ANZEIGE

SDax-ETF: Nur ein einziger Fonds für deutsche Nebenwerte

Das Angebot an SDax-ETFs bleibt mit nur einem einzigen Fonds extrem dünn – die Anlegernachfrage ist gering.

•• 2 Min
SDax-ETF: Nur ein einziger Fonds für deutsche Nebenwerte

Der deutsche Nebenwerte-Index SDax führt bei hiesigen ETF-Anlegern ein Schattendasein. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, existiert bundesweit lediglich ein einziger börsengehandelter Indexfonds (ETF), der diesen Markt abbildet. Das Angebot an passiven Produkten für den Nebenwertebereich bleibt damit außergewöhnlich schmal – ein deutliches Signal für die Zurückhaltung der Investoren.

Ein einziger Fonds für einen ganzen Index

Der einzige verfügbare SDax-ETF stammt vom französischen Vermögensverwalter Amundi. Er verwaltet nach Angaben der Quelle ein Fondsvermögen von 160 Millionen Euro. Diese Summe erscheint zunächst solide, fällt im direkten Vergleich mit den großen Produkten auf den deutschen Leitindex jedoch kaum ins Gewicht.

Der größte ETF auf den DAX kommt auf ein Fondsvermögen von mehr als 8,5 Milliarden Euro. Damit übertrifft das Flaggschiff-Produkt auf den Leitindex den einzigen SDax-ETF um ein Vielfaches. Die Diskrepanz macht anschaulich, wie ungleich die Anlegergelder zwischen den beiden Indizes verteilt sind. Während der Dax als Maßstab für den deutschen Aktienmarkt gilt und entsprechend breit nachgefragt wird, bleibt der SDax ein Nischenprodukt.

Für Privatanleger, die sich für kleinere und mittlere deutsche Unternehmen interessieren, hat das konkrete Folgen. Wer den SDax über einen ETF abbilden möchte, kann faktisch nicht zwischen verschiedenen Anbietern wählen. Es fehlt der Wettbewerb um niedrige Kosten und unterschiedliche Produktvarianten, wie er bei Dax-ETFs selbstverständlich ist.

Was der SDax eigentlich abbildet

Der SDax ist der deutsche Nebenwerte-Index und bündelt kleinere börsennotierte Unternehmen, die unterhalb der im MDax gelisteten Titel rangieren. Er richtet sich damit an Anleger, die bewusst auf kleinere Firmen setzen und deren Chancen sowie Risiken in Kauf nehmen. Nebenwerte gelten als schwankungsanfälliger als Standardwerte – ein Grund, warum sie bei breit aufgestellten Anlegern oft nur eine kleine Rolle spielen.

Der Dax hingegen ist der Leitindex des deutschen Aktienmarktes und bündelt die größten und umsatzstärksten Konzerne hierzulande. Diese Bekanntheit und die hohe Liquidität der enthaltenen Aktien erklären, warum sich das Angebot an ETFs und das verwaltete Vermögen so stark auf den Leitindex konzentrieren.

Worauf Anleger achten sollten

Die geringe Produktvielfalt beim SDax bedeutet für Interessenten vor allem eines: Sie müssen genau prüfen, ob der einzige erhältliche ETF ihren Bedürfnissen entspricht. Dazu zählen die Höhe der laufenden Kosten, die Art der Indexnachbildung und die Frage, ob die vergleichsweise kleine Fondsgröße Auswirkungen auf Handelsvolumen und Liquidität haben kann. Ein Fondsvermögen von 160 Millionen Euro ist für einen Nebenwerte-Index nicht klein, liegt im Vergleich zu den Milliardenprodukten auf den Dax aber auf einem ganz anderen Niveau.

Wer Nebenwerte beimischen möchte, kann sich zudem überlegen, ob eine breitere Streuung über globale oder europäische Indizes sinnvoller ist. Festzuhalten bleibt: Solange die Nachfrage nach dem SDax gering bleibt, dürfte sich an der dünnen Produktauswahl so schnell wenig ändern. Der einzige verfügbare ETF von Amundi bleibt damit vorerst die einzige Option für alle, die den deutschen Nebenwerte-Index kostengünstig über ein passives Produkt abbilden wollen.

SdaxSdax EtfAmundi EtfDax EtfNebenwerteIndexfondsEtf Angebot DeutschlandAnlegerinteresse Nebenwerte

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  3. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  4. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer