angaben äußerten sich die Unternehmen bislang nicht. Glencore lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Peabody Energy, Heeney Capital und Drummond reagierten auf die Anfragen von Reuters nach einer Kommentarabgabe zunächst nicht. Da sich die Informationen auf namentlich nicht genannte, mit der Materie vertraute Personen stützen, handelt es sich bislang um unbestätigte Angaben.

Klar ist: Der Bundesstaat Zulia ist der geografische Bezugspunkt des möglichen Glencore-Peabody-Angebots. Die Region liegt im Nordwesten Venezuelas und ist bislang vor allem als Erdölregion bekannt. Eine nennenswerte Kohleförderung für den Export hat Venezuela in den vergangenen Jahren nicht betrieben.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuellen Gespräche sind Teil einer Entwicklung, die aktien.news in den vergangenen Monaten mehrfach begleitet hat. Bereits am 15.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Kohleexporte aus Venezuela Teil künftiger Energieabkommen mit den Vereinigten Staaten werden könnten. US-Innenminister Doug Burgum erklärte damals auf einer Pressekonferenz in Houston, die Kohle könne sowohl für den Export als auch für die Stromerzeugung innerhalb Venezuelas genutzt werden. Burgum stellte klar, dass für den lokalen Verbrauch in Venezuela mehr Energie benötigt werde, während das Land sein Stromnetz wiederaufbaut. Zugleich wies der Bericht darauf hin, dass Venezuela in den vergangenen Jahren keinerlei Kohle exportiert hat.

Nur zwei Tage später, am 17.09.2026, meldete aktien.news, dass venezolanische Behörden am Rande der G20-Energiekonferenz in Houston mehrere wegweisende Vereinbarungen unterzeichnet haben. Die in New York ansässige Investmentfirma Heeney Capital erhält demnach Betriebs- und Exportrechte für eine Goldmine, während der US-Ölproduzent Continental Resources den Einstieg in ein großes Ölprojekt im Orinoco-Gürtel vorbereitet. Die Entwicklungen sind Teil eines von Washington unterstützten Wiederaufbauplans für das südamerikanische OPEC-Land nach der Festnahme des damaligen Präsidenten Nicolas Maduro im Januar. Im Rahmen einer 30-jährigen Vereinbarung geht Heeney Capital eine Partnerschaft mit dem Rohstoffhändler Mercuria Energy ein, um die Choco-Mine zu betreiben.

Auch im Ölsektor hatte sich die Öffnung bereits abgezeichnet. Am 03.02.2026 berichtete aktien.news, dass das Genfer Rohstoffhandelshaus Mercuria Energy Group Ltd. Verhandlungen mit dem venezolanischen Staatskonzern PDVSA über den Kauf von Rohöl führt. Damit reihte sich Mercuria in eine wachsende Liste internationaler Händler ein, die nach der Lockerung der US-Sanktionen Geschäfte mit Venezuela anstreben. Bereits damals warben andere große Handelshäuser wie Trafigura Group und Gunvor Group aktiv um venezolanische Rohöllieferungen.

Parallel dazu baute Washington auch im eigenen Land eine Kohle-Stoßrichtung auf. Am 11.02.2026 berichtete aktien.news, dass US-Präsident Donald Trump das Pentagon anweisen wollte, staatliche Mittel und Verträge des Verteidigungsministeriums zu nutzen, um amerikanische Kohlekraftwerke zu stützen. Bloomberg News zufolge sollte die Maßnahme per Exekutivverordnung erfolgen, wonach Verteidigungsminister Pete Hegseth Vereinbarungen über den Kauf von Strom aus Kohlekraftwerken für militärische Operationen treffen sollte. Parallel plante das Energieministerium, 175 Millionen Dollar für Modernisierungen in sechs Kohlekraftwerken bereitzustellen, unter anderem in Kentucky, North Carolina, Ohio und Virginia.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem als Signal zu lesen, wie sich die Rohstoffpolitik gegenüber Venezuela verschiebt. Auffällig ist die Struktur der Deals: Statt vollständiger Übernahmen geht es um operative Kontrolle und Abnahmerechte. Solche Modelle sind für Konzerne mit geringerem Kapitalrisiko verbunden, bringen aber auch weniger klare Eigentumspositionen und damit schwerer kalkulierbare Bilanzwirkungen.

Zweitens zeigt sich, dass Venezuela über den Ölsektor hinaus in den Fokus rückt. Kohle, Gold und Öl werden in den vorliegenden Berichten nebeneinander genannt. Für Anleger, die in Bergbau- und Rohstoffwerte investiert sind, ist relevant, dass Glencore und Peabody Energy hier als potenzielle Partner genannt werden – beide Unternehmen sind an internationalen Börsen gelistet. Belastbare Aussagen über Volumina, Investitionssummen oder Zeitpläne enthalten die Berichte jedoch nicht.

Drittens bleibt die Quellenlage unsicher. Die Angaben stammen aus dem Bloomberg-Bericht, der sich auf nicht genannte Personen beruft. Glencore lehnte eine Stellungnahme ab, die übrigen genannten Unternehmen antworteten zunächst nicht. Anleger sollten derartige Meldungen daher nicht als abgeschlossene Transaktionen behandeln. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Konkrete Termine nennt der Bloomberg-Bericht nicht. Offen ist, wann und ob die Gespräche zu einem Angebot führen. Beobachten lässt sich zunächst, ob Glencore und Peabody Energy ein gemeinsames Angebot für Vermögenswerte im Bundesstaat Zulia vorlegen und ob Heeney Capital zusammen mit Drummond einen eigenen Vorstoß unternimmt. Entscheidend dürfte zudem sein, ob das Modell der operativen Kontrolle und Abnahmerechte auch vertraglich fixiert wird.

Auf politischer Ebene bleibt die Linie der Trump-Administration bestimmend. Sie strebt einen größeren Zugang der USA zu den mineralischen Ressourcen Venezuelas an und weitet ihre Bemühungen über den Ölsektor hinaus aus. Innenminister Doug Burgum hatte die Kohle ausdrücklich als möglichen Bestandteil künftiger Energieabkommen bezeichnet, sowohl für den Export als auch für die Stromerzeugung im Land selbst. Ob daraus tatsächlich Exporte entstehen, hängt davon ab, ob sich Investoren, Betreiber und Abnehmer auf eine gemeinsame Struktur verständigen.

Kurz erklärt

  • Abnahmerechte: Vertragliches Recht, eine bestimmte Fördermenge eines Rohstoffs zu festgelegten Bedingungen zu kaufen.
  • Operative Kontrolle: Die Befugnis, den laufenden Betrieb einer Mine zu steuern, ohne deren Eigentümer zu sein.
  • Exekutivverordnung: Eine Anweisung des US-Präsidenten an Bundesbehörden, die ohne Beschluss des Kongresses wirksam wird.
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