Frankfurts Banken erwarten Jobwachstum
Neue Fachkräfte in Nachhaltigkeit und Digitalisierung gefragt

Der Finanzplatz Frankfurt wird voraussichtlich einen Anstieg der Arbeitsplätze in der Bankenbranche verzeichnen. Laut einer Analyse der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wird die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt bis Ende nächsten Jahres um vier Prozent auf 73.500 steigen. Dies ist besonders bemerkenswert, da bundesweit weiterhin zahlreiche Bankfilialen geschlossen werden und die Branche unter Druck steht.
Im ersten Quartal 2024 waren in Frankfurt bereits etwa 70.700 Personen im Bankensektor beschäftigt, was einem Anstieg von rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traut merkt an, dass die Wachstumsdynamik im Frankfurter Arbeitsmarkt mittelfristig nachlassen könnte, jedoch profitiert die Stadt momentan erheblich von einem Strukturwandel innerhalb der Branche. Während die Gesamtzahl der Bankangestellten in Deutschland, die zuletzt bei 620.500 lag, seit Jahren rückläufig ist, zeigt Frankfurt eine positive Entwicklung.
Die Studie hebt hervor, dass kleinere Städte und Gemeinden überproportional vom Filialabbau betroffen sind, während Frankfurt dank seiner zahlreichen Konzernzentralen weiterhin Stellen schafft. Der Anteil der in Frankfurt beschäftigten Bankerinnen und Banker ist bereits auf über elf Prozent gestiegen, während die bayerische Hauptstadt München mit knapp sechs Prozent auf Platz zwei folgt. Dies verdeutlicht die Rolle Frankfurts als bedeutenden Bankenstandort in Deutschland.
Die Anforderungen an die neuen Fachkräfte, die für diese Stellen gesucht werden, verändern sich. Anstatt klassischer Banker wird zunehmend Expertise in spezialisierten Bereichen gefordert, darunter Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Regulierung und Geldwäschebekämpfung. Die Studie legt nahe, dass Frankfurt die Gelegenheit hat, sich in diesen zukunftsträchtigen Themenfeldern zu positionieren und somit seinen Status als internationales Finanzzentrum weiter zu festigen.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung Frankfurts als Standort für wichtige Institutionen im Finanzwesen könnte somit sowohl für die Stadt als auch für die Bewerber Chancen bieten, sich in einem sich verändernden Markt zu profilieren.
