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Gewerkschaften der Kupfermine Centinela in Chile streikbereit

Zwei Gewerkschaften mit 708 Mitgliedern lehnen Vertragsangebot ab – staatliche Vermittlung soll Eskalation verhindern.

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Gewerkschaften der Kupfermine Centinela in Chile streikbereit

SANTIAGO – Die beiden großen Gewerkschaften der Kupfermine Centinela des chilenischen Konzerns Antofagasta Minerals haben am Dienstag erklärt, dass sie zu einem Streik bereit sind, diesen aber aussetzen wollen, falls das Unternehmen während der staatlich vermittelten Verhandlungen doch noch eine Einigung erzielt. Betroffen sind die Gewerkschaften Minera Esperanza und Distrito Centinela mit insgesamt 708 Mitgliedern.

Die Arbeitnehmervertreter hatten das Vertragsangebot des Unternehmens abgelehnt. Dadurch wurde ein gesetzlich vorgeschriebenes, staatliches Vermittlungsverfahren ausgelöst, das auf gegenseitiges Einvernehmen verlängert werden kann. Ein Streik wäre damit frühestens nach Ablauf dieser Vermittlungsphase rechtlich durchsetzbar.

Kern des Konflikts ist nach Angaben der Gewerkschaftsführer die Forderung, dass alle Beschäftigten unabhängig von ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit dieselben Leistungen erhalten sollen. Diese Ungleichbehandlung zwischen den beiden Organisationen ist offenbar der zentrale Streitpunkt.

Unternehmen legte bislang kein Angebot vor

Der Präsident der Gewerkschaft Minera Esperanza, Milenko Diaz, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Arbeitnehmer seien bereit, eine Vereinbarung zu treffen. Allerdings habe das Unternehmen bislang keinen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts vorgelegt. Diaz schätzte, dass ein Streik rechtlich genehmigt werden könnte, um am 13. Oktober zu beginnen, falls keine Einigung zustande kommt.

Der Führer der Gewerkschaft Distrito Centinela, Hector Aguilera, erklärte, die Mitglieder seien bereit, den Streik auszusetzen. Er betonte, die Arbeitnehmer seien „überzeugt, dass jetzt der Moment ist“, um die Diskrepanz bei den Leistungen zu beenden. Damit signalisieren beide Gewerkschaften Gesprächsbereitschaft, machen aber zugleich Druck.

Das Risiko eines Arbeitskampfes bei Centinela stützt die globalen Preise für Kupfer, das auch als rotes Metall bezeichnet wird. Die Produktion war laut Bericht zuletzt durch operative Probleme, niedrigere Erzgrade und ungünstiges Wetter eingeschränkt worden. Jede zusätzliche Unsicherheit auf der Angebotsseite wirkt sich deshalb unmittelbar auf die Notierungen aus.

Bedeutung für den globalen Kupfermarkt

Centinela produzierte im Jahr 2025 nach den vorliegenden Angaben 240.400 metrische Tonnen Kupfer. Diese Menge ist im globalen Maßstab relevant, zumal Chile zu den größten Kupferproduzenten der Welt zählt und Antofagasta Minerals zu den bedeutenden Bergbaukonzernen des Landes gehört.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern von Interesse, als Kupfer ein zentraler Rohstoff für die Energiewende, die Elektromobilität und den Ausbau der Stromnetze ist. Lieferrisiken in einem der wichtigsten Förderländer können die Preise und damit auch die Kosten in nachgelagerten Industrien beeinflussen. Zugleich profitieren rohstoffnahe Unternehmen und Fonds von steigenden Notierungen.

Ob es tatsächlich zu einem Streik kommt, hängt nun vom Verlauf der staatlichen Vermittlung ab. Beide Seiten haben grundsätzlich die Bereitschaft erkennen lassen, eine Eskalation zu vermeiden. Entscheidend dürfte sein, ob das Unternehmen in den kommenden Tagen ein tragfähiges Angebot vorlegt, das die von den Gewerkschaften geforderte Gleichbehandlung der Beschäftigten adressiert.

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