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DZ-Bank-Chef sieht Sinn in Commerzbank-Verkauf

Riese: Fusion notwendig, Risiken aber angemessen behandeln

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DZ-Bank-Chef sieht Sinn in Commerzbank-Verkauf

DZ-Bank-Chef Cornelius Riese hat sich zu einem möglichen Verkauf der Commerzbank an die italienische Großbank Unicredit geäußert. Nach seiner Einschätzung gebe es „viele gute Gründe für diese Transaktion“. Diese Einschätzung teilte er am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Die Reaktion des Kapitalmarkts spiegle ebenfalls die Sinnhaftigkeit eines solchen Zusammenschlusses wider: Seit der Ankündigung des Unicredit-Einstiegs hat die Commerzbank-Aktie um rund 30 Prozent zugelegt, während der Börsenkurs von Unicredit um knapp neun Prozent gestiegen ist.

Riese betonte die Notwendigkeit einer weiteren Konsolidierung im privaten Bankensektor. Er ist der Ansicht, dass es in Deutschland nach wie vor zu viele Bankangebote gebe, weshalb Zusammenschlüsse auch bei börsennotierten Banken wichtig seien. Riese verwies dabei auf die Erfahrungen im genossenschaftlichen Sektor, in dem es bereits zahlreiche Fusionen gegeben habe. So haben die Volks- und Raiffeisenbanken heute mit der DZ Bank nur noch ein Spitzeninstitut. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung von Konsolidierungen, die neben den genossenschaftlichen Banken auch private und öffentlich-rechtliche Geldhäuser wie Sparkassen und Landesbanken betreffen.

Unicredit hat Mitte September mit einem Anteil von neun Prozent an der Commerzbank Fuß gefasst. Mittlerweile hat das Institut über Derivate sogar Zugriff auf 21 Prozent der Anteile. Unicredit-Chef Andrea Orcel hat klar signalisiert, dass er eine vollständige Übernahme der Commerzbank anstrebt. Riese erklärte, die DZ Bank habe vor einigen Jahren ebenfalls eine Übernahme der Commerzbank in Betracht gezogen, sich jedoch dagegen entschieden. Diese Einschätzung gelte weiterhin, weshalb die DZ Bank nicht als "weißer Ritter" auftreten werde, um eine Übernahme durch Unicredit zu verhindern.

Eine mögliche Fusion wird jedoch nicht von allen positiv gesehen. Arbeitnehmervertreter der Commerzbank sowie die Gewerkschaft haben sich dagegen ausgesprochen. Auch in der Wirtschaft gibt es kritische Stimmen. So plädierte etwa Tui-Chef Sebastian Ebel für die Eigenständigkeit der Commerzbank. Riese hingegen sieht die Kreditvergabe an Unternehmen in Deutschland auch bei einer weiteren Konsolidierung im Bankensektor als gesichert an. Seiner Ansicht nach ist der deutsche Bankenmarkt der „wettbewerbsintensivste“, und zahlreiche nationale und internationale Firmenkundenbanken seien aktiv und leistungsfähig.

Gleichzeitig räumte Riese ein, dass eine Übernahme der Commerzbank durch Unicredit auch Risiken mit sich bringe. Diese müssten auf nationaler Ebene angemessen behandelt werden, insbesondere hinsichtlich Ausfallrisiken. Die DZ-Bank-Gruppe, zu der unter anderem der Versicherer G+V, die Fondsgesellschaft Union Investment und die Bausparkasse Schwäbisch Hall gehören, ist nach der Deutschen Bank die zweitgrößte Bank Deutschlands. Im vergangenen Jahr erzielten sowohl die DZ Bank als auch die Volks- und Raiffeisenbanken dank des Zinsanstiegs einen Rekordgewinn.

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